3. Liga | Packendes Aufstiegsrennen: Dresden, Rostock, 1860 oder Ingolstadt – Wer hat die Nase vorn?

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Spotlight | Lange Zeit marschierten in der 3.Liga Dynamo Dresden, Hans Rostock und der FC Ingolstadt ungestört vorne weg. Doch sie ließen Federn, während 1860 München eine furiose Aufholjagd startete. Somit spielt ein Quartett um den Aufstieg in die 2.Bundesliga.

3.Liga: Dresden und Rostock sind dem Aufstieg nahe – 1860 und Ingolstadt liegen punktgleich in Lauerstellung

Das Aufstiegsrennen in der 3.Liga befindet sich kurz vor der Entscheidung. Zwei Spieltage vor Saisonende besitzen noch vier Vereine die Möglichkeit, den Sprung in die 2.Bundesliga zu schaffen. Die beste Ausgangsposition verschaffte sich fraglos Dynamo Dresden, während auch Hansa Rostock gute Karten zu haben scheint. Keineswegs aus dem Rennen sind jedoch das als Mannschaft der Stunde fungierende 1860 München sowie der FC Ingolstadt. Klare Verhältnisse werden angesichts der Tabellenkonstellation erst nach Beendigung aller 38 Runden herrschen:

1. Dynamo Dresden   36 Spiele   69 Punkte   +27  Tore   | Aufstieg

2. Hansa Rostock       36 Spiele   67 Punkte   +18 Tore     | Aufstieg

3. 1860 München       36 Spiele   65 Punkte   +36 Tore     | Relegationsplatz

4. FC Ingolstadt         36 Spiele   65 Punkte   +10 Tore

 

Dynamo Dresden: Ein Trainerwechsel bringt die Trendwende in der 3. Liga

Die SG Dynamo Dresden nahm im vergangenen Sommer gezwungenermaßen einen großem Umbruch vor, weshalb die Startschwierigkeiten in der 3.Liga keineswegs überraschend kamen. Anschließend stabilisierte sich die laut Transfermarkt.de  nach der Zweitvertretung von Bayern München wertvollste Auswahl der Staffel. Seit dem 15. Spieltag führte sie die Tabelle an. Die direkte Rückkehr in die 2. Bundesliga wirkte nur noch wie eine Formsache.

Doch dann gerieten die Sachsen in einen Negativstrudel. Auf eine späte 0:1-Niederlage bei 1860 München folgte ein akzeptables torloses Remis im damaligen Gipfeltreffen gegen Rostock. Die folgende 0:2-Pleite gegen Schlusslicht Unterhaching ließ die vorherigen Darbietungen allerdings in einem ganz anderem Licht stehen. Die Zweifel an Trainer Markus Kauczinski (51), dessen auslaufender Vertrag ohnehin nicht verlängert worden wäre, mehrten sich. Zusätzlich musste sich Dynamo aufgrund mehrerer Corona-Fälle auch noch in Quarantäne begeben. Das erste Spiel nach der Isolation verlor die SGD sang- und klanglos mit 0:3 gegen Halle. Daraufhin musste Kauczinski sofort gehen.

3.Liga Dynamo Dresden

Photo: Imago

Alexander Schmidt (52) übernahm als Tabellenvierter – mit zwei Begegnungen in der Hinterhand. Dem vorherigen Chefcoach von Türkgücü München gelang es direkt, der Mannschaft einen mutigeren Spielstil zu verpassen. Die mit nur 29 Gegentreffern beste Defensive wurde dabei allerdings nicht vernachlässigt. Unter Schmidt entschied Dresden die Nachholpartien gegen Duisburg (1:0), durch einen spätes Tor des besten Schützen Christoph Daferner (23), sowie in Uerdingen (2:0) für sich.

Somit ging der Traditionsklub als Spitzenreiter in den 35. Spieltag, wo Keeper Kevin Broll (25) ein 0:0 gegen Verl rettete. Im Rudolf-Harbig-Stadion stellte Dynamo dann wieder seine gesamte Klasse unter Beweis. Ein souveränes 2:0 über Viktoria Köln bedeutete zum einem, dass die SGD unter Schmidt noch keinen Treffer hinnehmen musste, zum anderen rückte der Aufstieg in greifbare Nähe. Ein Sieg in den verbleibenden zwei Spielen wird definitiv ausreichen, was angesichts der aktuellen Verfassung überaus machbar ist.

