Daley Blind und der FC Bayern: Auf allen Ebenen durchdacht

Blind
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Der FC Bayern verpflichtet den niederländischen Nationalspieler Daley Blind. Damit reagiert der Rekordmeister auf den Ausfall von Lucas Hernandez, der sich bei der Weltmeisterschaft einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Die Neuverpflichtung kommt überraschend, durchdacht ist sie trotzdem. 

Daley Blind unterschreibt beim FC Bayern

Nach der Verletzung von Lucas Hernandez (26), der sich bei der WM 2022 einen Kreuzbandriss zuzog, sprachen die Verantwortlichen des FC Bayern der Defensive des Rekordmeisters ihr Vertrauen aus. Wenige Wochen nach dem Turnier in Katar ist nun aber doch ein Neuzugang in trockenen Tüchern. Daley Blind (32) hat in München unterschrieben. Er spielte das Turnier für die Niederlande, war zuletzt nach seiner Vertragsauflösung vereinslos.

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Ausgebildet wurde der Defensivspieler bei Ajax, später wurde er zu Groningen verliehen. Von 2010 bis 2014 spielte er für die Ajax-Profis, anschließend vier Jahre für Manchester United, ehe er zu seinem Jugendklub zurückkehrte. 99 Länderspiele absolvierte der Spieler zudem für die Niederlande. „Ich kann es kaum erwarten, hier zu spielen. Uns steht nun der wichtigste Teil der Saison bevor, in dem es um die Titel geht – und ein Verein wie der FC Bayern kann jede Trophäe gewinnen. Der Hunger nach Titeln hier im Club war ausschlaggebend für meine Entscheidung“, so der Neuzugang in der Pressemitteilung. 

Blind-Verpflichtung: Überraschend, aber auch nicht

Die Verpflichtung von Daley Blind erscheint im ersten Moment überraschend, aber auch nur, weil sie sich nicht andeutete. Wie aus dem Nichts berichteten mehrere Medien am Donnerstagvormittag übereinstimmend, dass es den Niederländer nach München zieht. Schnell wird klar, dass er die ideale Ergänzung für die Rekordmeister sein kann. Sein Skillset beinhaltet einen guten Spielaufbau, was für ein Team, das dominanten Ballbesitzfußball spielen wird, von Vorteil ist.

Blind FC Bayern

(Photo by Catherine Ivill/Getty Images)

Außerdem spricht die Erfahrung für den Niederländer. Er ist 32 Jahre alt, körperlich fit und dürfte auch keine Sprachbarriere mitbringen. Außerdem stehen beim Rekordmeister gleich mehrere Ex-Profis von Ajax im Aufgebot, namentlich Matthijs de Ligt (23), Noussair Mazraoui (25) und Ryan Gravenberch (20). Da der Vertrag zudem zunächst bis zum Saisonende läuft, das Grundgehalt niedrig ist und weitere Zahlungen erfolgsabhängig sind, geht der Rekordmeister absolut kein Risiko. 

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FC Bayern und Blind: Beide profitieren

Den Niederländer als Notlösung zu bezeichnen, würde ihm und seiner Qualität nicht gerecht werden. Zweifelsohne fehlt es ihm an Tempo, er ist kein Sprinter, aber das lässt sich gegen viele Gegner kaschieren. Das Spielverständnis des Neuzugangs ist enorm ausgeprägt, vor allem der Spielaufbau sticht wie erwähnt hervor. Dass er darüber hinaus noch genau die Positionen abdeckt, die auch Lucas Hernandez spielen kann, also die linke Seite in der Abwehr und das Abwehrzentrum, sprechen umso mehr für ihn. Benjamin Pavard, Noussair Mazraoui und Josip Stanisic können rechts spielen, Dayot Upamecano, Benjamin Pavard, Matthijs de Ligt und Daley Blind innen und Alphonso Davies, Noussair Mazraoui, Daley Blind und auch Josip Stanisic links. So geht eine möglichst breite Besetzung in der Abwehr. (Update hierzu: Mazraoui fällt Medienberichten zufolge aufgrund einer Herzbeutelentzündung wochenlang aus)

Ein Faktor, der nicht unterschätzt werden darf: Der 32-Jährige ist kein Emporkömmling, sondern dürfte von Anfang an von der Mannschaft akzeptiert werden. Da er aufgrund seines Status und der kurzen Vertragslaufzeit aber auch keine Ansprüche an einen Stammplatz stellen wird, dürfte es nicht zur Unruhe innerhalb des Teams kommen. Außerdem gibt es genügend Spiele, damit jeder auf seine Spielzeit kommt, schließlich geht es in der Bundesliga schon direkt mit einer englischen Woche los.

Auch für den Spieler selbst ist der Wechsel positiv zu bewerten. Er sammelt noch einmal Erfahrungen bei eine großen Klub, kann auch noch Titel gewinnen und vor allem sich selbst beweisen, dass er noch auf höchstem Niveau spielen kann. Gute Arbeit leisteten in diesem Zusammenhang auch die Verantwortlichen des FC Bayern, die den Deal festgezurrt haben, ohne dass es vorher jedwede Informationen in den Medien gab. Erst am Tag des Medizinchecks tauchten die ersten Meldungen auf. Für eine derart prominente und vermutlich auch smarte Lösung ist das ungewöhnlich. Es sieht also alles danach aus, als wäre dieser Deal auf allen Ebenen sinnvoll.

(Photo by Laurence Griffiths/Getty Images)

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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