Bundesliga | Nur Sané knackt Rekord-Sommer: Bayern lässt gegen Gladbach zum ersten Mal Punkte liegen!

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News | Das Topspiel des 4. Bundesliga-Spieltags war auch eines im Klassement: Tabellenführer FC Bayern empfing den Zweiten, Borussia Mönchengladbach, der sich vor allem dank Yann Sommer ein 1:1 erkämpfte.

Alles im Griff, bis auf Thuram – FC Bayern zur Pause erstmals hinten

Grüß Gott und Willkommen aus der Allianz Arena! Am Samstagabend des 4. Bundesliga-Spieltags war Borussia Mönchengladbach zu Gast beim FC Bayern. Selbige Borussia, die vergangene Spielzeit in drei Duellen gegen den Rekordmeister ungeschlagen blieb. Zur Saisoneröffnung 2021/22 gab es ein 1:1, im Pokal drehten die Gladbacher komplett auf und gewannen 5:0. Vergangenen Januar legten sie ein 2:1 an Ort und Stelle nach.

Rein numerisch liest sich die aktuelle Gladbacher Bundesligasaison ähnlich: zwei Siege ein Unentschieden aus den ersten drei Partien. Während man die TSG Hoffenheim (3:1) und Hertha BSC (1:0) jeweils zuhause besiegen konnte, ließ man beim 2:2 auf Schalke spät Punkte liegen.

 



 

Nicht so der FC Bayern, der bereits nach drei Spielen 15 Treffer aufzuweisen hat. Diese teilen sich auf ein 6:1 in Frankfurt, ein 2:0 gegen den VfL Wolfsburg sowie ein 7:0 vor Wochenfrist in Bochum auf. Das, in Tateinheit mit einer Tordifferenz von +14 bedeuten einen neuen Bundesligarekord.

Je eine Veränderung gab es auf beiden Seiten in der Startelf. Beide Male war der Brennpunkt die Linksverteidigung: Bei den Münchenern begann Alphonso Davies anstelle von Matthijs De Ligt. Lucas Hernández rückte somit wieder ins Abwehrzentrum. Gezwungenermaßen rotierte Daniel Farke. Ramy Bensebaini fehlte krankheitsbedingt. Für ihn durfte Luca Netz beginnen.

Mané nur mit dem vermeintlichen Durchbruch, Thuram stellt alles auf den Kopf

Vor dem Spiel gab es noch eine Bayern-Choreo zum 50. Jahrestag der Südkurve. Danach ging es in medias res: Es dauerte keine 60 Sekunden, bis der Rekordmeister im Spiel angekommen war: Joshua Kimmich servierte einen Eckball für Dayot Upamecano. Yann Sommer war erstmals gefordert und zur Stelle.

Die Münchener attackierten Gladbach früh, wollten versuchen, mit einem frühen Tor die rote Lawine ins Rollen zu bringen. Allein, im letzten Drittel spielten sie es noch etwas zu ungenau. 12. Minute, nach einer Reihe von Kurzpässen zog Joshua Kimmich von der Strafraumkante ab. Der Schuss war jedoch zu zentral, um Sommer ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

Sieben Minuten später servierte Kimmich eine Freistoßflanke ins Zentrum, die sowohl Thomas Müller als auch Sadio Mané verpassten. Es ging praktisch nur in eine Richtung. 23. Minute, Coman setzte sich gegen drei, vier Mann durch und zog aus spitzem Winkel ab – guter halber Meter über den Querbalken.

Nach einer halben Stunde konnten sich der Rekordmeister erstmals sehenswert von hinten nach vorne aufbauen. Leroy Sané leitete sich die Szene selbst ein und lief nach einem Doppelpass mit Thomas Müller durch. An der Strafraumkante zog er satt ab. Allerdings ging auch dieser Abschluss drüber.

Drei Minuten später versuchte es Sané auf eigene Faust und dribbelte sich bis in den Gladbacher Strafraum. Ko Itakura blockte im allerletzten Moment.

Die Münchener Führung schien eine Frage der Zeit zu sein: 34. Minute, über Kingsley Coman und Sané kamen die Gastgeber in den Strafraum. Müller flankte perfekt an den zweiten Pfosten zu Sadio Mané, der zum hochverdienten 1:0 einschob. Allerdings meldete sich sofort der VAR und erkannte den Treffer ab, weil Sané im Sichtfeld Sommers gestanden haben soll. Tendenz: eher Fehlentscheidung. Sané stand zwar in der Nähe, hatte mit der Situation allerdings nur wenig zu tun.

Fünf Minuten nach der Szene steckte Müller für Mané durch. Erneut vollendete der Senegalese. Diesmal ging die Fahne sofort hoch und zurecht. Mané stand einen guten halben Meter abseits.

Die Münchener wollten den Treffer vor der Pause unbedingt erzwingen. 42. Minute, Müller gewann ein wichtiges Kopfballduell, sodass Alphonso Davies zum Volley kam, den Sommer herausragend parierte.

Gladbach hatte bis hierhin keinen einzigen Torabschluss. Bis zur 43. Minute betrug ihr xG-Wert 0,00. Dann landete ein Befreiungsschlag von Christoph Kramer bei Marcus Thuram, weil Dayot Upamecano über den Ball schlug. So war Thuram frei durch und stellte zur Pause den Spielverlauf so sehr auf den Kopf, wie man ihn nur auf den Kopf stellen kann. Gladbach verteidigte leidenschaftlich, hatte einen Yann Sommer in Überform und fügte den Münchenern so den ersten Rückstand dieser noch jungen Saison zu.

