Bundesliga | Kantersieg und Derby-Hattrick! Union Berlin hält die Hauptstadt tiefrot!

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News | Derbytime! Im Topspiel des 29. Bundesliga-Spieltags galt es einmal mehr die Frage zu beantworten, ob Berlin blau-weiß oder rot ist. Trotz eines frühen Eigentores zu Beginn der zweiten Halbzeit ließ Union nichts anbrennen und gewann deutlich wie hochverdient 4:1.

Haraguchi bezwingt glänzenden Lotka – Union führt zur Pause hochverdient

Willkommen im Olympiastadion! Hertha BSC empfing Stadtrivale Union im Topspiel des 29. Spieltags zum Derby. Ein Derby, in das Hertha-Fans ob der jüngsten Auftritte vorsichtig optimistisch gehen konnten. Beim Online-Debüt von Felix Magath wurde Hoffenheim 3:0 besiegt. Wenngleich man vor Wochenfrist 1:2 in Leverkusen verlor, so stimmte auch diesmal wieder die Einstellung.

 



 

Das war bei Union sowieso der Fall. Auf Platz 7 stehend hoffte man, erneut den Einzug in die Europa Conference League zu schaffen. Das 0:4 in München beantwortete die Mannschaft von Urs Fischer mit einem 1:0 gegen den 1. FC Köln um Ex-Unioner Steffen Baumgart.

Personell setzte Magath erneut auf ein 4-3-3. Gegen Hoffenheim überraschte er mit Niklas Stark im defensiven Mittelfeld, diesmal war es Linus Gechter, der an der Seite von Lucas Tousart und Santiago Ascacibar den Vorzug bekam. Hinten links gab der erst 18-jährige Julian Eitschberger sein Bundesliga-Debüt. Normalerweise ist er in der A-Junioren Bundesliga Nord-/Nordost unterwegs, die Herthas U19 drei Punkte vor Energie Cottbus anführt. Urs Fischer vertraute hingegen Bewährtem. Einen Wechsel gab es im Vergleich zum Spiel gegen Köln. Dominique Heintz ersetzte den gelbgesperrten Paul Jaeckel.

Lotka überragt, aber Ex-Herthaner Haraguchi bricht den Bann für Union

Bereits vor Anpfiff gab es auf den Tribünen großes Kino. Die Ostkurve präsentierte eine beeindruckende Choreo mit der Aufschrift: „Von Spandau bis nach Hellersdorf, vom Wedding bis Neukölln, von Zehlendorf bis JWD gibt’s nur…“ Die Unioner Fans antworteten dadurch, dass sie das Marathontor rot tünchten. „Union Berlin – unser Berlin“ – hieß es von den Fans des Tabellensiebten. Es war das erste ausverkaufte Berliner Derby seit dem allerersten in der Bundesliga, am 2. November 2019. Damals machte der jetztige Bochumer Sebastian Polter in der 87. Minute vom Punkt den Unterschied.“

Und es war der rote Teil der Stadt, der in den ersten Minuten den Takt angab. Deren vier waren auf der Uhr, als Christopher Trimmel infolge eines kurzen Eckballs im Strafraum zur Flanke kam. Der Abnehmer hieß Timo Baumgartl. Marcel Lotka rettete mit einer herausragenden Parade.

Neun Minuten später war Lotka erneut gefordert. Einen Eckball bekam die Hertha nicht geklärt, sodass Union dranbleiben konnte. Rechts im Strafraum kam Niko Gießelmann zum Abschluss, aber nicht zum Tor. Die Gastgeber ließen die Partie komplett auf sich zukommen, was Union dankend annahm. 17. Minute, Sheraldo Becker entwischte über rechts und bediente Taiwo Awoniyi. Dedryck Boyata rutschte weg, Unions Topscorer brauchte allerdings zu lange und scheiterte ebenfalls an Lotka.

Es ging nur in eine Richtung. 29. Minute, Trimmel setzte sich sehr einfach gegen Julian Eitschberger durch und flankte abermals nach innen. Lotka konnte nur abprallen lassen, war beim Abschluss von Awoniyi allerdings zur Stelle.

Es schien eine Frage der Zeit zu sein, bis das Tor fällt. Und es war eine Frage der Zeit. 31. Minute, Sheraldo Becker flankte von links punktgenau an den zweiten Pfosten. Abermals war es Eitschberger, der den Zweikampf verlor, diesmal gegen Ex-Herthaner Genki Haraguchi, der mithilfe des Innenpfostens per Flugkopfball Union in Führung brachte. Lotkas Timing in der Szene war auch nicht zwingend berühmt. Für Hertha war es das 14. Kopfballgegentor. In der Bundesliga hat nur Greuther Fürth mehr kassiert.

