Torhüter, die treffen, sind selten geworden. Torhüter, die zweimal in einem Spiel treffen, gab es in der Eredivisie noch nie. Bis Sonntagabend im BUKO Stadion von Velsen-Zuid.
Rot in der 22., 0:2 nach einer Stunde
Telstar spielte drei Viertel der Partie in Unterzahl. Schiedsrichter Joey Kooij schickte Nökkvi Þórisson in der 22. Minute für ein Einsteigen vom Platz, das die niederländischen Berichte übereinstimmend als leicht beschreiben. Nach der Pause traf Rafik El Arguioui in der 53., Nicolas Binder legte in der 60. Minute nach. 0:2 gegen SC Cambuur, mit zehn Mann, gegen einen Aufsteiger, der bis dahin punktlos war.
Zweimal dieselbe Ecke
In der 63. Minute zeigte Kooij nach einem Foul auf den Punkt – und aus dem Tor kam Ronald Koeman junior. Der Sohn des früheren niederländischen Nationaltrainers verwandelte flach: 1:2.
Kurz vor dem Ende wurde es grotesk. Kooij entschied nach einem Halten im Strafraum erneut auf Elfmeter, Koeman hatte den Ball bereits, dann griff der Videoschiedsrichter ein: Das Vergehen war passiert, bevor die Ecke ausgeführt war. Zurückgenommen. Tief in der Nachspielzeit dann Handspiel von Mathieu Maertens, der VAR meldete sich erneut, diesmal zugunsten von Telstar. Koeman lief zum zweiten Mal an, wählte dieselbe Ecke wie beim ersten Versuch und schickte Cambuur-Torwart Thijs Jansen ins falsche Eck. 2:2 in der 101. Minute.
Es war bereits sein zweites Eredivisie-Jahr in Folge mit einem verwandelten Strafstoß. An seinem Können vom Punkt hat er nach eigener Aussage nie gezweifelt.
Ein Punkt hier, der erste dort
Telstar steht bei vier Punkten und hat seit dem Auftaktsieg gegen NEC kein Spiel mehr gewonnen. Cambuur nimmt aus der Nacht immerhin den ersten Zähler seit der Rückkehr ins Oberhaus mit – und die Erkenntnis, dass man ein Spiel auch dann verlieren kann, wenn man zwei Tore vorne liegt und der Gegner mit zehn Mann spielt. Der Rest ist Statistik: In der Geschichte der Eredivisie hat das vor Koeman keiner geschafft.

