Bundesliga | Hütter lobt Friedrich und nimmt Ginter in Schutz, Seoane erleichtert – Die Stimmen zum Topspiel

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News | 2:1 gewann Bayer Leverkusen das Topspiel des 19. Bundesliga-Spieltags in Gladbach. Nach der Partie stellten sich die Protagonisten den Fragen von Sky.

„Mir ist klar, dass jetzt dieses Fass aufgemacht wird“ – Hütter bei Ginter um Ruhe bemüht

Die Gastgeber wollten eigentlich nach dem 2:1 in München nachlegen. Doch über die kompletten 90 Minuten wirkten sie vor allem in der Vorwärtsbewegng zu langsam und behäbig. Da waren auch für Yann Sommer die zwei gehaltenen Elfmeter gegen Patrik Schick und Kerem Demirbay nur eine Randnotiz: „Das ist natürlich enttäuschend, das Resultat zum Schluss. Ich hätte mir gewünscht, dass wir den Lucky Punch noch hinbekommen, mit dem 2:2, aber, schade. Leverkusen hat uns oft mit ihrer Schnelligkeit überspielt, hatten zwei, drei gute Möglichkeiten nach vorne. Wenn wir noch ein bisschen mehr Durchschlagskraft gehabt hätten, vor dem Tor auch, ein bisschen mehr Effizienz, dann wäre das vom Resultat her vielleicht noch anders gelaufen.“

Etwas überraschend tauchte in Gladbachs Startelf der Name Marvin Friedrich auf. Erst vergangene Woche holte er noch mit Union Berlin ein 2:2 in der BayArena, am heutigen Samstagabend gab er sein Debüt für Borussia Mönchengladbach. Das zum Nachteil des scheidenden Matthias Ginter, der trotz überzeugendem Auftritts in München und namhaften Gegners 90 Minuten lang nur auf der Bank saß. An der Seite von Friedrich spielten Nico Elvedi und das Gladbacher Urgestein Tony Jantschke. Zudem wurde Youngster Jordan Beyer eingwechselt. Nach der Partie war Adi Hütter in der Personalie Ginter sichtlich um Ruhe und Neutralität bemüht.

 



 

„Mir ist klar, dass jetzt auch wieder dieses Fass aufgemacht wird. Nochmals: Für uns gewinnt nicht ein einzelner ein Spiel, es verliert auch nie ein einzelner ein Spiel. Die Entscheidung ist heute so gefallen, dass Marvin Friedrich gespielt hat. Ich finde, trotz allem, jetzt klar beim Elfmeter, recht unglücklich. Nichtsdestotrotz hat er ein ordentliches Debüt gegeben für Gladbach, das ist ein Spieler für die Zukunft. Wir haben auch in vier Spielen, wo er (Matthias Ginter) gespielt hat 17 Tore bekommen, auch das darf man nicht vergessen. Ihr macht es euch meiner Meinung nach viel zu einfach. Ich werde nie einen einzelnen Spieler vor der Kamera kritisieren. Matthias Ginter ist ein guter Spieler, das habe ich immer auch gesagt. Nichtsdestotrotz haben wir und Matze sich entschieden, den Verein zu verlassen. Ich habe nicht gesagt, dass die Tür zu ist. Wir haben heute Marvin Friedrich spielen lassen. Wo wir 17 Tore in vier Spielen bekommen haben, hat auch kein Mensch etwas gesagt. Ich habe ihn auch nie öffentlich kritisiert, das werde ich auch nicht tun und deswegen ist das immer noch meine Entscheidung. Wir müssen mit und ohne Matthias Ginter aus dieser Situation rauskommen.“

Das Zusammenspiel mit Friedrich auf dem Platz beschrieb Sommer als „sehr gut. Wir haben noch nicht lange mit ihm zusammen trainiert. Er ist ein sehr guter Typ, sehr guter Spieler und das hat sehr gut funktioniert.“

Mit dieser Niederlage findet sich Gladbach vorerst auf Platz 12 wieder, vier Zähler vor Augsburg auf dem Relegationsplatz, die aber erst am morgigen Sonntag auf Eintracht Frankfurt treffen. Den nominellen Abstiegskampf wollte Sommer nicht ausrufen, stattdessen strich er die positiven Dinge der Partie heraus. „Wir sind gut ins Spiel reingekommen, haben gut kommuniziert, eigentlich auch gut auf dem Platz gestanden, aber am Schluss sind die drei Punkte weg, jetzt müssen wir nach vorne schauen, jetzt kommt der Pokal, das ist ein anderes Paar Schuhe, da müssen wir weiterkommen und dann nächstes Wochenende weitermachen. Wir sind da, wo wir stehen und das auch zurecht.“

Für die Borussia geht es im Pokal-Achtelfinale nach Hannover, bevor sie kommendes Wochenende Friedrichs Ex-Klub Union Berlin empfangen.

„Das Bestätigen der Leistungen ist immer das Schwierigste“ – Seoane nach knappem Sieg erleichtert

„Nervös war ich eigentlich erst dann, als ich gemerkt habe, okay, es ist 2:1 und meine Spieler sind gegen Ende ausgepumpt und dann gibt’s noch lange Bälle in den Sechzehner. Das könnte noch eine Standardsituation geben“, so Gerardo Seoane nach dem Spiel.

Aus Leverkusener Sicht war es keine Partie, die zu irgendeiner Form von Müßiggang einlädt. Zwar hatten sie im Vergleich zu Borussia Mönchengladbach die wesentlich reifere und komplettere Spielanlage. Doch zu selten bekamen sie das auch auf die Anzeigetafel. Schick vergab einen Elfmeter, Kerem Demirbay ließ vom Punkt das 1:3 genauso liegen, wie wenige Minuten später der eingewechselte Amine Adli. Auch als zwischenzeitlich das 0:2 durch eine Kombination aus Schick, Marvin Friedrich und Piero Hincapié fiel, gelang Gladbach noch der Anschluss. Deshalb ist Seoane „extrem glücklich und erleichtert, auch für die Mannschaft, dass es heute mit der Führung über 90 Minuten geklappt hat“. Verdient habe Leverkusen heute mindestens zwei Tore erzielt. Jene Mannschaft, die soviele Punkte nach Führungen liegengelassen hat, wie keine andere in der Bundesliga. Einen etwaigen Ausgleich beschrieb Seoane als „harten Schlag“, den seine Mannschaft bekommen hätte.

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Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images

So wurde die Werkself von diesem Ergebnis und den Niederlagen von Freiburg (1:5 in Dortmund) und Hoffenheim (1:2 an der alten Försterei) auf Platz 3 gehievt. Das sei lediglich eine „Momentaufnahme“. Zu bedeuten habe das gar nichts, so Seoane. Wichtig sei „Erkenntnisse zu ziehen, sich weiterzuentwickeln. Ich glaube, wir haben einen Schritt nach vorne gemacht, gegenüber den letzten Wochen. Das Bestätigen der Leistungen ist immer das Schwierigste.“

Im Pokal unterlag Bayer dem Karlsruher SC überraschend 1:2, deshalb steht ihnen eine Trainingswoche bevor. Kommenden Samstag empfangen sie den FC Augsburg. Die Partie am 3. Spieltag gewann Leverkusen 4:1. Eine Wiederholung dieses Ergebnisses würde sicherlich auch Seoane die Arbeit etwas stressfreier machen.

Photo by Matthias Hangst/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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