Bundesliga | Müller und Nkunku überzeugen, die Defensiven weniger: Bayerns Sieg gegen Leipzig in der Einzelkritik

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Spotlight | Am Samstagabend trafen im Topspiel Bayern München und RB Leipzig aufeinander. In einem unterhaltsamen Schlagabtausch behielten die Münchner am Ende die Oberhand.

Das Topspiel des 21. Bundesliga-Spieltag bot größtenteils gute Unterhaltung. Sowohl der FC Bayern, als auch RB Leipzig praktizierten ein hohes Pressing, was dazu führte, dass die eigene Defensive bisweilen eine untergeordnete Rolle einnnahm.



 

Am Ende blieben die drei Punkte in München, der Rekordmeister leistete sich in Summe weniger Patzer. Leipzig dürfte mit dem eigenen Auftritt nicht gänzlich unzufrieden sein, musste aber aufgrund einiger Unkonzentriertheiten eine verdiente Niederlage hinnehmen. Die Einzelkritik zum Duell.

Noten wie in der Schule:

FC Bayern: Müller gewohnt zuverlässig, Tolisso mit Licht und Schatten

Manuel Neuer: Seine fünf Paraden sind Saisonbestwert, dazu zog er mit seinem 310. Bundesliga-Sieg mit Oliver Kahn gleich. Vor der Pause vehinderte er mehrmals den Leipziger Ausgleich herausragend, war auch in Minute 83 zur Stelle, als Emil Forsberg frei im Strafraum wuchtig abschließen durfte. Tadelloser Auftritt, für Neuer allerdings inzwischen ein normaler Tag im Büro. Note: 2,0

Lucas Hernandez (bis 73.): Gewohnt abgezockt, antizipierte und verhinderte einige aussichtsreiche Leipziger Konterchancen im Ansatz, hob allerdings vor dem 2:2 durch Christopher Nkunku das Abseits auf. Musste gelb vorverwarnt in Minute 73 für Dayot Upamecano weichen. Note: 2,5

Niklas Süle: Für ihn gilt dasselbe wie für Lucas Hernández. Im Verbund mit Manuel Neuer verhinderte er das 3:3 durch Emil Forsberg. Ließ sich  – wie die gesamte Münchener Defensive – einige Male jedoch zu einfach überspielen. Note: 3,0.

Benjamin Pavard: Ist nach einer schwierigen Saison 2020/21 wieder der Spieler, für den die Münchener seinerzeit 35 Millionen nach Stuttgart überwiesen. Überzeugte nicht nur auf seiner gewohnten rechten Seite, sondern nach der Einwechslung von Dayot Upamecano auch links. Wie die gesamte Verteidigung schien auch er verunsichert, wenn Leipzig ins Tempo kam. Note: 3,0

Corentin Tolisso (bis 63.): Tor in Köln, Tor in Berlin, gegen Leipzig mit gelungenem Pressing das 1:0 vorbereitet und den Pre-Assist zum 2:1 gegeben. Tolissos Formanstieg ist nicht zu bestreiten. Seine beiden Ballverluste vor den Leipziger Treffern sind es allerdings auch nicht. Musste nach gut einer Stunde für Jamal Musiala Platz machen. Note: 3,5.

Joshua Kimmich: Nicht ganz so dominant, wie noch in Berlin, aber immer anspielbar. Nahm mit seiner Ballsicherheit und Kreativität mehrmals die Luft aus dem RB-Pressing und leitete nach gut einer Stunde eine Topchance ein, die Robert Lewandowski nicht zu nutzen wusste. Stabiler Auftritt. Note: 2,5.

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Photo by MICHAELA REHLE/AFP via Getty Images

Kingsley Coman (bis 85.): In Abwesenheit von Alphonso Davies als wingback unterwegs. Sammelte auf dieser Position schon in Berlin einen Assist ein. Heute legte er mit einer perfekten Flanke Robert Lewandowski das 2:1 auf, traf schon zuvor den Pfosten. Auch defensiv ohne größere Unzulänglichkeiten. Note: 2,5

Leroy Sané: RB machte ihm das Leben im Mittelfeld nicht leicht. Durch seine Schnelligkeit, Wendigkeit und enge Ballführung wusste er sich dennoch immer wieder zu befreien. Als er sich die Räume zwischen den Linien erarbeitete, ließ es Sané jedoch zu oft an der entscheidenden Konsequenz vermissen. Zuspiele, die zu Großchancen hätten führen können, waren zu ungenau. Zudem spielte er Tolisso einmal zu scharf an, was Leipzig zum 1:1 nutzte. Gegen Ende der Partie verbessert, ein Tor war diesmal jedoch nicht drin. Note: 3,0.

