3. Liga | Der Absturz des MSV Duisburg

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Spotlight | 2018/2019 noch in der 2. Bundesliga vertreten, wäre der MSV Duisburg in der abgelaufenen Spielzeit fast in die Regionalliga abgestiegen. Eine Analyse, wie es so weit kommen konnte.

MSV Duisburg: Abstieg 2018/2019 und Neustart in der 3. Liga

Es ist der 12. Mai 2019: Der MSV Duisburg verliert Zuhause mit 3:4 gegen den 1.FC Heidenheim und steht als Absteiger aus der 2. Bundesliga fest. Wieder einmal – nach dem Lizenzentzug 2013 und dem Abstieg 2016 – verabschieden sich die Zebras zum dritten Mal in sechs Jahren aus dem Unterhaus und festigen ihren Ruf als Fahrstuhlmannschaft.

Knapp einen Monat später, am 11. Juni, kündigt der MSV an in Zukunft als „Ausbildungsverein“ an den Start gehen zu wollen. Dabei handele es sich um ein „nachhaltiges Konzept“, das geprägt werden soll durch eine hohe Durchlässigkeit von eigenen Talenten in den Profikader sowie von „mutigen Transfers junger nationaler und internationaler Talente, die auch in den Kader und die Startelf integriert werden.”

Betitelt mit dem Motto „Wir arbeiten Fußball“, passend zur Mentalität und der Außendarstellung des Ruhrgebiets, werden Attribute wie „kämpferisch und physisch stark“, „mentale Stärke“ und „Siegermentalität“ angepriesen. Das Erwirtschaften von Transfergewinnen soll eine wesentlichere Rolle spielen, zudem wird betont, dass das Konzept keine Reaktion auf den Abstieg sei, sondern sowieso umgesetzt worden wäre. Der Kaderetat belaufe sich „weiterhin auf dem bisherigen Niveau der entsprechenden Liga“ und sei nicht reduziert worden.

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Saisonbeginn in der 3.Liga

Der Ankündigung folgten erste Taten. Die 18 Neuzugänge zu Saisonbeginn wiesen ein Durchschnittsalter von knapp 24,2 Jahren auf. Der Plan schien aufzugehen, die Mannschaft begeisterte mit Offensivfußball sowie tollen Kombinationen und eröffnete die Saison mit einem 4:1-Heimsieg gegen die SG Sonnenhof Großaspach. Auch im DFB-Pokal lief es gut, Zweitligist Greuther Fürth wurde in der ersten Runde mit 2:0 auf die Heimreise geschickt.

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Einen ersten Dämpfer gab es in der zweiten Runde des Niederrheinpokals, wo der MSV bei der SSVg Velbert 2:0 verlor und ausschied. Trotzdem beendete der MSV die Hinrunde sehr überzeugend. Nach 19 Spieltagen durften sich die Zebras unter Trainer Torsten Lieberknecht (47) Herbstmeister nennen und thronten mit 38 Punkten an der Tabellenspitze. Der Vorsprung auf Relegationsplatz drei betrug sechs Punkte.

Mit dem Beginn der Rückrunde begann der Einbruch: kurz vor Weihnachten, am 21. Dezember 2019, spielte der MSV beim Vorletzten Großaspach nur 1:1. Der Auftritt war kaum noch mit den begeisternden und überzeugenden Leistungen zu Saisonbeginn zu vergleichen.

Das neue Jahr bestätigte den Trend aus dem Großaspach-Spiel. In den ersten sechs Partien im Jahr 2020 gab es nur einen Sieg (2U, 3N). Der Vorsprung auf den Relegationsplatz schmolz auf drei Punkte. Am 6. März 2020 feierte der MSV vor 12.239 Zuschauern einen 1:0-Heimsieg gegen den 1.FC Magdeburg. Die Art und Weise war zwar nicht sehr überzeugend, die Erleichterung aber riesig. Der Vorsprung auf Rang drei wuchs wieder auf fünf Punkte an.

Corona-Pandemie und Saisonunterbrechung

Ein paar Tage später der Schock: Das Coronavirus breitete sich immer weiter aus. Zuerst wurden Geisterspiele angekündigt, dann der Spielbetrieb ausgesetzt. Nachdem die Situation unter Kontrolle gebracht wurde, entbrannte in der 3. Liga ein Streit, der die Liga in zwei Lager spaltete.

