Bundesliga | Bayern dreht gegen Fürth erst nach der Pause auf – und gewinnt letztlich standesgemäß

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News | Im ersten von drei Sonntagsspielen des 23. Bundesliga-Spieltags empfing der FC Bayern die Spielvereinigung Greuther Fürth. Abermals präsentierte sich der Rekordmeister in der ersten Halbzeit zu passiv, drehte den Rückstand allerdings in einen 4:1-Sieg.

Hrgota kurz vor der Pause: Fürth führt verdient bei behäbigen Bayern

Der FC Bayern kam nach dem souveränen 4:1 in Berlin etwas aus dem Rhythmus, wenngleich man das Topspiel gegen RB Leipzig 3:2 gewinnen konnte. Im Anschluss gab es jenes 2:4 in Bochum, gefolgt von einem 1:1 im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals in Salzburg.

 



 

Fürth hingegen kam zuletzt immer besser in Form, verlor nur eines der letzten sechs Bundesligaspiele (1:4 in Wolfsburg) und konnte mit dem jüngsten 2:1 gegen Hertha BSC den dritten Heimsieg dieser Saison einfahren. Seit Rückrundenbeginn sammelte die Spielvereinigung (8 Punkte) nur einen Zähler weniger als der FC Bayern (9 Punkte) und ganze drei Zähler mehr als in der gesamten Hinrunde (5 Punkte). In München brachte Stefan Leitl genau dieselbe Startelf wie beim Sieg gegen Hertha, mit Andreas Linde im Tor, Nick Viergever und Sebastian Griesbeck in der Abwehr. Ex-Münchener Timothy Tillman spielte zusammen mit Jeremy Dudziak im Mittelfeld und vorne Jamie Leweling an der Seite von Kapitän Branimir Hrgota.

Vier Veränderungen nahm Julian Nagelsmann vor: Dayot Upamecano, Omar Richards sowie Marcel Sabitzer begannen für Niklas Süle, Serge Gnabry, die beide auf der Bank saßen und Kingsley Coman (muskuläre Probleme). Außerdem kehrte Jamal Musiala nach überstandener COVID-19-Infektion wieder in den Kader zurück.

Bayern blass, unkreativ – und zur Pause erneut in Rückstand

In den ersten Minuten versuchte der FC Bayern, den Ball schnell laufen zu lassen, um die Fürther in Undordnung zu bringen. In der 8. Minute steckte Corentin Tolisso für Leroy Sané durch, Viergever klärte mit einem perfekt getimten Tackling.

Die beste Chance der Anfangsphase gehörte allerdings dem Kleeblatt. 11. Minute, Leweling setzte Lucas Hernández unter Druck und erlief den zu kurzen Rückpass – auch, weil Sven Ulreich zögerte. Aus 40 Metern hatte der U21-Nationalspieler freie Fahrt, scheiterte allerdings an Bayerns Ersatztorhüter. Ein Foul an Hernández bekam er dazu auch noch nachträglich gepfiffen.

Ansonsten spielte sich das Geschehen weitestgehend im Mittelfeld ab. Die Münchener taten sich extrem schwer zu Chancen zu kommen. Immer wieder brachten sie den vorletzten oder letzten Pass nicht an. Kreativität war nahezu überhaupt nicht vorhanden. Zu allem Übel zog sich Corentin Tolisso eine Muskelverletzung zu und konnte nicht weitermachen. Serge Gnabry ersetzte ihn. Sabitzer machte die Position auf rechts frei und ging neben Joshua Kimmich ins Mittelfeld. Auch Fürth musste früh wechseln, Dudziak zog sich im Duell mit Benjamin Pavard ebenfalls eine Verletzung zu. Stefan Leitl brachte Håvard Nielsen.

Vier Minuten vor der Pause brachte Omar Richards Branimir Hrgota 19 Meter halbrechts vor dem Tor zu Fall. Eine Freistoßposition wie gemalt für einen Linksfuß. Hrgota und Leweling traten an, der Kapitän führte aus und profitierte davon, dass Marcel Sabitzer noch unhaltbar für Ulreich abfälschte. Spielglück, dass sich die Fürther für ihren mutigen Auftritt bislang verdient haben – und der FC Bayern für seinen blassen ebenfalls. Führung Fürth gegen Bayern, das gab es letztmals vor ziemlich genau zwölf Jahren und zehn Tagen im DFB-Pokal-Viertelfinale, als Christopher Nöthe und Sami Allagui das zwischenzeitliche 1:0 von Thomas Müller drehten. Am Ende gewann der FC Bayern trotzdem 6:2 und holte sich im Finale gegen Werder Bremen (4:0) den Titel.

