Bundesliga | Tolisso eröffnet, Gnabry beschließt: FC Bayern glänzt auch in Berlin

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News | Mit der Partie zwischen Hertha BSC und dem FC Bayern kam der Deckel auf den 20. Bundesliga-Spieltag. Nach genau 90 Minuten stand der nächste souveräne Sieg des Rekordmeisters, ein 4:1.

Tolisso und Müller münzen Bayerns Dauerdruck um

Es kommt nicht oft vor, dass Hertha unter der Woche spielt und noch seltener, dass es der FC Bayern gleichzeitig nicht tut. Und damit herzlich willkommen aus dem Olympiastadion zu Berlin.

Der Pokal verlief für beide Mannschaften eher durchwachsen. Während die Hertha unter der Woche das Derby gegen Union 2:3 verlor, war der FC Bayern nach dem 0:5 in Mönchengladbach bereits von sämtlichen Pokalpflichten für diese Saison befreit.

 



 

In der Liga blieben beide Mannschaften vor Wochenfrist ungeschlagen. Die Münchener gewannen aufgrund dreier Tore von Robert Lewandowski 4:0 in Köln, während sich Hertha ein torloses Remis in Wolfsburg erkämpfte.

Julian Nagelsmann veränderte seine Startelf auf drei Positionen: Marcel Sabitzer, Jamal Musiala und Marc Roca mussten für Lucas Hernández, Leroy Sané sowie Kingsley Coman weichen. Die Mannschaft dürfte sich in einem verkappten 4-1-4-1, mit Joshua Kimmich als Hybrid zwischen Sechser und Rechtsverteidiger auffächern. In Lucas Hernández steht, nachdem bei Alphonso Davies eine leichte Myokarditis diagnostiziert wurde, zudem wieder ein Studierter für die Linksverteidigerposition zur Verfügung.

Vier Wechsel nahm Tayfun Korkut vor. Unter anderem feierte Linus Gechter sein Startelfdebüt, er kam für den lädierten Niklas Stark in die Mannschaft, der sich im Derby eine Verletzung am Mittelfuß zuzog. Außerdem rotierten Marton Dardai, Peter Pekarik und Myziane Maolida in die Anfangsformation, für Lukas Klünter, Santiago Ascacibar sowie Marco Richter, die allesamt auf der Bank Platz nehmen.

Tolisso im zweiten Versuch, Müller kurz vor der Pause: FC Bayern in Berlin auf Kurs

Damit ging es in medias res. Der Rekordmeister begann wie die Feuerwehr. Nach nicht einmal 30 Sekunden tauchte Serge Gnabry erstmals vor Alexander Schwolow auf und versuchte, Thomas Müller mitzunehmen. Das misslang, zudem stand der Nationalspieler abseits.

Keine Minute später durfte Thomas Müller aus dem rechten Halbfeld halbhoch in die Mitte flanken, wo Corentin Tolisso einlief und per Direktabnahme versenkte. Das 0:1 – aber nur für anderthalb Minuten. Denn wie schon Gnabry zuvor stand auch der Franzose in der verbotenen Zone.

Hertha fand in der Anfangsphase überhaupt nicht statt. Wann immer der FC Bayern den Bizeps anspannte, kamen sie nicht nur zu Chancen. sondern Großchancen. In der 5. Minute kam Müller aus 17 Metern zur Direktabnahme. Zwei Minuten später steckte Kimmich genau im richtigen Moment für Müller durch, der links frei vor Schwolow auftauchte. Herthas Torhüter wurde zwar einmal überchippt, konnte im zweiten Versuch aber Schlimmeres verhindern. Der darauffolgende Eckball brachte nichts ein.

Nach einer Viertelstunde fingen die Münchener an, „Greatest Hits“ zu spielen – und zwar den Track „Champions-League-Finale 2020“. Kimmich chippte auf Coman, der seinen Kopfball allerdings genau auf Schwolow zog. Ablegen wäre die bessere Idee gewesen, Thomas Müller war rechts mitgelaufen.

Danach wurde die Partie etwas offener. In Minute 20 schlug Maximilian Mittelstädt einen Eckball in die Mitte, den Neuer allerdings sicher abfing. Die Berliner blieben diesmal dran, Maolida chippte auf Ishak Belfodil, dessen Kopfball aufs lange Eck Neuer sicher abfing.

Bayerns Antwort gab es in Minute 25: Robert Lewandowski hielt einen eigentlich zu weit geschlagenen Ball scharf, nahm links Kingsley Coman mit. Der bekam von niemandem auch nur ansatzweise Druck und fand mit seiner Flanke in der Mitte Corentin Tolisso, der zum Kopfball abtauchte. Marton Dardai war zu spät dran, Schwolow hatte keinen Auftrag. Diesmal zählte der Treffer, das überfällige 0:1.