Die Entscheidung über Saisonfortsetzung oder -abbruch war eine knappe. Wie der kicker damals berichtete, sprach sich fast die Hälfte der Liga (acht Teams) für den Abbruch aus. Die knappe Mehrheit (zehn Teams, bei zwei Enthaltungen) stimmten allerdings für die Fortsetzung – so auch der MSV. „Wir wollen sportlich aufsteigen – wenn Politik und DFB einen Spielbetrieb zulassen“, wurde Geschäftsführer Michael Klatt (52) auf der Vereinswebsite zitiert.

Sportdirektor Ivica Grlic bekräftigte diese Haltung gut zwei Wochen später. Man wolle „weiterspielen – wenn Politik und Gesundheits-Experten grünes Licht geben. Wir haben von Beginn der Corona-Krise an deutlich gemacht, dass wir sportlich aufsteigen wollen. Wer etwas anderes behauptet, will uns schaden“, so Grlic.

Verspielter Aufstieg nach dem Restart

Eine Aussage, die dem MSV prompt um die Ohren flog. Aus den ersten neun Spielen nach dem Restart am 31. Mai 2020 holten die Duisburger nur elf Punkte (2S, 5U, 2N). So kam es zum Aufstiegsshowdown beim Tabellenführer, der U23 des FC Bayern München. Am vorletzten Spieltag kassierte der MSV nach zweimaliger Führung in der zweiten Minute der Nachspielzeit den 2:2-Ausgleich.

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Damit lag der Aufstieg nicht mehr in den eigenen Händen, die Enttäuschung war riesig. Ein 4:0-Heimsieg am letzten Spieltag gegen die SpVgg Unterhaching reichte nicht, da keiner der Konkurrenten patzte. In der Endabrechnung ergab sich folgendes Bild: Wäre das Tor in der Nachspielzeit bei der U23 des FC Bayern nicht gefallen, hätte der MSV nicht nur 2:1 gewonnen, sondern wäre als Meister der 3.Liga aufgestiegen.

Ein sehr bitterer Umstand, der sich aber nicht mehr ändern ließ. Dessen war sich auch Grlic bewusst, der direkt im Anschluss an den Heimsieg gegen Haching ankündigte: „Fakt ist auch, dass wir die Ärmel hochkrempeln müssen und in der neuen Saison wieder angreifen werden. Wir werden alles dafür tun, wieder eine schlagfertige Truppe auf die Beine zu stellen.“ Er fuhr fort mit den Worten: „Jetzt müssen wir uns schütteln und ab nächster Saison heißt es dann wieder, Voller Angriff!”

Das einzig Positive am fünften Tabellenplatz zu Saisonende: Die U23 des FC Bayern nahm trotz Meisterschaft nicht am DFB-Pokal teil, der fünfte Platz reichte also für die Teilnahme an der ersten Hauptrunde und das Aus im Niederrheinpokal beim Oberligisten Velbert wurde damit ausgemerzt.

Transferperiode im Sommer 20/21

Im folgenden Sommer trug das Konzept „Ausbildungsverein“ erste Früchte. Eigengewächs Lukas Daschner wechselte für 350.000€ zum FC St. Pauli. Zudem erhielt der MSV 348.000€ aus dem Nachwuchsfördertopf des DFB und damit die höchste Summe aller Drittligisten. Ausschlaggebend für den Erhalt dieser Gelder sind der Betrieb oder der laufende Aufbau eines NLZs und den Einsatzzeiten von U21-Spielern mit deutscher Staatsangehörigkeit.

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In diesem Jahr fiel die Kaderveränderung kleiner aus, neben Daschner gingen sieben weitere Spieler, zehn neue stießen hinzu. Bei den Abgängen reihte sich eine Kuriosität an die andere. Lukas Boeder, der laut MSV-Homepage  2020„für zwei Spielzeiten“ unterschrieben hatte, verließ den Verein ablösefrei. Der Vertrag hätte sich offenbar nur bei Aufstieg verlängert. Dieser war dem Anschein nach bei der Verpflichtung fest eingeplant.