Bezeichnend, was sich in der 45. Minute abspielte. Fürth durfte über Hrgota einen Konter fahren. Unterbunden wurde dieser von niemand Geringerem als Robert Lewandowski, der sich bei der Aktion auch noch Gelb abholte. Eine Maßnahme, um seine Teamkollegen aufzuwecken, zu motivieren. Das taten auch die 25.000 Zuschauer in der Allianz Arena, die die Münchener für den Halbzeitrückstand verdientermaßen mit Pfiffen abstraften.

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Lewandowskis Blitzstart leitet Bayerns Pflichtsieg ein

Erst einmal gewann in der Bundesligageschichte der Letzte beim Ersten, Januar 1964 Saarbrücken 3:1 in Köln. Um ein zweites Mal zu verhindern, brachte Julian Nagelsmann Eric Maxim Choupo-Moting für Omar Richards, der auf seiner linken Seite nicht viel unter Kontrolle hatte, offensiv wie defensiv. Bereits nach wenigen Sekunden verlief die Partie so, wie man es von Beginn an erwarten durfte: Druckvoll in Richtung Andreas Linde. Upamecano leitete die Szene mit einem langen Ball ein, Gnabry machte den Lauf auf die Grundlinie und gab in die Mitte, wo Choupo-Moting – nicht mit dem Arm – nur noch abfälschen konnte, sodass Lewandowski aus wenigen Metern einschob. Der Treffer wurde noch von Tobias Stieler in Köln überprüft, zählte aber. Die Fürther hatten zuvor kollektiv abgeschaltet, dachten der Ball sei bei Gnabry bereits im Toraus gewesen, was letztlich aber nicht der Fall war. 1:1.

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Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images

Der Rekordmeister spielte nach der Pause wesentlich druckvoller, gewann auch die Zweikämpfe im Mittelfeld und tackerte die Fürther nun am eigenen Strafraum fest. Es schien eine Frage der Zeit zu sein, bis der zweite Treffer fällt. 61. Minute, Thomas Müller gab die Kugel von rechts scharf in die Mitte, Viergever verpasste, nicht aber Sebastian Griesbeck, der mit dem Schienbein ins eigene Tor verlängerte. Bereits im Hinspiel unterlief ihm gegen den Rekordmeister ein Eigentor, zum zwischenzeitlichen 0:3.

Gut 25 Minuten vor Schluss ließen es die Münchener wieder etwas langsamer angehen, sodass die Fürther auch wieder offensiver werden durften. 67. Minute, Marco Meyerhöfer legte zurück zu Max Christiansen, dessen Volley aus gut 20 Meter noch den Außenpfosten touchierte. Vier Minuten später versuchte sich Meyerhöfer selbst und traf seinerseits von der Grundlinie aus den rechten Außenpfosten.

Lewandowski und Choupo-Moting machen spät alles klar

Damit hatte die kurze Fürther Druckphase allerdings ein Ende. Der FC Bayern wurde aktiver – und machte mit dem 3:1 den Deckel drauf. Ein Eckball von links landete am zweiten Pfosten beim eingewechselten Niklas Süle, der für den angeschlagenen Lucas Hernández kam. Der zukünftige Dortmunder legte per Kopf in die Mitte, wo Robert Lewandowski aus kurzer Distanz zu seinem 28. Saisontor einköpfte.

Einen hatten die Münchener noch: 91. Minute, Gnabry entwischte nach einem perfekt getimten Zuspiel von Pavard auf der rechten Seite der Fürther Abwehr und servierte perfekt in die Mitte, wo Eric Maxim Choupo-Moting nur noch einköpfen musste.

Damit stand zumindest auf dem Papier ein standesgemäßer Erfolg. Der FC Bayern zeigte nach der Pause eine klare Leistungssteigerung und verdiente sich den Erfolg. Damit vergrößern sie den Vorsprung auf Borussia Dortmund, das im Anschluss Borussia Mönchengladbach empfängt, vorerst wieder auf neun Punkte. Kommende Woche geht es zum Topspiel nach Frankfurt, bevor die Partien in Leverkusen sowie das Rückspiel gegen Salzburg anstehen.

Fürth kann vor allem aus der ersten Hälfte viel Positives mitnehmen, das werden sie auch brauchen. In den kommenden Wochen warten der 1. FC Köln (H), der VfL Bochum (A) sowie RB Leipzig (H).

Der Endstand aus der Allianz Arena: FC Bayern 4, Spielvereinigung Greuther Fürth 1.

Photo by MICHAELA REHLE/AFP via Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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