Bundesliga | Richters Doppelpack lässt Hertha gegen Dortmund jubeln

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News | Im letzten Bundesliga-Topspiel des Jahres 2021 empfing Hertha BSC die Borussia aus Dortmund. Nach einer eher zähen ersten Hälfte mitsamt Dortmunder Führung, implodierte der BVB nach der Pause – und musste drei Hertha-Treffer schlucken. 3:2 gewannen die Berliner.

Hertha-Treffer zähhlt nicht, Brandt elegant zur Pausenführung

Ergebnistechnisch hätten beide Mannschaften vor der Partie kaum weiter auseinanderliegen können. Während die Hertha 0:4 in Mainz unterlag, besiegte der BVB Greuther Fürth 3:0.

Beide Mannschaften hatten mit einer Menge Ausfällen zu kämpfen: Rune Jarstein (Reha nach Knie-OP) Stevan Jovetić (Wadenverletzung), Lukas Klünter (Aufbautraining nach Schulter-OP), Suat Serdar (Knochenstauchung im Knie) kurzfristig auch noch Kevin-Prince Boateng (Knieprobleme) sowie Kapitän Dedryck Boyata (Probleme an der Achillessehne) fielen bei der Hertha aus.

 



 

Auf Dortmunder Seite waren es Gregor Kobel und Mats Hummels, die jeweils erkältet fehlten. Zudem mussten Manuel Akanji (Eingriff am Knie), Jude Bellingham (Gelbsperre), Mateu Morey (schwere Knieverletzung), Youssoufa Moukoko (Muskelfaserriss), Marcel Schmelzer (Reha nach Knieverletzung) und Giovanni Reyna (Aufbautraining) passen.

Maolidas Treffer zählt nicht, Brandt bestätigt seine starke Form

Dann ging es hinein. Gänzlich in blau erstrahlte das Olympiastadion kurz vor Weihnachten. Der Verein ließ es sich nicht nehmen, auch ein Bäumchen aufs Marathontor zu projizieren.

Passend dazu war die erste Chance eine der Hertha: Ishak Belfodil bereitete klasse für Jurgen Ekkelenkamp vor, der sich drehte und an Marwin Hitz scheiterte.

Drei Minuten später gab es auch den ersten Versuch für Borussia Dortmund. Julian Brandt schickte Thomas Meunier tief, der scharf in die Mitte gab, Niklas Stark rettete im allerletzten Moment. Für den Rebound war der Winkel einen Tick zu spitz. Abstoß.

Dortmund war nun in der Partie angekommen. 11. Minute, erneut war Meunier die inszenierende Instanz. Dortmunds Rechtsverteidiger bediente Marco Reus im Strafraum, der die Kugel allerdings nicht mehr am herauseilenden Alexander Schwolow vorbeibekam. Dieselbe Kombination gab es auch in Minute 13, als Reus seinen Kopfball knapp vorbeisetzte.

Aber auch Hertha BSC versteckte sich keineswegs: 15. Minute, nachdem Axel Witsel Marin Pongračić anköpfte, landete der Ball bei Jurgen Ekkelenkamp, der es aus allerkürzester Distanz allerdings vollbrachte, die Kugel rechts vorbeizulegen.

Das erste Tor der Partie war eine Frage der Zeit – und fiel ebenfalls noch in Minute 15. Die Borussia verlor den Ball auf der linken Seite, sodass Peter Pekarik über rechts starten und ans Fünfmeterraumeck flanken konnte. Dort stand Myziane Maolida und schob ins kurze Eck ein. 1:0, Hertha vorne, die Tormusik lief, Maolida jubelte. Allerdings nicht lange. Denn genau neben Maolida stand Belfodil, der ebenfalls eine Bewegung zum Ball machte im Sichtfeld von Marwin Hitz. Schiedsrichter Marco Fritz schaute sich die Szene zunächst an – und nahm den Treffer aufgrund einer Abseitsposition zurück.

Die Partie gestaltete sich im weiteren Verlauf der ersten Hälfte ausgeglichen, wenngleich nicht mehr ganz so spektakulär. In der 31. Minute hatte Borussia Dortmund den Dosenöffner parat. Mahmoud Dahoud, der für den gesperrten Jude Bellingham spielte, hebelte das Hertha-Pressing mit einem Pass in die Mitte auf Erling Haaland aus. Maximilian Mittelstädt wollte klären, spitzte die Kugel allerdings genau zum durchstartenden Julian Brandt, der elegant per Chip aus spitzem Winkel vollendete. Dritter Treffer aus den verganenen vier Bundesligaspielen, dazu zwei Vorlagen. Man kann sehen, warum Brandts Aktien auch bei Hansi Flick wieder steigen.

Die Hertha ließ sich allerdings nicht hängen oder ergab sich ihrem Schicksal, wie noch in Mainz. 39. Minute, nach einer Standardsituation kam Jordan Torunarigha im Strafraum aus guter Position zum Abschluss. Der Versuch aus der Drehung war zu überhastet und ging letztendlich klar vorbei.

Zwei Minuten vor der Pause hielt Axel Witsel die Gabel in einem Kopfball auf den Berliner Kasten und traf zum nicht einmal vermeintlichen 2:0. Denn auch er selbst wusste genau, dass er klar abseits stand. Die Fahne ging sofort hoch. Dass Fritz die Szene nochmal von Pascal Müller in Köln überprüfen ließ, stieß bei den Hertha-Fans auf Unverständnis, dem sie klar Luft machten. So ging es mit der knappen Dortmunder Führung in die Kabine.