Ebenfalls bei Aufstieg verlängert hätte sich der Vertrag von Co-Trainer Darius Scholtysik (54), der seit Torsten Lieberknechts Amtsantritt in Braunschweig im Mai 2008 sein Co-Trainer war. Nach dem Nichtaufstieg wurde der Vertrag nicht verlängert mit der Begründung: „Der Großteil des sportlichen Etats soll aber nun in die Mannschaft fließen.“

Die Aufgaben des Co-Trainers wurden an Philipp Klug (28) übertragen, der bislang als Analyst dem Trainerstab angehörte. Am ersten August gab der MSV Duisburg bekannt, dass Marvin Compper (35) ins Trainerteam wechselt. Der Innenverteidiger hing seine Schuhe an den Nagel und bekam die Gelegenheit, die ersten Schritte seiner Trainerlaufbahn beim MSV zu gehen.

Am 15. September informierte der MSV zudem über die Rückkehr von Branimir Bajic (41). Die Vereinslegende, von 2010 bis 2018 als Spieler in Duisburg aktiv, unterstützt das Trainerteam als Co-Trainer, Analyst und Scout. Durch das Aufrücken von Philipp Klug zum Co-Trainer ist Bajic seit seiner Rückkehr in erster Linie für die Gegneranalyse zuständig. Unter Berücksichtigung der Aussage zu Saisonbeginn, der Großteil des Etats solle in Mannschaft fließen, sorgten diese Erweiterungen des Trainerstabs durchaus für Verwunderung.

Der Fälle Petar Sliskovic und Tim Albutat

Petar Sliskovics (29) Abgang war ebenfalls kurios. Es kursierten Gerüchte um einen Wechsel zu Türkgücü München. Am 22. August 2020 verkündete der MSV auf seiner Homepage: „Petar Sliskovic bleibt ein Zebra: ‚Wir bauen auf ihn!'” Sechs Tage später gab der MSV folgende Pressemitteilung heraus: „Petar Sliskovic zieht es nun doch zu Türkgücü.“ Grlic sagte dazu: „In den vergangenen vier, fünf Tagen ist mit einem erneuten Angebot noch einmal Bewegung in die Sache gekommen und wir haben uns dann nach vielen und intensiven internen Gesprächen entschieden, Petar abzugeben.“

Zuvor hatte bereits die Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit Tim Albutat (28) für Unverständnis bei den Fans gesorgt. Anfang August teilte der MSV mit, dass der Vertrag mit dem Mittelfeldspieler aufgelöst wurde. „Tim hat uns mitgeteilt, dass er uns verlassen will. Aus den Gesprächen mit ihm kam für uns deutlich raus, dass er sich nicht mehr mit dem MSV identifiziert. Wir haben uns dann dazu entschieden, den Vertrag aufzulösen, weil wir mit einem Team in die Saison gehen wollen, in dem jeder ohne Wenn und Aber hinter dem Spielverein steht,“ kommentierte Sportdirektor Grlic die Vertragsauflösung.

Dass sich ein Stammspieler aus der vergangenen Spielzeit nach sechs Jahren im Verein auf solch eine Art und Weise verabschiedet, war ohne die Interna zu kennen für die wenigsten Außenstehenden nachvollziehbar. Albutat schloss sich dem Ligakonkurrenten KFC Uerdingen an, über die Ablösemodalitäten wurde Stillschweigen vereinbart.

Katastrophale Hinrunde in der 3. Liga 20/21

Zur unglücklichen Kommunikation gesellte sich ein schwieriger Saisonstart und später auch noch Pech. Als erste Mannschaft der dritten Liga musste der MSV Duisburg Anfang Oktober in Quarantäne, die Spiele gegen Saarbrücken und Halle wurden verschoben. Acht Punkte aus acht Spielen besiegelten das Aus von Trainer Torsten Lieberknecht.

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Als Nachfolger stellte der MSV Gino Lettieri (54) vor. Der 54-Jährige wurde 2015 bereits einmal beim MSV entlassen und genießt bei den Fans seitdem keinen guten Ruf. Aus diesem Grund gingen die Anhänger nach der Verpflichtung regelrecht auf die Barrikaden. Im November traten 100 Mitglieder aus, ein Sponsor gab seinen Rückzug bekannt und begründete dies mit der Lettieri-Verpflichtung.

