Bundesliga | Eintracht Frankfurt hält dem Werder-Wahnsinn stand – und holt den ersten Saisonsieg!

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News | Zum Abschluss des 4. Bundesliga-Spieltags empfing Werder Bremen Eintracht Frankfurt. Vor allem in der ersten Hälfte gestaltete sich eine wilde Partie, die die Eintracht mit frühen Treffern nach Anpfiff und Wiederanpfiff auf ihre Seite zog – und verdient 4:3 gewann.

Rauf, runter, rauf, runter: Eintracht führt zur Pause in wildem Spektakel

Moin, Moin und herzlich willkommen aus dem Weserstadion! Zu Gast war an diesem Sonntagabend des 4. Bundesliga-Spieltags Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt, die in dieser Saison noch auf ihren ersten Sieg warten. Dem 1:6 gegen den FC Bayern im Auftaktspiel ließ man zwei 1:1-Unentschieden in Berlin sowie gegen den 1. FC Köln folgen. Besonders letztere Partie sorgte aufgrund Jan Thielmanns Ausgleich für Unmut im SGE-Lager. Kevin Trapp wütete bei DAZN ob der Diskussionen über die sch… Abseitstore jede Woche.

 



 

Komplett konträr dazu ist die Stimmung an der Weser. Werder deklinierte in dieser Bundesligasaison sämtliche Formen des Wahnsinns durch. 2:2 in Wolfsburg, 2:2 mit Ausgleich in Minute 95 gegen den VfB Stuttgart und vor Wochenfrist ein 3:2 in Dortmund, das durch drei Treffer ab Minute 89 zustandekam.

Obwohl alle Bremer Treffer das Werk von Jokern waren, beließ es Ole Werner seine Startelf aus dem BVB-Spiel. Einmal wechselte Oliver Glasner: Daichi Kamada kam für Rafael Santos Borré ins Spiel. Dadurch konnte Randal Kolo Muani ins Sturmzentrum rücken.

Bittencourt dreht das Spiel, Lindstrøm dreht es zurück – Frankfurt führt zur Pause

Damit hinein ins Geschehen: Nach weniger als zwei Minuten lenkte Daichi Kamada einen Eckball per Kopf auf den kurzen Pfosten, Jiří Pavlenka tauchte blitzschnell ab und verhinderte den frühen Rückstand – vorerst. Denn die Eintracht blieb dran: Links an der Grundlinie legte Kolo Muani in den Rückraum. Dort fühlte sich niemand in grün-weiß für Mario Götze zuständig, der aus 18 Metern per Flachschuss auf 0:1 stellte. Für Götze war es das erste Bundesligator seit dem 20. Dezember 2019, damals für den BVB in Sinsheim. Sargis Adamyan und Andrej Kramarić retteten der TSG die drei Punkte – Spielverlauf bitte merken.

Denn in Minute 14 schlug SVW-Kapitän Marco Friedl einen Eckball in die Mitte, den die Frankfurter vorerst klären konnten. Auch der Außenristpass von Leonardo Bittencourt verpuffte. Dennoch verpasste es die Eintracht, die Situation endgültig zu löschen. Der Ball sprang zu Anthony Jung, zwischen 2005 und 2012 in der Frankfurter Jugend ausgebildet – und nun Torschütze gegen sie. Aus 16 Metern vollendete Bremens Linksverteidiger ins kurze Eck. 1:1!

Drei Minuten später wurde zuerst Bittencourt, dann Mitchell Weiser gefoult. Es gab den Freistoß aus dem rechten Halbfeld. Ducksch führte schnell aus. Seine Flanke fand im Strafraum Leonardo Bittencourt, der seine 1,70 Meter in die Höhe schraubte und eine Bogenlampe ins lange Eck setzte. Willkommen im alltäglichen Bremer Wahnsinn!

Direkt im Gegenzug brach Kolo Muani rechts durch. Im Fünfmeterraum köpfte Daichi Kamada aus kürzester Distanz ein. 2:2, ja oder nein? Der Japaner stand nicht abseits, dafür aber Kolo Muani bei der Einleitung dieses Treffers. Knapp zwei Minuten dauerte die Diskussion zwischen Patrick Ittrich und Pascal Müller sowie Dominik Schaal in Köln.

Dennoch war es ein rasantes Fußballspiel, es ging rauf und runter, 27. Minute, diesmal war Jesper Lindstrøm frei, scheiterte im Eins-gegen-Eins aber an Pavlenka. Fünf Minuten später hatten die Frankfurter ihren Ausgleich, weil Daichi Kamada auf einen Fehlpass Marco Friedls einging und sofort Randal Kolo Muani schickte. Frankfurts Neuzugang nahm es mit drei Bremern auf und ging als Gewinner heraus. Leicht abgefälscht landete die Kugel unten links.

Sechs Minuten vor der Pause holte sich die Eintracht die Führung zurück. Diesmal war es Sebastian Rode, der die Bremer Hintermannschaft mit einem Steckpass schachmatt setzte. Jesper Lindstrøm hatte rechts viel grün vor sich und chippte im Strafraum über Pavlenka ins kurze Eck. 2:3! Bereits zum zweiten Mal in dieser Bundesligasaison fallen fünf Tore vor der Pause, zum zweiten Mal mit „Beteiligung“ der Eintracht. Beim ersten Mal, im Eröffnungsspiel gegen den FC Bayern, glänzten sie eher durch Passivität. Dieses 3:2 nahm die Eintracht allerdings mit in die Halbzeit!