 

Restprogramm:

16.05.21 Türkgücü München (H)

22.05.21 SV Wehen Wiesbaden (A)

Hansa Rostock: Kontinuität zahlt sich aus

Am 09.01.2019 wurde Jens Härtel (51) zum Cheftrainer des FC Hansa Rostock ernannt. Seitdem nahm der Verein eine konsequente Entwicklung in die positive Richtung. Schon in der vergangenen Spielzeit schnupperte die Kogge am Aufstieg, weshalb sie vor Saisonbeginn hoch gehandelt wurde. Zunächst erfüllte sie die Erwartungen. Denn nach zehn Spieltagen stand nur eine Niederlage und Platz zwei zu Buche.

Doch die ansprechenden Resultate nahmen ab. Im Dezember hagelte es in den Duellen mit Wehen Wiesbaden, Meppen und Ingolstadt drei Niederlagen am Stück. Von Tabellenplatz acht startete Hansa eine beeindruckende Serie mit 22 von 24 möglichen Punkten. Zudem erwiesen sich Winter-Transfers wie Simon Rhein (22) oder Philipp Türpitz (29) als große Hilfe. Mit Rückschlägen wusste die Mannschaft ebenfalls umzugehen. So folgte nach der ernüchternden 0:1-Niederlage bei Kellerkind Lübeck eine starke Reaktion mit vier Siegen in Folge.

3.Liga Hansa Rostock

Photo: Imago/ Fotostand Voelker

Rostock zeigte dabei oftmals keinen berauschenden Offensivfußball. Die seit dem 26.Spieltag auf Rang zwei liegenden Hansestädter schafften es aber die engen Partien – wie Siege gegen Verl und Kaiserslautern in der Nachspielzeit beweisen – auf ihre Seite zu ziehen. Unter dieser Kategorie einzuordnen war auch der Mitte April erzielte 1:0-Erfolg beim FC Bayern München II. Anschließend betonte der extrovertierte Defensivakteur Jan Löhmannsröben (30): „Wenn wir das Ding jetzt nicht ziehen, sind wir selber doof.“

Ob er der Mannschaft mit der Aussage einen Gefallen tat, ist mittlerweile durchaus fragwürdig. Der FC Hansa fuhr in den nächsten fünf Spielen nämlich nur noch einen Sieg ein. Im Ostseestadion wartet er mittlerweile seit vier Auftritten auf einen Dreier. Zuletzt gab es drei Unentschieden. Das 0:0 aus der Vorwoche gegen Zwickau fiel allerdings nicht wirklich ins Gewicht, da die Konkurrenz ebenfalls patzte. Somit langen dem Klub aus Mecklenburg-Vorpommern zwei Siege über wohl schon feststehende Absteiger zur seit neun Jahren ersehnten Rückkehr in die 2.Bundesliga.

Restprogramm:

15.05.21 SpVgg Unterhaching (A)

22.05.21 VfB Lübeck (H)

 

1860 München: Endet der Lauf im Aufstieg ?

Michael Köllner (51) trat im November 2019 das schwere Erbe von Vereinsikone Daniel Bierofka (42) an. Die Zusammenarbeit entwickelte sich schnell zu einer Erfolgsgeschichte. Der Chefcoach fand sich bei den Löwen direkt zurecht. Die letzte Saison endete auf einem ordentlichen achten Platz. Köllner, der trotz der geringen finanziellen Möglichkeiten immer mit einem Auge auf den Aufstieg schielte, formte eine spielstarke Mannschaft.

Von Beginn des Spieljahres an rief sie ihre Qualitäten ab. 1860 München – das ist gleichbedeutend mit fulminanter Offensive. Mit 66 Treffern stellt der Traditionsverein den mit Abstand besten Angriff der Liga. Oldie Sascha Mölders (36) steuerte fast ein Drittel dazu bei. Allerdings ließen die Resultate nach starkem Saisonstart nach. Auch ein starker Winter konnte den Rückstand auf die Spitze nicht ausgleichen, weil die Löwen immer wieder Ausrutscher einbauten. Anfang März betrug der Abstand zum Relegationsplatz bereits neun Zähler. Dann begab sich 1860 auf die Reise in ein packendes Finish.