Die Lettieri-Rückkehr brachte also einiges an Unruhe mit und zudem keinen sportlichen Erfolg. In zwölf Spielen unter seiner Regie gelangen dem MSV nur zwei Siege, dazu gesellten sich vier Unentschieden und sechs Niederlagen. Das führte dazu, dass die Zusammenarbeit bereits Ende Januar wieder beendet war. Nach einem blutleeren Auftritt im Auswärtsspiel beim FSV Zwickau (1:3), bei dem man zur Halbzeit bereits mit 3:0 zurücklag, war für Lettieri nach ungefähr zweieinhalb Monaten in Duisburg wieder Schluss.

In der Vorwoche hatte Capelli Sport durch eine Kapitalerhöhung die Nachlizenzierung gesichert. Der amerikanische Sportartikelhersteller erhöhte seine Anteile für 5,4 Millionen Euro von 10 auf 40%. Dadurch konnten Federico Palacios (25), Stefan Velkov (24) und Marlon Frey (24) verpflichtet werden. Anfang Februar wurde Pavel Dotchev (55) als neuer Trainer vorgestellt, als Ersatz für den verletzten Vermeij wurde Aziz Bouhaddouz (33) verpflichtet. Die Winterneuzugänge konnten ihre Qualität gewinnbringend einsetzen und Dotchev die Mannschaft stabilisieren. In 14 Partien unter der Regie des Bulgaren wurden 22 Punkte geholt (6 S, 4 U, 4 N) und damit der vorzeitige Klassenerhalt gesichert.

Einbruch nach dem Klassenerhalt

Mit dem 3:1-Heimsieg gegen den VfB Lübeck unter Interimstrainer Uwe Schubert (60) einberechnet, blieb der MSV in diesem Zeitraum sieben Heimspiele in Folge ungeschlagen. Einen großen Anteil daran hatten die Fans mit ihrer Aktion „Die Zebras zum Sieg hupen“. Wurde so am Tag nach der Niederlage in Zwickau noch gegen die sportliche Führung um Lettieri und Grlic protestiert, unterstützen die Anhänger ihre Mannschaft in den darauffolgenden Spielen mit ihren Autos lautstark vor der leeren Arena. Bereits im Vorfeld der Partien wurde der Mannschaftsbus lautstark hupend und Fahnen schwenkend empfangen.

Die Heimserie hielt bis zum ersten Spiel nach dem gesicherten Klassenerhalt. Am 15. Mai gastierte der FC Ingolstadt in Duisburg. Nach einer ordentlichen ersten Halbzeit inklusive 1:0-Führung brachen in Halbzeit zwei alle Dämme. Nach 90 Minuten stand eine 1:5-Niederlage auf der Anzeigetafel. Trainer Pavel Dotchev beschrieb den Auftritt in den zweiten 45 Minuten als „vollkommen unerklärlich.“

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Noch unerklärlicher wurde es am darauffolgenden Mittwoch. Der MSV verabschiedete sich an diesem Abend mit einer indiskutablen Vorstellung aus dem Niederrheinpokal. Mit 6:2 schoss Regionalligist Wuppertaler SV die Zebras aus dem heimischen Stadion am Zoo. Die Konsequenz daraus: Der MSV Duisburg verpasst die Teilnahme an der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals und damit garantierte Einnahmen von ungefähr 130.000€, die dem finanziell angeschlagenen Traditionsverein vor allem in Pandemiezeiten noch besser als sonst zu Gesicht gestanden hätten.

Dotchev zeigte sich nach Abpfiff sprachlos: „Das gegen Ingolstadt war schon eine Enttäuschung und das heute war noch schlimmer. Das ist unerklärlich, wie sich die Mannschaft im Moment verhält. Der Gegner muss nicht viel machen, um gegen uns ein Tor zu erzielen. Ich habe schon einiges erlebt, aber sowas habe ich noch nie gehabt.” Auch im letzten Saisonspiel beim SV Meppen war die Leistung bei der 1:2-Niederlage nicht überzeugend, eine dritte Klatsche in Folge blieb jedoch aus.