Schwolow war inzwischen bester Herthaner. In der 36. Minute streckte sich Lewandowski, um Gnabrys Halbfeldflanke aufs Tor zu bringen, scheiterte aber an einer Glanztat des Hertha-Keepers.

Der FC Bayern wollte das 0:2 – und machte es mit der letzten nennenswerten Aktion in Halbzeit eins: Joshua Kimmich brachte einen Freistoß von halbrechts mit viel Schnitt halbhoch in die Mitte. Alle in blau-weiß spekulierten auf Abseits, aber das vergeblich. Müller ließ die Flanke über den Spann rutschen, sodass der Ball akkurat unten links ins Eck hoppelte.

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FC Bayern nach der Pause erst verschwenderisch – aber trotzdem souverän

Mit demselben Personal ging es in Halbzeit zwei und auch mit derselben phänotypischen Zusammensetzung dieses Spiels. 47. Minute, Sané aus der Distanz, Schwolow. 48. Minute, Sané erneut aus der Distanz, links vorbei.

Doch auf einmal kam auch die Hertha. 52. Minute, Belfodil setzte sich stark im Mittelfeld durch und nahm links Mittelstädt mit. Der flankte direkt nach innen, wo Vladimir Darida angeflogen kam und die Hände vor dem Gesicht zusammenschlug, weil er diesen Ball links vorbeibeförderte. Das hätte der Anschluss sein müssen.

Zwei Minuten später bekam die Hertha einen Eckball, den die Münchener abfingen und kontern konnten. Sané schickte mit einem idealem Pass Coman, der freie Fahrt Richtung Schwolow hatte, dann aber noch einen Haken schlug, um Lewandowski zu bedienen, Chance vertan.

Die Münchener zeigten ein eigentlich tadelloses Auswärtsspiel – bis auf die Chancenverwertung. Nach einer Stunde schickte Tolisso Gnabry mit einem Chipball, links vorbei. Fünf Minuten später schickte Gnabry Müller – Schwolow parierte.

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Photo by TOBIAS SCHWARZ/AFP via Getty Images

Die Bayern bekamen von allein nicht den Deckel auf die Partie – und bekamen dann auch noch Mithilfe. Eine Viertelstunde vor Schluss suchte Schwolow mit einem Querpass rechts Linus Gechter. Leroy Sané spritzte dazwischen und versenkte direkt zum 0:3.

Nun machten es die Münchener standesgemäß – und in Minute 79 noch standesgemäßer. Kimmich schickte rechts Serge Gnabry, der diesmal frei vor Schwolow die Nerven behielt und auf 0:4 stellte.

Das Spiel damit entschieden. Den Weg auf die Anzeigetafel fand Hertha dennoch – aufgrund dreier Einwechselspieler. Dayot Upamecano spielte einen viel zu kurzen Rückpass, sodass Stevan Jovetić dazwischengehen konnte, Neuer parierte. Aber Jurgen Ekkelenkamp setzte nach und hob die Kugel 30 Sekunden nach seiner Einwechslung mit dem ersten Kontakt ins leere Tor hob.

FC Bayern entschlossen, entscheidende Duelle für beide Mannschaften nach der Pause

Aber auch darauf fand der Rekordmeister die passende Antwort: 89. Minute, Sané bekam rechts an der Strafraumkante den Ball, blieb beim Flankenversuch hängen und entschloss sich dann selbst zum Abschluss, der akkurat neben dem Pfosten einschlug. 1:5!

Allerdings bekam Bastian Dankert noch einen Hinweis von Markus Schmidt aus Köln, Sané war die Kugel zunächst an den Arm gesprungen. Somit zählte der Treffer nicht. Gleich danach beendete Dankert die Partie.

An der Rechtmäßigkeit des Erfolges kann es anhand von 30:5 Torschüssen und 19:2 aufs Tor keine Zweifel geben. Der Rekordmeister agierte durch die Bank weg extrem druckvoll, fuhr Welle um Welle Richtung Hertha-Tor und belohnte sich am Ende mit einem fast noch zu knappen Sieg.

Den Gastgebern kann man eigentlich keinen großen Vorwurf machen, sie versuchten defensiv kompakt zu stehen und hatten auch offensiv den ein oder anderen Moment. Wie die Partie verlaufen wäre, wenn Vladimir Darida kurz nach Wiederbeginn auf 1:2 verkürzt hätte, bleibt Spekulation. Die Grundeinstellung stimmte jedoch.

Den 20. Spieltag beschloss die Hertha, den 21. eröffnen sie – mit einem Heimspiel gegen den VfL Bochum. Für den FC Bayern hingegen steht das Topspiel an, ein Topspiel, das den Namen durchaus verdient hat. In der Allianz Arena empfangen sie RB Leipzig.

Der Endstand aus dem Olympiastadion: Hertha BSC 1, FC Bayern 4.

Photo by Maja Hitij/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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