Drei Ligaspiele, drei Siege, sieben Tore. Enzo Marescas Start bei Manchester City liest sich makellos. Und ausgerechnet jetzt steht der erste Abend an, an dem in Manchester traditionell anders gerechnet wird.
Ein Debüt, das keins ist
Maresca sitzt seit dem 29. Juni auf der City-Bank, unterschrieben bis 2029, Nachfolger von Pep Guardiola nach zehn Jahren. Sein Pflichtspieldebüt liegt längst hinter ihm. Was am Dienstag im Estádio do Dragão beginnt, ist etwas anderes: die erste Champions-League-Partie eines City-Trainers, der nicht Guardiola heißt, seit 2015/16.
Der Italiener kennt das Haus – 2022/23 war er Guardiolas Assistent, danach Leicester, danach Chelsea, wo er die Conference League und die Klub-WM gewann und trotzdem im Januar 2026 gehen musste. Diese Biografie ist der Grund, warum ihn in Manchester niemand als Fremden behandelt. Sie ist auch der Grund, warum die Erwartung ab jetzt eine andere ist.
Farioli hat aus Porto einen Riegel gemacht
Der Gastgeber ist kein Auftaktgeschenk. Francesco Faroli führte Porto in der Vorsaison zum 31. Meistertitel, sechs Punkte vor Sporting, und hat den Start in 2026/27 noch einmal verschärft: fünf Ligaspiele, fünf Siege, 11:1 Tore, dazu der Supercup-Erfolg gegen Torreense. Sechs Pflichtspiele, ein Gegentor.
Es ist Portos 28. Teilnahme an der Königsklassen-Hauptrunde – portugiesischer Rekord, europaweit übertroffen nur von Bayern, Real und Barcelona. Und es ist die erste seit 2023/24. Für Farioli selbst ist es die Premiere als Cheftrainer in diesem Wettbewerb.
Die Personallage spricht für City
Porto muss auf Samu Aghehowa verzichten – der Torjäger der Vorsaison (20 Pflichtspieltore) fällt mit Kreuzbandriss aus. Jan Bednarek ist wegen einer Roten Karte aus dem Europapokal der Vorsaison gesperrt, Oliver Froholdt fehlt nach einer Gehirnerschütterung. Die Achse, die den Riegel zusammenhält, hat Lücken.
Bei City ist das Personalthema ein anderes: zu viel, zu neu, zu unsortiert. Rodri ging nach Barcelona, Bernardo Silva und John Stones sind weg, dafür kamen unter anderem Elliot Anderson, Enzo Fernández, Iliman Ndiaye und Ayyoub Bouaddi. Maresca hat vor der Partie durchblicken lassen, dass mehrere dieser Neuzugänge in Porto Minuten bekommen sollen. Bei einem Gegner, der zu Hause zuletzt sechs Europapokalspiele in Serie ungeschlagen blieb, ist das eine Ansage mit Risikozuschlag.
| Vor dem Anpfiff | FC Porto | Manchester City |
|---|---|---|
| Liga-Bilanz | 5 Siege aus 5 | 3 Siege aus 3 |
| Tore | 11:1 | 7:2 |
| Trainer im Amt seit | 2025 | Juni 2026 |
| Letzte CL-Hauptrunde | 2023/24 | durchgehend seit 2011/12 |
| Direkte Duelle | 4 Spiele: 3 City-Siege, 1 Remis (zuletzt 0:0, Dezember 2020) | |
Ein Riegel, der noch nichts beweisen musste
Portos Zahlen sind blendend – und sie stammen aus Spielen gegen Alverca, Rio Ave, Arouca, Académico de Viseu und Moreirense. Kein einziger Gegner aus der oberen Tabellenhälfte, kein einziges Spiel unter europäischem Druck. Die Frage ist nicht, ob Farioli verteidigen lassen kann. Sie ist beantwortet. Die Frage ist, ob dieselbe Struktur hält, wenn Erling Haaland an der letzten Linie klebt – der Norweger traf gegen Coventry zu seinem 300. Karrieretor.
City reist mit dem besseren Kader und der schlechteren Auswärtsbilanz der jüngeren Europapokal-Vergangenheit an. Porto hat gegen die Engländer noch nie gewonnen. Beides sind Statistiken, die genau bis zum Anpfiff halten.