Saison 21/22: Der nächste Neustart steht bevor

Durch die Niederlage in Wuppertal fehlt der MSV Duisburg erstmals seit 1987 im Teilnehmerfeld des DFB-Pokals. Am 21. Mai 2011 wurde das DFB-Pokalfinale gegen den FC Schalke 04 (0:5) ausgetragen. Die Entwicklung von der Final- zur Nichtteilnahme in zehn Jahren ist eine weitere, die den sportlichen Niedergang der vergangenen Jahre sehr treffend beschreibt.

Weißt du noch? | Der Weg des MSV Duisburg ins Pokalfinale 2011

Im kommenden Sommer steht einmal mehr ein Neuanfang bevor. Auf der Pressekonferenz vor dem letzten Saisonspiel gab Trainer Dotchev bekannt, dass nach aktuellem Stand 19 Verträge zum Saisonende auslaufen. Davon verabschiedete der MSV Duisburg am darauffolgenden Mittwoch acht Spieler. Zudem wurden die auslaufenden Verträge mit Stefan Velkov, Marlon Frey, Darius Ghindovean (19) und Vincent Gembalies (21) verlängert. Mit Marvin Bakalorz (31) und Alaa Bakir (20) präsentierte der MSV bislang zwei Neuzugänge, Julian Hettwer (17) und Roman Schabbing (19) erhalten Profiverträge.

Damit ist die Zukunft von sieben der 19 angesprochenen Personalien noch offen. Dazu gehört auch die der Leihspieler Leo Weinkauf (24, Hannover 96) und Federico Palacios Martinez (26, SSV Jahn Regensburg). Der MSV verabschiedete beide Spieler bislang noch nicht. Sie sollen nach Möglichkeit bleiben, was sich aufgrund der bis 2022 laufenden Verträge der Spieler bei ihren Stammvereinen allerdings als schwierig gestaltet.

Fazit: Der MSV braucht mehr Konsequenz – und muss raus aus der 3. Liga

Trotz der Ankündigung des “Ausbildungsvereins” war Lukas Daschner (22) seitdem der einzige U23-Spieler, der eine Ablösesumme einbrachte und zudem der einzige, der den Sprung in eine höhere Liga schaffte. In der abgelaufenen Saison brachte es mit Vincent Gembalies (21) zudem nur ein U23-Spieler auf mehr als die Hälfte der möglichen Einsatzminuten. Die Bilanz der Ära des “Ausbildungsvereins” ist bislang ernüchternd, wurde aber vor allem in der abgelaufenen Spielzeit auch nicht konsequent genug umgesetzt.

Die sportliche Entwicklung geht seit drei Jahren konstant bergab, wird dieser Trend nicht gestoppt, landet der MSV Duisburg in der nächsten Spielzeit in der Regionalliga. Dabei muss es das Ziel sein, die dritte Liga möglichst schnell zu verlassen – allerdings nach oben. Der finanzielle Druck in Liga drei wird von Spielzeit zu Spielzeit größer, weshalb ein Aufstieg in Liga zwei so schnell wie möglich realisiert werden muss.

Was Hoffnung macht: Der MSV ist bislang immer zurückgekommen. Egal wie aussichtslos die Situation war, beispielsweise nach dem Lizenzentzug 2013, mit Hilfe der Stadt Duisburg und seinen Fans hat der MSV es immer geschafft, wieder aufzustehen. Auch die vielen auslaufenden Verträge bilden ein Risiko, vor allem aber auch eine Chance. Nach einer derart desaströsen Saison weckt der folgende Neuanfang Hoffnung auf bessere Zeiten. Wären aus dem Kader der vergangenen Spielzeit 20 Spieler weiter an den MSV gebunden, wäre der Handlungsspielraum der Verantwortlichen geringer.

Das würde sich auch auf die Fans auswirken, die bei vielen der aktuellen Spieler sicher nicht traurig über einen Abgang sind bzw. wären. So herrscht über den Sommer große Spannung, welche Neuzugänge in Meiderich aufschlagen und wie sich der MSV neu aufstellt. Dieser Neuanfang könnte der bislang wichtigste sein – überlebenswichtig.

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