Neuer Bundestrainer, neue Ideen, offenbar auch ein komplett neues Kader-Format: Jürgen Klopp könnte am Donnerstag mit seiner allerersten DFB-Nominierung gleich für den nächsten Aufreger sorgen. Die Rede ist von bis zu 40 Spielern für nur vier Länderspiele. Ernsthaft, hat sich Klopp verzählt, oder ist das tatsächlich der Plan? 🤯🇩🇪
Der Wahnsinns-Plan: Ein Kader mit bis zu 40 Spielern
Laut „Sky“ und der „Sportschau“ gibt es bei Klopp und seinem Trainerteam ernsthafte Gedankenspiele, einen XXL-Kader zu berufen – deutlich größer als ein gewöhnliches Aufgebot. Die „Sportschau“ bringt dabei sogar bis zu 40 Spieler ins Spiel. Intern soll grundsätzlich bereits entschieden sein, dass der Trainingskader für diese ungewöhnlich lange Länderspielphase größer ausfallen soll; lediglich der genaue Umfang und die konkrete Aufteilung sind noch offen.
Der Trick dahinter: Für jedes einzelne Nations-League-Spiel müssen bis spätestens 23:59 Uhr am Vortag 23 Spieler gemeldet werden, darunter drei Torhüter. Diese Liste kann von Partie zu Partie verändert werden. Klopp könnte also theoretisch nach dem Auftakt in Amsterdam gegen die Niederlande (24. September) einen großen Teil seines Aufgebots austauschen und für die folgenden Spiele andere Spieler einsetzen.
Und der Spielplan lädt geradezu dazu ein: Nach Amsterdam geht es am 27. September in Augsburg gegen Griechenland, am 1. Oktober in München gegen Serbien und zum Abschluss am 4. Oktober nach Thessaloniki zum zweiten Duell mit Griechenland. Vier Spiele innerhalb von elf Tagen – ungewöhnlich viel Programm für einen einzigen Lehrgang.
Der Mann will offenbar wirklich möglichst viele Spieler sehen, bevor er sich festlegt. Genau das passt zu Klopps bisherigem Ansatz: Bereits im Sommer hatte er von 57 Feldspielern gesprochen, die grundsätzlich für ihn infrage kommen.
Diese Stars haben noch nie für Deutschland gespielt
Dass Klopp so viele Kandidaten wie möglich testen will, ergibt durchaus Sinn. Denn hinter der etablierten Generation wartet eine ganze Reihe von Spielern, die bislang noch keine Chance in der A-Nationalmannschaft bekommen haben.
Transfermarkt führte zuletzt den VfB-Verteidiger Finn Jeltsch mit 35 Millionen Euro als wertvollsten deutschen Nicht-Nationalspieler. Dahinter folgten der bei Straßburg spielende Karim Coulibaly mit 28 Millionen und Brügge-Stürmer Nicolò Tresoldi mit 25 Millionen Euro.
Auch Said El Mala gehört zu den prominentesten Kandidaten. Der Kölner war bereits Teil eines DFB-Kaders, wartet aber weiterhin auf sein erstes A-Länderspiel. Sein Marktwert wurde zuletzt mit 45 Millionen Euro angegeben. Damit gehört er zu den wertvollsten deutschen Spielern, die unter Klopp auf ihr Debüt hoffen können.
Die genaue Zahl von 47 Spielern unter den Top 100, die noch nie für Deutschland nominiert worden seien, hängt allerdings stark vom Zeitpunkt und der verwendeten Transfermarkt-Datenbank ab. Für eine belastbare Story ist deshalb die konkretere Aussage über die prominentesten Nicht-Nationalspieler sauberer als eine vermeintlich exakte Gesamtzahl.
Die Torwart-Posse: Baumann raus, ter Stegen zurück?
Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgt die Torwart-Frage. Laut „Bild“ wird WM-Ersatzkeeper Oliver Baumann beim Neustart unter Klopp offenbar nicht mehr berücksichtigt. Stattdessen zeichnet sich eine echte Überraschung ab: Marc-André ter Stegen könnte nach seiner Leihe vom FC Barcelona zu Ajax Amsterdam ins DFB-Tor zurückkehren.
Der 34-Jährige hat bei Ajax inzwischen wieder die Rolle als Stammkeeper übernommen und stand bereits in mehreren Pflichtspielen zwischen den Pfosten. Zudem bestätigte ter Stegen Anfang September einen ersten Austausch mit Klopp, den er als „wirklich tolles Gespräch“ bezeichnete.
Als weitere Kandidaten gelten unter anderem Jonas Urbig, Alexander Nübel und Finn Dahmen. Auch der frühere Klopp-Schützling Loris Karius wird von Sky als möglicher Überraschungskandidat genannt.
El Mala, Tresoldi & Co.: Die nächste Generation klopft an
Neben den Torwart-Personalien dürfte vor allem die Offensive spannend werden. Klopp hat einen Pool von 57 Feldspielern zusammengestellt, aus dem er für seinen ersten Kader auswählen kann. Zu den möglichen Überraschungskandidaten zählen laut Sky unter anderem Nicolò Tresoldi, Frankfurts Younes Ebnoutalib, Schalkes Soufiane El-Faouzi, Freiburgs Philipp Treu und der angeschlagene Augsburger Anton Kade.
Auch Paris Brunner drängt sich gerade regelrecht auf. Der Monaco-Stürmer erzielte in seinen ersten sechs Pflichtspielen der Saison bereits fünf Tore und traf zuletzt beim 1:1 gegen Straßburg spektakulär aus der Distanz.
Dazu kommt Bayer Leverkusens Kennet Eichhorn. Der 17-Jährige steht grundsätzlich ebenfalls auf dem Radar, fällt derzeit allerdings wegen einer behandlungsbedürftigen Stoffwechselstörung aus. Zuletzt zeichnete sich immerhin eine Rückkehr nach der Länderspielpause ab.
Und dann wären da noch die etablierten jungen Kräfte wie Jamal Musiala, Florian Wirtz, Lennart Karl, Said El Mala oder Nick Woltemade. Klopp hat also tatsächlich die Qual der Wahl – und könnte sie in diesem ersten Lehrgang so umfassend wie kaum ein Bundestrainer vor ihm nutzen.
Fazit
Egal ob am Ende wirklich 40 Spieler nominiert werden oder „nur“ ein deutlich größerer Trainingskader als üblich – schon jetzt ist klar: Klopps erste Kadernominierung wird ungewöhnlich.
Nach dem bitteren WM-Aus gegen Paraguay bleibt dem 59-Jährigen wenig Zeit für Experimente. Und trotzdem scheint er bereit, genau das zu tun – nur eben mit einer möglichst großen Auswahl.
Donnerstag, 17. September, 10 Uhr: Dann wissen wir mehr.

