Nach der Trennung von Eugen Polanski sucht Borussia Mönchengladbach fieberhaft nach einem neuen Cheftrainer. Während Co-Trainer Jan-Moritz Lichte die Mannschaft vorerst interimsmäßig betreut, kursieren bereits mehrere Namen als mögliche dauerhafte Lösung. Viel Zeit bleibt den Verantwortlichen nicht: Spätestens in der kommenden Länderspielpause soll der neue Trainer gefunden sein.
Vier bis fünf Kandidaten im Gespräch
Laut übereinstimmenden Berichten von „Bild“ und weiteren Medien hat Gladbach mehrere Kandidaten auf dem Zettel. Als prominenteste Lösung gilt Ole Werner. Der 38-Jährige führte RB Leipzig in seiner ersten Saison auf Platz drei und damit in die Champions-League-Qualifikation, wurde anschließend aber freigestellt. Allerdings steht Werner weiterhin bei Leipzig unter Vertrag. Ein Wechsel nach Gladbach müsste deshalb zunächst mit seinem bisherigen Arbeitgeber geklärt werden.
Als weiterer aussichtsreicher Kandidat gilt Horst Steffen. Der 57-Jährige ist seit seiner Entlassung bei Werder Bremen im Februar vereinslos und kennt Gladbach aus seiner Zeit als U19-Trainer. Zuvor hatte Steffen vor allem mit seiner erfolgreichen Arbeit beim SV Elversberg auf sich aufmerksam gemacht.
Daneben werden Alexander Blessin und Christian Eichner gehandelt. Blessin war zuletzt beim FC St. Pauli tätig und wurde nach dem Bundesliga-Abstieg freigestellt. Eichner arbeitete bis zum Sommer beim Karlsruher SC und absolvierte dort als Cheftrainer 228 Pflichtspiele.
Auch Bo Henriksen wird als mögliche Option genannt. Der Däne war bis Dezember 2025 Trainer des 1. FSV Mainz 05 und ist inzwischen vereinslos. Darüber hinaus wird in weiteren Berichten auch Lukas Kwasniok als Kandidat genannt. Ein klarer Favorit zeichnet sich bislang nicht ab.
Neuer Trainer spätestens in der Länderspielpause
Bis zur endgültigen Entscheidung übernimmt zunächst Lichte. Auch das kommende Heimspiel gegen Mainz soll nach aktuellem Stand noch unter der Leitung des Interimscoaches stattfinden.
Anschließend bietet die Länderspielpause den Gladbachern die Möglichkeit, den neuen Trainer in Ruhe zu installieren. Laut „Bild“ soll die Suche spätestens dann abgeschlossen sein.
Die Baustellen für den neuen Trainer
Wer auch immer das Amt übernimmt, muss sich mehreren drängenden Problemen stellen. An erster Stelle steht die Defensive: Gladbach kassierte zum Saisonstart zwölf Gegentore in drei Spielen und steht nach der 0:5-Niederlage in Freiburg mit null Punkten am Tabellenende. Es handelt sich um den schlechtesten Bundesliga-Start der Vereinsgeschichte.
Gleichzeitig muss der neue Coach das vorhandene Offensivpotenzial besser zur Geltung bringen. Mit Spielern wie Tim Kleindienst, Robin Hack und Franck Honorat sowie den jungen Wael Mohya und Hugo Bolin gibt es durchaus Qualität im Kader.
Auch der Umgang mit Kapitän Kleindienst dürfte eine Aufgabe werden. Der Stürmer hatte nach der 3:4-Niederlage gegen Elversberg seine Mitspieler scharf kritisiert und unter anderem mehr Fokus über die komplette Spielzeit gefordert. Die Vereinsführung hat das Thema anschließend intern mit ihm aufgearbeitet. Sportchef Rouven Schröder erklärte, Kleindienst habe mit etwas Abstand eingesehen, dass er mit einigen Aussagen „drüber“ gewesen sei.
Der neue Trainer muss deshalb nicht nur die sportliche Krise stoppen, sondern auch schnell wieder eine klare Hierarchie und Stabilität innerhalb der Mannschaft herstellen.