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Richters Doppelpack besiegelt den Hertha-Erfolg, Tigges‘ Anschlusstreffer nur Makulatur

Aus der Pause kamen beide Mannschaften personell unverändert, aber die Hertha mit einer komplett anderen Einstellung. Sie griffen die Dortmunder viel früher an, suchten direkt den Weg in die Offensive und belohnten sich dafür sechs Minuten nach Wiederanpfiff: Vladimir Darida bediente mit einem perfekten langen Chip-Ball Ishak Belfodil, der sich im Laufduell gegen Witsel durchsetzte und halblinks die Kugel freistehend im richtigen Moment an Marwin Hitz vorbeispitzte. Ein besonderer Treffer für Herthas Nummer 14, sein erster in der Bundesliga seit dem 29. März 2019, damals noch ein Doppelpack für die TSG Hoffenheim bei einem 4:1-Sieg gegen Leverkusen.

Dortmund wirkte in den Folgeminuten unkonzentiert und fahrig, ganz zum Gefallen der Gastgeber. Nur sechs Minuten nach dem Treffer verloren Witsel und Brandt die Kugel vor dem eigenen Strafraum, Maolida setzte sich im Dribbling durch und bediente an der rechten Strafraumkante Marco Richter. Bereits gegen die Borussia aus Mönchengladbach hatte er den Siegtreffer erzielt, hier machte er kurzen Prozess und beförderte den Ball sehenswert in den rechten Winkel – Spiel gedreht!

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Photo by Boris Streubel/Getty Images

Während Richter jubelte, schüttelte Erling Haaland auf der anderen Seite nur den Kopf. Vergangene Saison erzielte er im Olympiastadion noch einen Viererpack bei Dortmunds 5:2-Sieg. Dieses Spiel war bislang nicht das seine. 61 Minuten war die Partie alt, als der Norweger von Dahoud steilgeschickt wurde. Seinen ersten Abschluss konnte Alexander Schwolow noch parieren. Doch die Kugel prallte genau zum gerade erst eingewechselten Thorgan Hazard, der aus kürzester Distanz nur noch einschieben musste. Die direkte Antwort? Mitnichten. Haaland stand bei seinem Sprint knapp abseits. Es blieb dabei, wie schon zuvor bei Maolida bekam das Marathontor bislang an diesem Abend ausschließlich Abseitstreffer serviert.

Oder eben gute Gelegenheiten: 66. Minute, Malen machte über die Außenbahn Meter ehe er nach innen zu Dahoud passte, dessen Direktabnahme klar übers Tor ging.

Hertha klettert nach Richters Doppelpack, Dortmund verliert Bayern aus den Augen

Etwas reicher war der Tisch vor der Ostkurve gedeckt. Alle drei Treffer gab es dort bislang – und in Minute 69 auch einen vierten, weil Brandt den Ball genau ins Hertha-Pressing spielte. Ekkelenkamp bediente Belfodil mit dem ersten Kontakt per Chip, Hitz parierte. Aus dem Rückraum kam jedoch Marco Richter angerauscht und nagelte die Kugel volley mit links humorlos in die Tormitte zum 3:1.

18 unaufmerksame Minuten reichten der Hertha, um aus einem 0:1 ein 3:1 zu machen und Dortmund die Geschenke unterm Weihnachtsbaum wegzunehmen. Nach dem dritten Treffer dieser Halbzeit beruhigte sich das Geschehen, Hertha konzentrierte sich auf die Defensive und Dortmund war auf der Suche nach etwas Hoffnung zur Weihnachtszeit. Diese kam in Minute 83 infolge eines kurz ausgeführten Eckballs: Raphaël Guerreiro flankte scharf an den kurzen Pfosten, wo der gerade erst eingewechselte Steffen Tigges hochstieg und wuchtig zum Anschlusstreffer einköpfte. Und plötzlich war wieder Musik in der Partie.

Plötzlich war der BVB wieder da und spielte so, wie man es von Beginn an erwarten konnte: Druckvoll, entschlossen, sie tackerten die Hertha am eigenen Strafraum fest. Einzig: Großchancen gab es keine mehr.

So brachte Hertha den Sieg nach 95 Minuten tatsächlich ins Ziel. Ein Erfolg, der durchaus in Ordnung geht. Die Berliner zeigten nach dem 0:4 in Mainz eine gewaltige Leistungssteigerung, wirkten vor allem in der zweiten Halbzeit griffig, bissig und erzielten drei sehenswerte Tore. Mit diesem Sieg geht es vorerst hoch auf Platz 11. Im ersten Sonntagsspiel des neuen Jahres empfängt die Hertha den 1. FC Köln.

Für Dortmund ist es hingegen nach dem 1:1 in Bochum der nächste Dämpfer und ein Tiefschlag im Titelrennen, das mit inzwischen neun Punkten Rückstand auf den FC Bayern keines mehr sein dürfte. Das erste Topspiel 2022 führt den BVB nach Frankfurt, wo sie seit September 2013 nicht mehr gewinnen konnten.

Der Endstand aus dem Berliner Olympiastadion: Hertha BSC 3, Borussia Dortmund 2.

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Photo by Richard Rodriguez/Getty Images

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

Photo by Boris Streubel/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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