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Sow macht früh alles klar, Füllkrug kann nur verkürzen

Was kann den Bremern – trotz des Ergebnisses Mut machen? Zum Beispiel, dass ihr letzter Heimsieg in der Bundesliga gegen die Eintracht kam, 23. Spieltag 2020/21. Damals drehten Theodor Gebre Selassie und Josh Sargent die frühe Führung von André Silva. Maßgeblich in Erinnerung bleibt dieses Duell allerdings dadurch, dass sich die beiden Bänke im Anschluss an die Partie angifteten. Und natürlich die eigenen Last-Minute-Fähigkeiten.

Das bringt aber alles nichts, wenn man den nächsten frühen Gegentreffer entgegennehmen muss. Wechsel zur Pause gab es übrigens keine. 48. Minute, Daichi Kamada machte den Ball im Strafraum fest, durfte sich drehen und auf den nachrückenden Djibril Sow warten. Der Schweizer schlenzte die Kugel von der Strafraumkante in den rechten Winkel. 2:4!

Nichtsdestotrotz kamen die Bremer weiterhin zu guten Chancen: 56. Minute, Romano Schmid flankte von rechts. Im Zentum stieg Jens Stage zum Kopfball hoch und setzte diesen nicht nur über den Querbalken, sondern nahm auch dem noch besser postierten Niclas Füllkrug die Gelegenheit.

Drei Minuten später dribbelte sich Kamada links an der Grundlinie durch und spielte dabei Christian Groß aus. Den Abschluss aus spitzem Winkel parierte Pavlenka mit den Fingerspitzen. Die zweite Hälfte gestaltete sich durchaus unterhaltsam, wenngleich nicht mehr so wild, wie die erste.

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Photo by Cathrin Mueller/Getty Images

Also wurde es Zeit für das Bremer Erfolgsrezept der Vorwoche: Joker. Namentlich: Ilia Gruev, Lee Buchanan und Niklas Schmidt. Das Ergebnis bekam man in Minute 71 zu sehen. Schmid verlagerte auf die rechte Seite zu Schmidt, der mit der Hacke auf den freien Buchanan weitergab. Dessen Abschluss ging allerdings über das Tor.

Auf einmal erwachte das Weserstadion. Großer Jubel brach aus, als Ole Werner Oliver Burke zu sich rief. Erstmal aber die 75. Minute, Weiser spielte einen Doppelpass mit Gruev und nahm sich den Abschluss nach kurzem Solo selbst – knapp vorbei. Auch das Zuspiel auf Marvin Ducksch wäre hier eine Option gewesen. Nach dieser Aktion hatte Weiser ausgedient und Burke kam in die Partie.

Die Joker waren drin, Auftritt Last-Minute-Werder. 89. Minute. Trapp parierte einen Abschluss von Füllkrug zur Ecke. Zuvor traf Evan N’Dicka allerdings Ducksch am Fuß. Ittrich schaute sich die Szene an der Seitenlinie an und entschied auf Elfmeter. Niclas Füllkrug trat an, entschied sich für das linke Eck, Trapp lag auf der anderen Seite. 3:4!

Wir sind in der 96. Minute. Burke – wer sonst? – kam über rechts und servierte scharf ins Zentrum, wo Tuta nur knapp über den Querbalken köpfte. Infolgedessen bekam Werder drei Eckbälle in Folge zugesprochen, auch Pavlenka war mit vorne. Diesmal brachte es nichts. Für die Bremer setzte es das nächste Spektakel – aber auch Saisonniederlage Nummer eins. Für Frankfurt endet derweil eine Serie von elf sieglosen Bundesligaspielen in Folge. Zudem ist es der erste Auswärtssieg seit Anfang März, als es ein 4:1 bei der Hertha gab.

Mit diesem Ergebnis springen die Frankfurter auf 11 und ziehen punktetechnisch mit Werder gleich. Beide stehen bei fünf Zählern nach vier Partien. Werder bleibt allerdings dank der besseren Tordifferenz (7:11/10:10) vor der Eintracht auf Platz 10.

Für Bremen geht es vor der Länderspielpause noch nach Bochum, anschließend gegen den FC Augsburg, gefolgt von einem Trip in die BayArena. Frankfurt ist im Vergleich dazu auch noch international eingebunden. Vor dem ersten Gruppenspiel in der Champions League gegen Sporting CP empfangen sie kommendes Wochenende RB Leipzig. Anschließend steht das dritte Heimspiel in Folge an, wenn sowohl Oliver Glasner, als auch Niko Kovač auf ihre eigene Vergangenheit treffen. Abgerundet wird der Block von einem Auswärtsspiel im Stade Vélodrome zu Marseille und dem Auswärtsspiel in Stuttgart.

Der Endstand aus dem Weserstadion: Werder Bremen 3, Eintracht Frankfurt 4.

Photo by Cathrin Mueller/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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