Der Deadline Day in der Premier League hat für neue Bestmarken bei den Transferausgaben der beiden Aufsteiger Hull City und Ipswich Town gesorgt. Während Ipswich mit Gesamtausgaben von 220,65 Millionen Euro einen neuen englischen Rekord für Aufsteiger aufstellte, zog Hull City mit einem Sechserpack an Last-Minute-Verpflichtungen kräftig nach und kletterte im ligaweiten Ausgaben-Ranking in die Top 10.
Hulls später Einkaufsrausch
Die Tigers verpflichteten kurz vor Schließung des Transferfensters gleich sechs neue Spieler: Ilyas Ansah, Tim Iroegbunam, Christos Mouzakitis, Brooke Norton-Cuffy, Sorba Thomas und Robinio Vaz. Durch diese Transfers stiegen Hulls Gesamtinvestitionen um mehr als 70 Millionen Euro auf nunmehr 175,65 Millionen Euro. Demgegenüber stehen bei den Tigers bislang nur rund 20 Millionen Euro an Einnahmen durch Spielerverkäufe – ein deutliches Ungleichgewicht, das sich erst über die kommenden Spielzeiten wieder ausgleichen müsste.
Ipswich stellt neuen Aufsteiger-Rekord auf
Noch deutlicher fällt die Bilanz bei Mit-Aufsteiger Ipswich Town aus: Die Tractor Boys investierten in diesem Sommer insgesamt 220,65 Millionen Euro in neue Spieler, unter anderem in Julio Enciso (30,5 Millionen Euro, von Racing Straßburg), Abdoul Ouattara (20 Millionen Euro, ebenfalls von Straßburg) sowie Emersonn, Abdul Fatawu und Exequiel Palacios. Damit übertrifft Ipswich den bisherigen Rekordwert für einen Premier-League-Aufsteiger, den zuvor Sunderland gehalten hatte.
Die „Black Cats“ hatten nach ihrem Aufstieg im vergangenen Sommer 188,7 Millionen Euro ausgegeben – und sich damit nicht nur die Klasse gesichert, sondern sich sogar für den Europapokal qualifiziert. Insgesamt gaben in diesem Sommer nur sieben Premier-League-Klubs mehr Geld aus als der Aufsteiger aus Suffolk. Den eigenen Einnahmen von lediglich rund 19 Millionen Euro steht damit ein erhebliches Transfer-Minus gegenüber.
Ein Trend mit klarer Logik
Die massiven Investitionen beider Aufsteiger verdeutlichen den gestiegenen wirtschaftlichen Druck für Rückkehrer ins englische Oberhaus. Hintergrund: In den beiden Spielzeiten vor den erfolgreichen Klassenerhalten von Sunderland und Leeds waren jeweils alle drei Aufsteiger einer Saison direkt wieder abgestiegen. Sowohl Hull als auch Ipswich bewegen sich mit ihren Ausgaben nun in Sphären, die bislang nahezu ausschließlich etablierten Premier-League-Klubs vorbehalten waren – mit dem klaren Ziel, den direkten Wiederabstieg mit allen Mitteln zu verhindern.
Historischer Vergleich
Im historischen Ausgaben-Ranking von Premier-League-Aufsteigern reihen sich hinter Ipswich und Sunderland sowie nun auch Hull unter anderem Nottingham Forest ein, das nach dem Aufstieg 2022 rund 182 Millionen Euro investierte und die Klasse denkbar knapp hielt, sowie Aston Villa, das 2019 rund 159,5 Millionen Euro ausgab.

