Die Bundesliga ist aus der Winterpause zurück! Wir werfen einen Blick auf die potenziellen Senkrechtstarter der Rückrunde.
Schon in der ersten Hälfte der Saison ging der Stern von einigen Youngsters so richtig auf. Gerade beim DFB wird man mit Freude beobachtet haben, wie sich Bayern-Juwel Lennart Karl, Leipzigs Assan Ouedraogo und Köln-Dribbler Said El Mala im Fußball-Oberhaus etabliert haben. Auch andere Talente wie Can Uzun (Eintracht Frankfurt), Yan Diomande (RB Leipzig) und Bazoumana Toure (Hoffenheim) haben sich in den letzten Monaten einen Namen gemacht und sind allesamt mittlerweile Nationalspieler.
Bevor der Ball am Freitagabend wieder rollt, nehmen wir fünf Talente unter die Lupe, denen im zweiten Saisonabschnitt der große Durchbruch zuzutrauen ist.
Jeanuel Belocian, 20 Jahre, Bayer 04 Leverkusen
Schon seit Sommer 2024 zählt Jeanuel Belocian zum Kader von Bayer 04 Leverkusen und doch ist der junge Franzose in dieser Saison wie ein Neuzugang. Eine Sprunggelenksverletzung und ein Kreuzbandriss kosteten den Verteidiger fast die gesamte Spielzeit 2024/2025, nur fünf Einsätze konnte er in der Bundesliga sammeln.
Diese Bilanz hat der 20-Jährige in der laufenden Saison bereits übertroffen. Sieben Einsätze stehen nach 15 Spieltagen zu Buche, die meisten davon als Part der Dreierkette. Doch auch als linker Schienenspieler kann Belocian auflaufen und so Schlüsselspieler Alejandro Grimaldo entlasten. Zuletzt setzte Trainer Kasper Hjulmand den athletischen Youngster im Top-Spiel gegen RB Leipzig über die vollen 90 Minuten ein. In der Rückrunde dürfte der U21-Nationalspieler aus der renommierten Rennes-Jugend noch weitaus häufiger in der Startaufstellung der Werkself zu finden sein.

Kacper Potulski, 18 Jahre, FSV Mainz 05
Ein weiterer vielversprechender Innenverteidiger, der vor dem Durchbruch steht, steckt mitten im Abstiegskampf. Kacper Potulski gilt mit seinen 18 Jahren als vielversprechendstes Talent von Mainz 05 und könnte im Tabellenkeller eine wichtige Rolle spielen. Bisher kam der polnische U21-Nationalspieler zwar erst dreimal in der Bundesliga zum Einsatz, konnte dabei aber bereits überzeugen.
Sein Debüt ging beim 0:4 in Freiburg zwar gehörig in die Hose, zwei Wochen später trug er mit einem Tor und einer starken Leistung jedoch maßgeblich zum Punktgewinn bei Tabellenführer Bayern bei. Auch beim folgenden 0:0 gegen den FC St. Pauli stand Potulski von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz.
Der neue Trainer Urs Fischer scheint dem Youngster voll zu vertrauen und dürfte daher auch in der Rückrunde auf Potulski setzen. Für den Klassenerhalt bedarf es einer beachtlichen Aufholjagd, sollte diese gelingen, könnte Potulski bereits wichtige Erfahrungen für seine weitere Karriere sammeln.
Conrad Harder, 20 Jahre, RB Leizpig
24 Millionen Euro legte RB Leipzig im Sommer für Conrad Harder von Sporting hin, der Däne konnte bisher jedoch noch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das soll sich nach der Winterpause ändern. Schon in den letzten Wochen vor dem Jahreswechsel deutete der bullige Stürmer an, dass die Phase der Eingewöhnung vorbei ist.
Fünfmal in Folge stand Harder zuletzt in der Startelf von Trainer Ole Werner und bewies insbesondere beim 6:0 gegen Eintracht Frankfurt, was in ihm steckt. Bisher ist sein Treffer gegen die SGE sein einziges Tor für Leipzig, das soll sich jedoch schleunigst ändern. Mit Zulieferern wie Yan Diomande, Christoph Baumgartner oder Assan Ouedraogo wird der dänische Mittelstürmer als Stammspieler in der zweiten Saisonhälfte häufig in Abschlusssituationen kommen und kann dann nachweisen, wieso RB vor einigen Monaten so tief für ihn in die Tasche gegriffen hat.
Chema Andres, 20 Jahre, VfB Stuttgart
Für gerade einmal drei Millionen Euro lotste der VfB Stuttgart im Sommer Chema Andres in die Bundesliga. Der Spanier kam aus dem Nachwuchs von Real Madrid und gilt als großes Talent im defensiven Mittelfeld. Wieviel die Königlichen von ihrem Eigengewächs halten, beweisen die Transfermodalitäten. Real ließ sich sowohl eine Rückkaufoption als auch eine Weiterverkaufsbeteiligung zusichern.

In der Hinrunde deutete Chema sein enormes Potenzial bereits mehrmals an. Sieben Mal durfte er in der Bundesliga von Beginn an ran, drei Spiele absolvierte er als Joker. Schon beim Debüt gegen Borussia Mönchengladbach erzielte er sein erstes Tor für den VfB. Auch wenn bisher kein weiteres dazu kam, sind die Qualitäten des 20-Jährigen nicht zu übersehen. Der spanische U21-Nationalspieler besticht durch Spielintelligenz, Ruhe am Ball und eine grandiose Übersicht, sein Spielstil erinnert an den großen Sergio Busquets.
Von der Karriere der Barca-Ikone ist der junge Stuttgarter natürlich noch weit entfernt. Der nächste Entwicklungsschritt muss sein, sich für die Schwaben unverzichtbar zu machen. Das ist bei Konkurrenten wie Angelo Stiller und Atakan Karazor zwar schwer genug, dem ehemaligen Madrilenen aber allemal zeitnah zuzutrauen.
Cole Campbell, 19 Jahre, TSG Hoffenheim
Ein Spieler, der sich durch einen Winterwechsel einen Karriereschub erhofft, ist Cole Campbell. Der 19-Jährige wurde von Borussia Dortmund an die TSG Hoffenheim verliehen und will sich im Kraichgau auf Profiniveau durchsetzen. Beim BVB kam er in der laufenden Saison nur auf eine Einwechslung, zu wenig für die Ansprüche des US-Amerikaners.
Campbell sei unzufrieden gewesen, erklärte BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl, wieso man das Top-Talent hat ziehen lassen. Zwar steht der Offensivspieler noch bis 2028 bei den Schwarz-Gelben unter Vertrag, allerdings besitzt die TSG Hoffenheim eine Kaufoption. Beim Tabellenfünften wird der Youngster wohl vor allem mit Tim Lemperle auf dem rechten Flügel um Spielzeit konkurrieren.
Schlägt der technisch hochveranlagte Campbell ein, hat die TSG dank der Option alle Trümpfe in der Hand. An Motivation dürfte es dem 19-Jährigen dabei nicht mangeln: Im Sommer steht die WM in der Heimat an, ein Ziel, dass der US-Amerikaner (keine Länderspiele bisher) noch nicht abgeschrieben hat.

