Der FC Bayern schien bereits enteilt, doch nach zwei Ausrutschern träumt auch der BVB wieder von der Meisterschaft.
Nachdem der Rekordmeister erst beim 1:2 gegen Augsburg und eine Woche später beim 1:1 in Hamburg Federn ließ, ist der Vorsprung auf Borussia Dortmund auf sechs Punkte gesunken. Auch wenn das Polster weiterhin groß ist, meldete Nico Schlotterbeck nach dem Sieg gegen Heidenheim Ambitionen an. „Man muss auch mal den Anspruch haben, als BVB den Fans zu sagen, wir wollen Meister werden“, wurde der Innenverteidiger deutlich und sorgte damit nicht gerade für Begeisterung bei den Vereinsbossen.
„Der Fokus liegt darauf, Punkte zu sammeln und die Verfolger auf Abstand zu halten“, hielt sich Trainer Niko Kovac nach dem mühsamen 3:2 gegen den Tabellenletzten bedeckt. Der Coach ist trotz der guten Punkteausbeute in der Liga nicht frei von Kritik, gerade sein pragmatischer Spielstil und die schwachen Auftritte in der Königsklasse stoßen einigen BVB-Fans vor den Kopf.
„Erfüllt Erwartungen sehr gut“ – Kovac hat einen prominenten Fürsprecher
Dennoch schafft es der Kroate bisher, die Spannung und die Stimmung im Kader der Schwarz-Gelben hoch zu halten. Dafür baut der Ex-Profi laut Sport Bild im Training auf eine bewährte Motivationsmethode. Die Spieler können bei den Einheiten Punkte sammeln, der Monatssieger bekommt einen zusätzlichen freien Tag. Damit will Kovac dem entgegenwirken, dass die Spieler im Training schleifen lassen. Wie wenig das dem ehemaligen Bayern-Coach gefällt, musste vor knapp einem Jahr Jamie Gittens erleben, der mit schlechten Trainingsleistungen auffiel und nach dem Trainerwechsel von Nuri Sahin zu Kovac seinen Stammplatz verlor.
Dazu kommt, dass beim BVB unter Kovac ein enormer Fokus auf die Fitness der Spieler herrscht. Das fiel schon in der Rückrunde der vergangenen Saison auf, als man es mit einem grandiosen Schlussspurt doch noch in die Champions League schaffte. In der laufenden Spielzeit knüpfen die Schwarz-Gelben daran an und überlassen beim Thema Fitness nichts dem Zufall. Gleich fünf Laktattests müssen sich die Akteure im Saisonverlauf unterziehen.

Auch wenn die Kritik an Kovac nicht leiser wird. Mit dem früheren BVB-Trainer Ottmar Hitzfeld hat der 54-Jährige einen prominenten Fürsprecher. „Niko erfüllt die Erwartungen beim BVB aus meiner Trainersicht sehr gut. Er hat das Team wieder stabilisiert und in die Spur gebracht“, lobte das Bundesliga-Urgestein. Sogar in die Spur in Richtung Meisterschaft?

