Der FC Bayern hat sein Interesse an Florian Wirtz offenbar nicht aufgegeben. Wie der englische Branchendienst „TEAMtalk“ berichtet, verfolgen die Münchner die Entwicklung des deutschen Nationalspielers beim FC Liverpool weiterhin genau – und wollen bereitstehen, sollte sich eine neue Gelegenheit ergeben. Ein konkreter Wechsel ist derzeit allerdings kein Thema.
Ein Interesse, das schon vor dem Liverpool-Wechsel bestand
Bayern hatte Wirtz bereits vor dessen Wechsel zu den Reds im Sommer 2025 intensiv umworben. Am Ende entschied sich der Offensivspieler jedoch für Liverpool. Wirtz‘ Vater Hans-Joachim bestätigte später, dass es ein schwieriges Telefonat mit Uli Hoeneß gab, nachdem die Familie den Bayern abgesagt hatte. Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge hatten sich zuvor intensiv um den Spieler bemüht.
Bei der Ablösesumme kursieren unterschiedliche Angaben. TEAMtalk spricht von einem 116-Millionen-Pfund-Deal, während deutsche Medien den Transfer häufig mit rund 125 Millionen Euro beziffern. Die unterschiedlichen Angaben sind vor allem eine Frage der Währung und der jeweiligen Berechnung des Gesamtvolumens.
Ein schwieriger Start in England
Konkreten Anlass für die erneute Berichterstattung liefert Wirtz‘ bisherige Bilanz in der Premier League. Nach einer durchwachsenen ersten Saison unter Arne Slot ist auch der Start unter dem neuen Trainer Andoni Iraola bislang schwierig. In der laufenden Premier-League-Saison steht für den 23-Jährigen nach drei Einsätzen lediglich eine Torvorlage zu Buche. In der Champions League kam er zudem bislang einmal zum Einsatz, blieb dort aber ohne Torbeteiligung.
Auch innerhalb Liverpools gibt es laut TEAMtalk offenbar Zweifel daran, ob Wirtz das außergewöhnliche Niveau erreichen kann, das man sich von der enormen Ablöse versprochen hatte. Von einer Entscheidung gegen den Deutschen kann allerdings keine Rede sein.
Liverpool hält vorerst an ihm fest
Von einem unmittelbar bevorstehenden Wechsel kann trotz der Gerüchte keine Rede sein. Liverpool plant derzeit nicht, sich von Wirtz zu trennen. Stattdessen soll Iraola die komplette Saison Zeit bekommen, um den Mittelfeldspieler in sein neues System zu integrieren.
TEAMtalk zufolge soll die Situation erst am Saisonende erneut bewertet werden, sollte die erhoffte Leistungssteigerung ausbleiben. Wirtz bleibt damit trotz der aktuellen Schwierigkeiten ein wichtiger Bestandteil der Liverpooler Planungen.
Realistisches Szenario: Frühestens Sommer 2027 denkbar
Ein tatsächlicher Wechsel würde nach aktuellem Stand mehrere Voraussetzungen erfordern: Wirtz müsste seine Formprobleme nicht in den Griff bekommen, Liverpool müsste seine Einschätzung des Spielers ändern und der Klub müsste überhaupt bereit sein, über einen Verkauf nachzudenken.
Sommer 2027 ist deshalb derzeit eher der frühestmögliche Zeitpunkt, über den spekuliert werden kann – nicht aber ein konkret geplanter Wechsel. TEAMtalk berichtet lediglich, dass Bayern die Entwicklung aufmerksam verfolgt und bei einer Veränderung der Situation bereit sein könnte.
Auch die Personalie Michael Olise könnte in einem solchen Szenario theoretisch relevant werden. Sollte der Franzose München tatsächlich verlassen, würde beim FC Bayern offensiv zusätzlicher Bedarf entstehen. Konkrete Anzeichen für einen bevorstehenden Olise-Abgang gibt es allerdings nicht: Bayern-Sportvorstand Max Eberl hat entsprechende Spekulationen zuletzt zurückgewiesen und betont, Olise habe keinen Wechselwunsch geäußert.
Wie geht es weiter?
Für Bayern bleibt die Personalie damit vorerst eine Beobachtungsangelegenheit ohne konkrete Verhandlungen. Sollte Wirtz sich unter Iraola durchsetzen, dürfte sich das Interesse der Münchner dauerhaft auf Beobachtung beschränken.
Bleiben die Zweifel an seiner Rolle bei Liverpool jedoch bestehen, zählt der deutsche Rekordmeister laut TEAMtalk zu den Klubs, die die Entwicklung besonders genau verfolgen. Mehr als das ist es aktuell aber nicht: Bayern beobachtet Wirtz – ein Wechsel 2027 ist derzeit lediglich ein mögliches Szenario.

