Bundesliga | 45 Minuten Dominanz, 45 Minuten Zittern: FC Bayern gegen Dortmund zum zehnten Mal in Folge Meister!

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News | Erster gegen Zweiter, Rot-Weiß gegen Schwarzgelb, „Mia San Mia“ gegen „Echte Liebe“! Am Samstagabend empfing der FC Bayern Borussia Dortmund zum Topspiel des 31. Bundesliga-Spieltags! Nach 90 Minuten stand ein 3:1 für die Münchener – und die zehnte Meisterschaft in Folge!

Gnabry und Lewandowski bringen dominante Bayern zur Pause auf Meisterkurs

Für beide war es das letzte große Highlight einer – vor allem in den Pokalwettbewerben – enttäuschenden Saison. Den FC Bayern erwischte es erst vergangene Woche im Viertelfinale gegen Villarreal (0:1, 1:1). Die Dortmunder schieden nach einem 1:3 bei Sporting bereits in der Gruppenphase der Champions League aus und verabschiedeten sich gegen die Rangers sang- und klanglos auch aus den Playoffs der Europa League (2:4, 2:2).

 



 

Ihre Generalprobe zum Topspiel konnten beide Mannschaften erfolgreich gestalten. Nach einer berauschenden ersten Hälfte, inklusive Debüttreffer von Tom Rothe feierte der BVB ein 6:1 (5:0) über den VfL Wolfsburg. Einen Tag später fuhr der FC Bayern ein klares, wenn nicht gänzlich überzeugendes 3:0 (2:0) in Bielefeld ein. In diesem Spiel allerdings konnten sie – gegen den Erzrivalen – die zehnte Meisterschaft am Stück klarmachen.

Aufstellungstechnisch rotierte Julian Nagelsmann zweimal: Lucas Hernández und Kingsley Coman begannen für Tanguy Nianzou sowie Marcel Sabitzer, die beide vorerst auf der Bank Platz nahmen. Drei Wechsel nahm Marco Rose vor: Marwin Hitz für Gregor Kobel (Bänderverletzung) und Raphaël Guerreiro sowie Reinier Jesus für Axel Witsel (Infekt) und Tom Rothe, der sich ebenfalls auf der Bank wiederfand.

Im zweiten Versuch zum 2:0, Lewandowski mit nächstem Rekord – FC Bayern gegen Dortmund souverän

Die Dortmunder begannen mutig, gingen in den ersten Minuten gegen träge Bayern durchaus auf Pressing und Ballbesitz, ließen den Rekordmeister kaum in Ruhe aufbauen. Es dauerte eine Viertelstunde, bis die Münchener ihre erste Torchance verzeichnen konnten. Leon Goretzka suchte den rechts startenden Serge Gnabry, Guerreiro klärte zum Eckball. Den brachte Joshua Kimmich an den zweiten Pfosten. Dort legte Goretzka per Kopf mit Übersicht zurück zu Gnabry, der die Kugel nochmal auf dem Oberschenkel abtropfen ließ und anschließend volley ins linke Eck vollendete. Traumtor!

Dieser Treffer gab den Münchenern sichtlich Auftrieb. Dortmund konnte nicht mehr an die vielversprechende Anfangsphase anknüpfen. Trotzdem kamen sie in Minute 27 zu ihrer bislang besten Gelegenheit: Infolge eines Münchener Ballverlustes fand Julian Brandt mit seinem Steckpass Erling Haaland, der aus zehn Metern halblinker Position frei zum Abschluss kam, diesen allerdings auch gut einen halben Meter links vorbeisetzte. Das hat man von ihm bereits besser gesehen.

Der direkte Gegenzug. 30. Minute, Robert Lewandowski schickte Kingsley Coman steil, Marius Wolf klärte – allerdings genau nach rechts zu Serge Gnabry, der nur noch einschieben musste. Cancan ab, Lightshow, Toransage. Jedoch hatte Marco Fritz in Köln noch etwas einzuwenden: Coman stand knapp abseits und da er zum Ball ging, wurde er aktiv. Weiter 1:0.