1860 München Sascha Mölders

Sascha Mölders Photo: Imago

24 Punkte sammelten die Münchener in den nächsten zehn Partien. Die Initialzündung erfolgte im Heimspiel gegen Tabellenführer Dresden, als Philipp Steinhart (28) fünf Minuten vor dem Ende zum Sieg einnetzte. Danach eilte die Mannschaft – mit einem kleinen Schönheitsfehler – von Sieg zu Sieg. Belohnt wurde die Erfolgsserie mit dem Sprung auf Platz drei. Am vergangenen Wochenende hätte 1860 die Leiter noch eine Stufe weiter nach oben klettern können. Den Rostocker Patzer vermochte es allerdings nicht zu nutzen. 1:1 hieß es nach zwischenzeitlichem Rückstand beim SV Wehen Wiesbaden.

Die Stimmung ist an der Grünwald Straße dennoch prächtig. Denn die Formkurve spricht für die Köllner-Truppe, obwohl noch zwei höchst schwierige Aufgaben warten. Das Derby gegen die ungeliebte sowie abstiegsgefährdete zweite Mannschaft des FC Bayern steht unter besonderen Vorzeichen. Der verhasste Stadtrivale denkt aufgrund der prekären Lage über den Einsatz von Profis aus der Bundesliga-Mannschaft nach. Die Motivation der 60er würde sich dadurch wohl nochmals erhöhen.

Restprogramm:

16.05.21 FC Bayern München II (H)

22.05.21 FC Ingolstadt (A)

 

FC Ingolstadt: Auf dem Weg zum Relegationshattrick

Der FC Ingolstadt erlebte in den vergangenen zwei Spielzeiten jeweils ein äußerst bitteres Saisonende, das eng mit der Relegation verbunden war. 2019 stiegen die Schanzer im Duell mit dem SV Wehen Wiesbaden aufgrund der Auswärtstorregel aus der 2.Bundesliga ab. Der Wiederaufstieg schien mehrfach greifbar. Am letzten Spieltag sorgte ein Last-Minute-Tor der Würzburger Kickers für eine weitere Teilnahme an der Relegation. Dort lag der FCI bis zur 96.Minute des Rückspiels in Front, ehe der 1.FC Nürnberg traf und ihn ins Tal der Tränen schickte.

Selbstverständlich zählte die Mannschaft von Thomas Oral (48) auch in dieser Spielzeit zu den Favoriten. Nach holprigem Saisonstart bestätigte sie ihren Status. Mit konstanten Leistungen sowie Resultaten setzte sich Ingolstadt im Aufstiegsrennen fest. Nie blieb es bei zwei Begegnungen am Stück ohne Sieg, was vor allem mit der enormen Heimstärke zusammenhing. 41 der 65 Punkte wurden im Audi-Sportpark ergattert.

3.Liga FC Ingolstadt

Photo: Imago

Auf fremden Platz stellte der FCI jedoch nur Mittelmaß dar. Dennoch hielt er sich zwischen dem 15. und 34.Spieltag durchgängig unter den Top-Drei auf. Doch mit Beginn des Aprils gerieten die Schanzer in einen Negativstrudel, der mit einer 0:2-Niederlage in Magdeburg begann. Es folgten drei wenig begeisternde Unentschieden gegen Abstiegskandidaten. Der glückliche 3:2-Erfolg über Zwickau konnte die Reihe an mäßigen Vorstellungen kaum übertünchen, da anschließend wieder zwei Remis und der Fall auf den vierten Platz folgten.

In die Kritik geriet Trainer Oral, dessen Ansatz auf einer kompakten Defensive beruht. Seiner Auswahl holte 13 ihrer 19 Saisonsiege mit einem Tor Unterschied und weist das schwächste Torverhältnis in der Spitze auf. Im eigenen Ballbesitz entwickelten die Schanzer zuletzt nur sehr spärlich Ideen. Die Probleme werden auch in den verbleibenden zwei Partien kaum abzustellen sein. Daher muss die effektive Spielweise zurückkehren – insbesondere im Showdown mit 1860 München, der das Relegationstriple eintüten könnte.

Restprogramm:

15.05.21 MSV Duisburg (A)

22.05.21 1860 München (H)

 

Prognose:

Dynamo Dresden wird sich den Aufstieg aus der 3.Liga nicht mehr nehmen lassen und schon am vorletzten Spieltag mit einem Heimsieg über Türkgücü München Klarheit herstellen. Hansa Rostock wird gleichermaßen seine hervorragende Ausgangsposition veredeln und die zwei vermeintlich dankbaren Aufgaben meistern. Die Entscheidung um die Teilnahme an der Relegation wird erst im direkten Duell fallen, wobei die Form derzeit eindeutig für das euphorisierte 1860 München spricht.

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(Photo: Imago)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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