Hertha BSC hat den wochenlangen Poker um einen Mittelstürmer für sich entschieden. Wie der kicker berichtet, steht der Zweitligist unmittelbar vor der Verpflichtung von Gustaf Nilsson. Der Medizincheck des Schweden war für Montagnachmittag angesetzt.
Nilsson kommt vom belgischen Erstligisten Club Brügge, bei dem er laut Transfermarkt noch bis zum 30. Juni 2028 unter Vertrag steht. Der Berliner Kurier berichtet, dass der Angreifer für eine Saison ausgeliehen wird und bereits am Sonntagabend am Flughafen BER gelandet ist. Im Rennen um den 29-Jährigen setzte sich Hertha gegen Hannover 96 durch.
Leitl bekommt exakt das gesuchte Profil
Hertha-Trainer Stefan Leitl, der den Klub laut Transfermarkt seit dem 17. Februar 2025 betreut, hatte vor dem Auswärtsspiel in Braunschweig öffentlich beschrieben, was ihm im Sturm fehlt. „Wir brauchen ein anderes Profil als Sebastian Grönning und Luca Schuler, damit wir nochmal einen anderen Impact auf unser Spiel bekommen können“, sagte Leitl laut kicker. Es solle „ein erfahrenerer Spieler sein, der vielleicht schon die eine oder andere Liga mitgemacht hat“.
Mit Nilsson bekommt er einen Spielertyp, den es im Berliner Kader bislang nicht gab: Transfermarkt führt den gebürtigen Falkenberger als Mittelstürmer mit einer Körpergröße von 1,97 Metern. Für Schwedens Nationalmannschaft steht er bei elf Länderspielen und vier Toren.
In Brügge zuletzt nur noch Zuschauer
Sportlich kommt Nilsson aus einer schwierigen Phase. In der abgelaufenen Saison bestritt er für Brügge laut kicker lediglich elf Pflichtspiele, darunter fünf in der Hauptrunde der Jupiler Pro League und einen Joker-Einsatz im Champions-League-Play-off-Rückspiel bei Atlético Madrid (1:4). Bei der Weltmeisterschaft stand er dennoch im schwedischen Kader und kam im Sechzehntelfinale gegen Frankreich (0:3) kurz zum Einsatz.
Nach der Rückkehr nach Belgien durfte der Angreifer nach Informationen des Berliner Kurier zuletzt nicht einmal mehr mit der Mannschaft trainieren. Für Brügge ist die Leihe damit auch eine Entlastung: 2024 hatte der belgische Klub laut kicker noch knapp sieben Millionen Euro Ablöse an Union Saint-Gilloise überwiesen.
Deutschland ist für Nilsson kein Neuland
Die Bundesliga-Republik kennt Nilsson bereits. Zwischen Januar 2021 und dem Sommer 2022 spielte er für den SV Wehen Wiesbaden und kam dort laut kicker in 45 Drittliga-Einsätzen auf 18 Tore und sieben Vorlagen. Anschließend verkauften ihn die Hessen nach Belgien, wo er bei Union Saint-Gilloise in der Saison 2023/24 nach Angaben des Berliner Kurier 16 Treffer erzielte.
Hertha im Aufwind, Hannover geht leer aus
Der Zeitpunkt passt zur Berliner Ausgangslage: Hertha ist mit drei Siegen aus drei Spielen und 10:4 Toren in die Zweitliga-Saison gestartet und steht laut Tabelle punktgleich mit Spitzenreiter 1. FC Nürnberg auf Rang zwei. Zuletzt gewann das Team am Freitag mit 5:3 in Braunschweig.
Für Hannover 96 ist die Absage dagegen ein herber Rückschlag. Die Niedersachsen suchen ebenfalls dringend einen Mittelstürmer und stehen nach drei Spieltagen nur auf Rang 13. Das Transferfenster schließt am Dienstagabend – viel Zeit für eine Alternative bleibt nicht.
Der kicker hatte bereits am 14. Juni über das Berliner Interesse an Nilsson berichtet. Dass der Wechsel am Ende doch zustande kommt, ist auch eine Frage der Geduld gewesen: Zwischenzeitlich galt eine Verpflichtung wegen der Konkurrenz, des Gehalts in Brügge und der angespannten Berliner Finanzlage als unrealistisch.