Für genau vier Minuten. Die Dortmunder waren inzwischen nur noch ein Sparringspartner für die – so schien es – noch an diesem Abend stattfindende Meisterfeier des FC Bayern. Dan-Axel Zagadou wurde unter Druck gesetzt und spielte einen unkontrollierten Ball, den Joshua Kimmich abfing. Thomas Müller schickte rechts Robert Lewandowski in den Strafraum, der durch die Beine von Hitz vollendete. Das mittlerweile überfällige 2:0. Für Lewandowski war es das 27. Tor im 26. Spiel gegen Borussia Dortmund. Außerdem traf er in seinem achten Heimspiel gegen Schwarzgelb – ein neuer Bundesligarekord. Ach ja, uns sein insgesamt 33. Saisontor.

Eine Minute vor der Pause bekam Lewandowski noch die Chance auf Nummer 34. Rechts vor dem Strafraum wurde er nur halbherzig angegriffen, zog ab – knapp rechts vorbei. Es blieb beim verdienten 2:0 zur Pause.

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Emre Can macht’s spannend, Musiala alles klar – FC Bayern erneut Meister

Ohne Wechsel ging es in die zweite Hälfte – ohne personelle. Jedoch spielte die Dortmunder Mannschaft wie ausgewechselt. 49. Minute, Brandt bediente im Strafraum Marco Reus, der von Joshua Kimmich klar wie unnötig abgeräumt wurde. Daniel Siebert zeigte sofort auf den Punkt. Emre Can, selbst aus der Triplegeneration von 2013, trat an, verlud Manuel Neuer und verwandelte sicher unten links. Dortmund zurück im Spiel!

Zwei Minuten später verlor der Rekordmeister den Ball, Dortmund durfte umschalten, Haaland bediente Marco Reus, den es allerdings zu weit nach links trieb. Trotzdem bekam er noch den Abschluss zustande, der kurz vor der Linie geklärt werden konnte.

Es war nun eine offene Partie. 58. Minute, Lewandowski kam links im Strafraum zum Abschluss, der sich am linken Pfosten vorbeidrehte.

Gut 20 Minuten vor Schluss, in Minute 69 bekam der Rekordmeister die dicke Gelegenheit zum 3:1: Ein Abschluss von Thomas Müller landete abgefälscht genau bei Lewandowski. Hitz parierte aus kürzester Distanz. Die spielerisch dominante Linie der ersten Hälfte hatten sie allerdings gänzlich verloren. Auch, weil es die Dortmunder giftiger und griffiger gestalteten.

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Photo by KERSTIN JOENSSON/AFP via Getty Images

Beweis dafür: die 80. Minute, der eingewechselte Jamie Bynoe-Gittens schickte Haaland steil. Dortmunds Nummer 9 setzte sich clever gegen Dayot Upamecano durch, der noch den Fuß in den Abschluss halten konnte, Neuer parierte. Keine 60 Sekunden später kam der Norweger selbst zum Abschluss, diesmal bedient von Julian Brandt. Sein Volley ging über den Querbalken.

Stattdessen machten die Münchener endgültig alles klar: 83. Minute, Jamal Musiala scheiterte von halblinks zunächst an Hitz. Die Münchener blieben dran, weil Guerreiro nur halbherzig klären konnte. So legte der eingewechselte Marcel Sabitzer per Flugkopfball erneut für Musiala auflegte, der aus der Drehung ins linke Eck vollendete.

Mit diesem Sieg ist die zehnte Meisterschaft des FC Bayern offiziell in trockenen Tüchern. Mainz (A), Stuttgart (H) und Wolfsburg (H) lautet der Saisonausklang. Dortmund hat Platz 2 ebenfalls so gut wie sicher. Für sie geht es nach einem Freundschaftsspiel gegen Dynamo Kiev noch gegen Bochum, nach Fürth und gegen Hertha BSC.

Der Endstand aus der Allianz Arena: FC Bayern 3, Borussia Dortmund 1.

Photo by Matthias Hangst/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

Alle Kommentare


  • Wolfgang Bertram sagt:

    Eigentlich eine gelungene Zusammenfassung des Spiels. Aber den nicht gegebenen Strafstoß nach dem Foul an Jude Bellingham ganz zu ignorieren???? Was ist denn da in den Autor gefahren. Aber Entscheidungen dieser Art ist der BVB ja gegen die Bayern gewohnt. Ich frage mich immer noch wie man zu der Entscheidung kommen kann da keinen Elfer zu pfeifen. Angst vor den großen Bayern???


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