2. Liga | Hansa Rostock stürzt Tabellenführer St. Pauli

Der FC Hansa Rostock rang den FC St. Pauli nieder.
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News | Die 2. Bundesliga lockte am Samstagabend mit dem brisanten Nordduell zwischen Hansa Rostock und dem FC St. Pauli. Dank eines couragierten Auftritts setzte sich der FCH mit 1:0 durch.

Hansa-Treffer zählt nicht, auch St. Pauli mit Chancen

Ein ausverkauftes Ostseestadion, leuchtendes Flutlicht, die vollständige Rückkehr der aktiven Fanszenen sowie eine höchst interessante Tabellenkonstellation bildeten ideale Rahmenbedingungen für diesen Vergleich zweier Erzrivalen. Im Hinspiel hatten die vor dem Spieltag von der Spitze grüßenden Gäste klar mit 4:0 die Nase vorn.

Diesmal bekamen sie von Beginn an wesentlich mehr Gegenwehr. Etwa 130 Sekunden waren vorüber, als John Verhoek den Ball eroberte und auf den an Nikola Vasilj scheiternden Svante Ingelsson durchsteckte, doch der Abpraller landete bei Simon Rhein, der eiskalt einschob. Die Freude beim FC Hansa hielt allerdings nur kurz an, denn der VAR schickte Schiedsrichter Benjamin Brand an den Monitor. Nach kurzem Blick auf die Bilder erkannte er auf Foulspiel von Verhoek und nahm den Treffer zurück.

Die Fans von Hansa Rostock sorgten im Spiel gegen den FC St. Pauli für prächtige Atmosphäre.

(Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Auf der Gegenseite grätschte Guido Burgstaller in eine scharfe Hereingabe von Leart Paqarada hinein, Markus Kolke befand sich aber auf dem Posten (7.). Sein Gegenüber Vasilj parierte rund drei Zeigerumdrehungen später gegen den umtriebigen Verhoek. Dies geschah bei weiter hitziger Atmosphäre – sowohl auf den Rängen als auch auf dem Spielfeld. Der Unparteiische verwarnte bereits nach 12 Minuten mit Verhoek und Ryan Malone zwei Rostocker.

Malone verdiente sich die Gelbe Karte redlich für sein Einsteigen. Den darauffolgenden Freistoß beförderte Paqarada auf den Kopf von Burgstaller, der knapp den Kasten verfehlte (13.). Danach war wieder der FCH an der Reihe, mit einem seiner klug vorgetragenen Konter. Calogero Rizzuto legte auf für Behrens, dessen Abschluss in den Armen von Vasilj eintrudelte.

In der Folge beruhigte sich das Geschehen, zumindest mit Blick auf die Torszenen. St. Pauli gewann an Feldanteilen, ohne zunächst weitere nennenswerte Chancen zu kreieren. Daniel-Kofi Kyereh verzog aus halblinker Position (34.). Darüber hinaus konnten die Mannschaft von Timo Schultz froh sein, nicht ins Hintertreffen zu geraten. Vasilj parierte einen abgefälschten Distanzschuss von Nico Neidhart in Minute 40 überragend und rettete das Remis zur Halbzeitpause.

Hansa baut Druck auf und belohnt sich

Die Anhänger des FC St. Pauli läuteten den daher mit Verzögerung beginnenden zweiten Abschnitt mit einer Feuerwerkseinlage ein. Trainer Schultz nutzte die Pause dagegen, um James Lawrence für Finn Ole Becker zu bringen und damit einhergehend auf Dreierkette umzustellen. Die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel gehörten jedoch der Hansa-Kogge. Vasilj blieb allerdings ohne Prüfung, da sämtliche Versuche weit an seinem Gehäuse vorbeiflogen.

Rostock arbeitete in dieser Phase am Führungstor. Die Belohnung erfolgte in der 59. Minute. Eine Hereingabe von Rizutto trudelte durch den Sechszehner bis an den zweiten Pfosten, wo Neidhart das Spielgerät aus spitzem Winkel über die Linie drückte – 1:0.

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Die Reaktion der Gäste hielt sich in Grenzen. Ihnen gelang es immer noch kaum, der Begegnung mit ihren fußballerischen Qualitäten den Stempel aufzudrücken. Das Geschehen befand sich vermehrt in der FCH-Spielhälfte. Gefahr brachte aber erst eine Ecke in Minute 71, der mittig zum Kopfball kommende, frisch eingewechselte Lukas Daschner setzte den Ball aber neben den Kasten. 120 Sekunden darauf fehlten Paqarada per Freistoß nur wenige Zentimeter.

Die ganz in braun gekleideten Gäste rannten in der Endphase weiter an, fanden jedoch keine Lösungen und mussten sich letztlich mit 1:0 geschlagen geben. Der FC Hansa Rostock feierte somit den vierten Sieg am Stück und ist nicht mehr weit vom angestrebten Klassenerhalt entfernt. St. Pauli könnte auf Rang drei zurückfallen, wenn Werder Bremen morgen gegen Sandhausen punktet. Jene Bremer gastieren am kommenden Samstag am Millerntor zu einer wegweisenden Partie.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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