Das Fiorentina-Kapitel von Fabio Grosso ist nach nur vier Pflichtspielen bereits wieder beendet. Der italienische Erstligist trennte sich am Sonntagabend von dem 48-Jährigen, der die Viola erst im Sommer übernommen hatte – trotz einer Rekord-Transferoffensive steht der Klub nach drei sieglosen Ligaspielen als Tabellenletzter da.
Die Horrorbilanz, die zur Entlassung führte
Grosso hatte seinen Einstand im August noch mit einem 4:1-Erfolg im Pokal gegen Zweitligist Benevento Calcio gefeiert. In der Serie A folgte danach jedoch eine Serie herber Niederlagen: ein 0:4 zum Auftakt bei der AS Rom, ein 0:3 gegen Aufsteiger Frosinone Calcio im eigenen Stadion – ausgerechnet am Tag der Hundertjahrfeier des Klubs – sowie zuletzt am Samstag ein 1:2 im Heimspiel gegen den FC Turin. In den drei Ligapartien kassierte Fiorentina neun Gegentore bei nur einem eigenen Treffer. Nach der Niederlage gegen Turin hatte sich Grosso noch vor der eigenen Fankurve bedankt und musste dabei Pfiffe sowie Sprechchöre über sich ergehen lassen, die einen Trainerwechsel forderten. Wenige Stunden später zog der Klub die Konsequenz.
Ein Umbruch mit hohem Kostenaufwand
Zur genauen Höhe der Sommerinvestitionen finden sich in italienischen und internationalen Quellen leicht abweichende Angaben: Während Transfermarkt-Daten von rund 150 Millionen Euro für 15 Neuzugänge sprechen, beziffern italienische Medien wie „Alanews“ die Ausgaben auf etwa 130 Millionen Euro bei 13 neuen Spielern.
Unabhängig von der exakten Summe war es in jedem Fall die bislang höchste Investitionssumme in der Fiorentina-Vereinsgeschichte innerhalb eines Sommers – in der Serie A gaben nur die AC Mailand und Juventus Turin nach dem verpassten Einzug in die Champions League noch mehr aus. Für die Transferaktivitäten unter dem im Februar verpflichteten Sportdirektor Fabio Paratici hatte es zunächst viel positive Resonanz gegeben, während Grosso den sportlichen Umbruch auf dem Platz offenbar nicht in den Griff bekam.
Vanoli als schnelle Rückkehr-Lösung
Als Nachfolger ist laut übereinstimmenden italienischen Berichten Paolo Vanoli vorgesehen, mit dem sich der Klub nach Angaben von Transferexperte Fabrizio Romano bereits einig sein soll. Die Personalie wirkt dabei auf den ersten Blick ungewöhnlich: Erst im vergangenen Sommer hatte sich Fiorentina nach dem erfolgreichen Klassenerhalt unter Vanoli dazu entschieden, nicht mit ihm zu verlängern.
Vanoli war im November 2025 als Nachfolger von Stefano Pioli gekommen, der die Viola zuvor ebenfalls auf dem letzten Tabellenplatz hinterlassen hatte, und führte die Mannschaft anschließend auf Rang 15 sowie ins Viertelfinale der Conference League. In 28 Partien unter seiner Leitung holte das Team im Schnitt 1,35 Punkte pro Spiel.
Wenig Zeit zum Einarbeiten
Für Vanoli bleibt kaum Vorbereitungszeit: Bereits am kommenden Freitag muss Fiorentina bei Aufsteiger Venedig antreten – eine Partie, die angesichts der bisherigen Nullpunkte-Bilanz schon jetzt als wegweisend für den weiteren Saisonverlauf gilt. Fiorentina steht nach drei Spieltagen punktlos gemeinsam mit dem FC Venedig und dem FC Genua am Tabellenende der Serie A.