Serge Gnabry: Erzwang in Minute 58 den Siegtreffer. Sein elftes Saisontor wurde ihm jedoch nicht gutgeschrieben. Auch er befindet sich wie Pavard nach einer schweren Vorsaison im Aufwind. Gegen Leipzig als rechter wingback mit einigen guten Flanken, eine davon köpfte Müller zum vermeintlichen 2:1 ein. Zudem leitete er die Großchance von Lewandowski mit einem gelungenen Zuspiel ein. Muss allerdings im Abschluss noch einen Tick geradliniger und zielstrebiger werden. Note: 2,5.

Thomas Müller (bis 84.): Wenn man sich in engen Bayern-Spielen auf etwas verlassen kann, dann darauf, dass irgendwann Thomas Müller zur Stelle ist. So auch gegen Leipzig. Spekulierte vor dem 1:0 auf den Abpraller und versenkte problemlos. Nach 36 Minuten mit dem vermeintlichen 2:1. Ansonsten im Zusammenspiel mit Lewandowski ein ständiger Unruheherd. Note: 2,0.

Robert Lewandowski: Eigentlich war es nicht die Partie des Robert Lewandowski. Die Leipziger Defensive hatte ihn weitestgehend im Griff. Das Markenzeichen von großen Stürmern ist es jedoch, trotzdem auf die Anzeigetafel zu kommen. Das tat Lewandowski. Und er hätte es noch öfter tun können, beziehungsweise müssen. Verpasste eine intelligente Müller-Flanke mit der Fußspitze nur knapp. Auch bei seinem Versuch nach gut einer Stunde fehlte nicht viel. Note: 3,0.

Auswechslungen des FC Bayern

Jamal Musiala (ab 63.): Kam für Corentin Tolisso ins Spiel und half mit seiner Ballsicherheit, das knappe Ergebnis über die Zeit zu bringen. Mit der letzten Aktion legte er Sané nochmal eine gute Chance auf, die allerdings versandete. Note: 3,0.

Dayot Upamecano (ab 73.): Nach dem Sieg in Berlin noch von Julian Nagelsmann für seinen Patzer persönlich in die Pflicht genommen worden, hatte Upamecano auch gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber einige leichtsinnige Momente. Verlor in der Vorwärtsbewegung den Ball, sodass Emil Forsberg zur Großchance kam. Will er die kommenden großen Partien nicht ebenfalls von der Bank aus verfolgen, muss er solche Fehler schnellstmöglich abstellen. Note: 3,5.

Marcel Sabitzer (ab 84.): Ersetzte in den letzten Minuten Thomas Müller. Größtenteils unspektakuläres Cameo, wenngleich er mithalf, die letzte Chance durch Leroy Sané einzuleiten. Note: 3,0.

Tanguy Nianzou (ab 85.): Kam für Kingsley Coman ins Spiel und ließ sich defensiv nichts mehr zu Schulden kommen. Solider Kurzauftritt. Note: 3,0.

Victor Catalina

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RB Leipzig: Schwarzer Tag für Kampl und Gulacsi, Nkunku glänzt

Peter Gulacsi: Wenn man an einem Abend 3 Tore kassiert, wird man als Torhüter mit seiner eigenen Leistung nicht unbedingt zufrieden sein. Vor dem 1:0 konnte der Schlussmann den Abschluss von Lewandowski nur noch vor die Füße von Müller prallen lassen, vor dem 3:2 leitete sein Fehlpass die Situation ein. Um in München etwas zu holen, braucht es einen besseren Auftritt. Note: 4

Josko Gvardiol: Nicht immer konzentriert genug für eine Partie gegen einen hochklassigen Gegner. Der junge Verteidiger hatte in Halbzeit eins noch Glück, dass ihn Lewandowski direkt nach einem Fehlpass foulte und das, daraus resultierende, Tor von Müller im Anschluss zurückgenommen wurde. Beim 3:2 kam dann doch das Pech ins Spiel, er fälschte die Hereingebe von Gnabry ins eigene Tor ab. Drei Ballgewinne sind zumindest positiv zu bewerten. Note: 3

Willi Orban: Sein Fehlpass leitete das 1:0 ein, ansonsten zeigte Orban in der Innenverteidigung aber ein ordentliches Spiel. Zwei geblockte Abschlüsse und eine starke Zweikampfquote unterstreichen den konzentrierten Auftritt des Defensivmannes nach seinem Aussetzer zu Beginn der Partie. Allerdings konnte er auch keine wirklichen positiven Akzente mehr setzen.    Note: 3,5

Lukas Klostermann: Ein sehr unauffälliger Auftritt des Innenverteidigers. Klostermann leistete sich im Gegensatz zu seinen Nebenmännern keine großen Ausrutscher, war aber auch auf seiner halbrechten Position kaum in die Partie eingebunden. Alles in allem ein Auftritt, über den man nicht mehr allzu lange sprechen wird. Note: 3