Es dauerte 38 Minuten, bis die Gastgeber ihre erste Torchance verzeichnen konnten. Die war dafür gleich hochkarätig. Lucas Tousart flankte von links. In der Mitte setzte Myziane Maolida seinen Volley aus acht Metern nur knapp vorbei.

Im Gegenzug hätte Union auf 2:0 stellen können. 42. Minute, eine Becker-Flanke von links landete rechts im Strafraum bei Christopher Trimmel, dessen Kopfball nur knapp am linken Pfosten vorbeistrich. Abermals sah Eitschberger im Zweikampf nicht gut aus. Es ging letztlich mit der hochverdienten Unioner Führung in die Pause.

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Becker und Michel machen das Debakel für Hertha perfekt

Zwei Wechsel nahm Felix Magath zur zweiten Hälfte vor: U21-Nationalspieler Marton Dardai und Maximilian Mittelstädt ersetzten Eitschberger und Vladimir Darida. Tatsächlich veränderte sich das Spiel – erstmal zugunsten der Hertha. 49. Minute, Tousart setzte rechts Ishak Belfodil stark in Szene. Dessen Querpass verwirrte sowohl Frederik Rønnow, als auch Timo Baumgartl. Letzterer stolperte die Kugel über die eigene Torlinie. Zu seiner Ehrenrettung sei gesagt, dass der Ball ansonsten bei der nächsten Station, Myziane Maolida, drin gewesen wäre.

Union schüttelte sich kurz, 3:36 Minuten, um genau zu sein. Dann schickte Becker über die linke Seite Niko Gießelmann. In der Mitte startete Grischa Prömel ein und köpfte die wohltemperierte Flanke punktgenau ins lange Eck. Kein Auftrag für Lotka, Kopfballgegentor Nummer 15 und das 1:2.

Chancentechnisch beruhigte sich die Partie. Hertha fiel offensiv nicht viel ein, Union wartete auf den Moment, alles klar zu machen. Zum Beispiel in Minute 68. Ein Eckball flog den Gastgebern um die Ohren, Union bekam ein Drei-auf-Zwei. Der Pass von Taiwo Awoniyi auf den eingewechselten András Schäfer geriet allerdings viel zu ungenau – Chance vertan.

Augsburg, Stuttgart, Bielefeld: Entscheidende Wochen für Hertha BSC stehen an

Dann eben in der 74. Minute. Nach einem Befreiunsschlag von Julian Ryerson machte Schäfer die Kugel fest und schickte Sheraldo Becker in die Gasse. Unions Flügelspieler hatte mehr PS als Dedryck Boyata und vollendete aus spitzem Winkel über den Innenpfosten ins lange Eck. 1:3.

Fünf Minuten vor Schluss machte Union das Debakel für Hertha perfekt. Eigentorschütze Baumgartl schlug den Ball einfach mal lang, der eingewechselte Sven Michel machte ihn fest, nahm ihn an und vollendete aus rund 16 Metern ins lange Eck. 1:4! Berlin ist und bleibt tiefrot. Nach Abpfiff bot sich ein fast schon skurriles Bild: Union tanzte und jubelte mit den eigenen Fans unter den Hymne des Stadtrivalen „Nur nach Hause geh’n wir nicht“.

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Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images

Union holt den Derbysieg, den dritten in dieser Saison, bleibt in der Tabelle auf Platz 7 und darf weiter von Europa träumen. Hertha hingegen verpasst nach den Niederlagen des VfB Stuttgart (0:2 gegen Dortmund), Bielefeld (0:4 in Wolfsburg) und Augsburg (0:1 in München) Big Points im Abstiegskampf und steht weiterhin auf Rang 17.

Das können die Herthaner dafür in den nächsten Wochen nachholen. Es geht zunächst nach Augsburg, dann gegen Stuttgart und schließlich auf die Bielefelder Alm. Union Berlin empfängt kommende Woche Eintracht Frankfurt, bevor sie binnen drei Tagen zweimal bei RB Leipzig antreten: Zuerst im Halbfinale des DFB-Pokals, dann in der Bundesliga. Fürth (H), Freiburg (A) und Bochum (H) heißt der Saisonabschluss, bevor Union vielleicht ein letztes Mal im Olympiastadion antreten darf.

Der Endstand aus dem Olympiastadion: Hertha BSC 1, Union Berlin 4.

Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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