Angelino: Kaum in das Spiel der Leipziger eingebunden. Auf der linken Außenposition konnte der Spanier weder große Offensiv-Akzente setzen, noch in der Defensive den spielfreudigen Sané komplett aus dem Spiel nehmen. Ein sehr blasser Auftritt von Angelino gegen seinen Ex-Trainer, mit dem er ja eigentlich noch eine Rechnung offen hatte. Note: 4

Nordi Mukiele (Bis zur 72. Minute): Verteidigte auf seiner Abwehrseite mit viel Intensität und konnte so einige Duelle für sich entscheiden. Wenn die Leipziger mal ihre Außen ins Spiel brachten, war es meist die Seite von Mukiele. Doch das hohe Aufrücken rächte sich, beim 2:1 der Münchner entwischte Coman im Rücken des Franzosen. Note: 3

Konrad Laimer (Bis zur 60. Minute): Der deutlich auffälligere Spieler im zentralen Mittelfeld der Leipziger. Nicht jede Aktion wollte gelingen, doch gerade in den Umschaltmomenten konnte man sich auf Laimer verlassen. Sein missglückter Abschluss wurde zum Assistenten für Silvas 1:1 und nach Balleroberung schickte er Nkunku punktgenau zum 2:2 in den Strafraum der Münchner. Ein wirklich guter Auftritt. Note: 2

Kevin Kampl (Bis zur 45. Minute): Ein schwarzer Tag für den Mittelfeldmann. Kein gewonnener Zweikampf, fünf Ballverluste und ein Fehler der letztendlich zum 2:1 führte. Nach nur 45 Minuten war für Kampl der Abend beendet und er musste den Platz für Dominik Szoboslai verlassen. Note: 5

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Christopher Nkunku: In der Arbeit gegen den Ball immer bemüht, mit dem Ball konnte der Franzose dann erneut brillieren. Neben erfolgreichen Dribblings initierte Nkunku das 1:1 für die Leipziger und erzielte das 2:2 dann selber. Der wichtigste Mann auf Seiten RBs in diesem Topspiel. Note: 2

Dani Olmo (Bis zur 60. Minute): Gerade zu Beginn der Partie war Olmo an mehreren, guten Situationen beteiligt. Doch seine Abschlüsse wurden jeweils von Manuel Neuer entschärft, ein wirklich effektiver Spieler ist der Spanier vor dem Tor des Gegners weiterhin nicht. Nach ordentlichem Start verblasste die Leistung des Angreifers mehr und mehr, die Auswechslung war folgerichtig. Note: 3,5

Andre Silva (Bis zur 80.Spielminute): Die Rolle des Portugiesen in diesem Spiel war nicht unbedingt die dankbarste. Der Stürmer versuchte viel, lief fleißig an und ließ sich auch mal fallen, um am Spiel teilzunehmen. Belohnt wurde sein Eifer, als er das 1:1 in Stürmer-Manier erzielen konnte und nach Laimers schwachem Abschluss goldrichtig stand. Gegen Ende der Partie wirkte er erschöpft, seine Auswechslung war verständlich. Note: 3

Auswechslungen von RB Leipzig

Dominik Szoboszlai (Ab der 45. Minute): Mit seiner Einwechslung wollte Tedesco die Offensive seiner Mannschaft erneut beleben, doch der Ungar war selten im Fokus. Sein Nebenmann Nkunku war deutlich häufiger in das Spiel eingebunden, erst in der 72. Minute konnte Szoboszlai mit einem ordentlichen Volley-Abschluss auf sich aufmerksam machen. Ein eher schwacher Auftritt. Note: 4

Amadou Haidara (Ab der 60. Minute): Kam für Laimer ins Spiel, konnte nicht mehr an die auffällige Leistung seines Vorgängers anschließen. Ohne Bewertung

Emil Forsberg (Ab der 60. Minute): Ersetzte Dani Olmo und konnte keine wirklichen Akzente mehr setzen. In der Schlussviertelstunde scheiterte er mit einem Volley an Neuer, ansonsten brachte seine Einwechslung nicht den gewünschten Schwung. Ohne Bewertung

Benjamin Henrichs (Ab der 72. Minute): Holte sich direkt nach seiner Einwechslung eine gelbe Karte im Zweikampf mit Coman ab. Wirkte etwas übermotiviert und rückte mehrfach zu schnell und unbedacht aus der Abwehrreihe nach vorne. Ohne Bewertung

Yussuf Poulsen (Ab der 80. Minute): Ersetzte Andre Silva, konnte die Niederlage aber nicht mehr abwenden, trug nicht mehr viel zur Partie bei. Ohne Bewertung.

Julius Eid

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Julius Eid

Seit 2018 bei 90PLUS, seit Riquelme Fußballfan. Gerade die emotionale Seite des Sports und Fan-Themen sind Julius‘ Steckenpferd. Alleine deshalb gilt: Klopp vor Guardiola.

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