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Lucky Number 27: Sané knackt Rekord-Sommer und rettet das Remis

Ohne personelle Veränderungen ging es in die zweite Hälfte, die sich genauso abspielte, wie die erste. 48. Minute, Coman flankte von rechts, den Kopfball von Thomas Müller hatte Sommer sicher. Noch unglaublicher war allerdings das, was der Schweizer in Minute 61 abzog. Wieder ging es über rechts, über Kingsley Coman. Thomas Müller legte nochmal für Sadio Mané ab. Den ersten Versuch parierte Sommer, den zweiten aus kürzester Distanz auch.

Nach einer Stunde wurden auch die Gladbacher mal wieder vor Manuel Neuer vorstellig: Ko Itakura köpfte einen Eckball allerdings lediglich in die Arme des Nationaltorhüters. So durften die Münchener diesmal umschalten: Benjamin Pavard schickte Leroy Sané mit einem Steilpass, den kein Mittelfeldspieler dieser Welt besser spielen kann. Itakura eilte zurück, konnte Bayerns durchgebrochene Nummer 10 nicht mehr stoppen. Die rettende Instanz hieß einmal mehr Yann Sommer.

Es dauerte gut zehn Minuten, bis der Rekordmeister zur nächsten Großchance kam: 71. Minute, Sommer wehrte einen Sané-Schlenzer zur Seite ab, Coman setzte nach und fand mit einer perfekten Flanke Thomas Müller, dessen Kopfball allerdings zu unplatziert geriet. Eine Viertelstunde vor Schluss nahm sich Pavard den Distanzschuss. Wenngleich der Ball wuchtig kam, parierte Sommer auch diesmal.

Zwei Minuten später wollte Kimmich mit einem Eckball die gesamte Gladbacher Hintermannschaft düpieren. Sein Ball krachte an den Außenpfosten. Sommer behielt die Übersicht und schnappte sich die Kugel.

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Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images

Es war inzwischen ein Duell FC Bayern gegen Yann Sommer – und der Schweizer schien zu gewinnen, Gladbachs fünften Sieg in der Allianz Arena festzuhalten. Damit würden sie sich den alleinigen Rekord sichern. Die Dortmunder Borussia kommt ebenfalls auf vier, gefolgt von Real Madrids drei. Langsam aber sicher wurde auch die Uhr zum Faktor. 83. Minute, Alphonso Davies dribbelte von links nach innen und nahm den eingewechselten Jamal Musiala mit. Der Nationalspieler konnte einmal aufdrehen und hatte im Rückraum das Auge für Leroy Sané. Mit dem 27. Torschuss war Yann Sommer schließlich – auch regelkonform – geschlagen. Sanés flacher Schlenzer schlug akkurat unten links ein.

Fünf Minuten vor Schluss hatte der Torschütze Feierabend. Julian Nagelsmann packte die Brechstange aus und stellte Matthijs De Ligt ins Sturmzentrum. Bereits bei Juventus war der Niederländer einige Male als Aushilfsstürmer tätig.

Zwei Minuten auf dem Platz sah er wie Davies von links draufhielt, Sommer war einmal mehr zur Stelle. In der Allianz Arena herrschte nun eine Spannung und Stimmung wie im Champions-League-Halbfinale. 90 Minuten waren gespielt, als sich für Gladbach sogar nochmal eine aussichtsreiche Konterchance ergab, in Form eines Zwei-auf-Zwei mit Patrick Herrman und Thuram, nachdem sich Hannes Wolf gegen drei Mann durchsetzte. Der Gladbacher Torschütze zog nach innen und nahm sich den Abschluss, den Neuer sicher parierte.

Im Gegenzug köpfte Pavard die Kugel nach vorne, Serge Gnabry legte – ebenfalls per Kopf – für Matthijs De Ligt ab. Last-Minute-Treffer des Aushilfsstürmers? Yann Sommer entschärfte den wuchtigen Abschluss und sagte nein.

Die Münchener warfen nun alles nach vorne. Musiala kam in Minute 94 links im Strafraum zum Schlenzer – drüber. Julian Nagelsmann sank an der Seitenlinie darnieder, denn auch er wusste, was diese vergebene Chance bedeutet.

Nach 96 Minuten beendete Daniel Schlager die Partie. Der FC Bayern holt – man muss es so ausdrücken – gegen Yann Sommer einen Punkt. 19 Paraden zeigte Gladbachs Keeper. Das ist neuer Bundesligarekord. Seit Beginn der Datenerfassung gab es keinen Torhüter mit mehr als 14 Saves, damals Alexander Schwolow für den SC Freiburg. Sommers persönlicher Rekord lag bislang bei zwölf Paraden.

Das Unentschieden geht letztendlich mehr als in Ordnung. Mit diesem Ergebnis verdrängen die Münchener Union Berlin von der Tabellenspitze, die am frühen Nachmittag 6:1 auf Schalke gewannen. Borussia Mönchengladbach rutscht derweil von Platz 2 auf 6 ab, ist aber – wie der Rekordmeister und der SC Freiburg – nach vier Spielen noch ungeschlagen.

Für den FC Bayern war dieses Topspiel der Startschuss in die englischen Wochen. Kommenden Mittwoch geht es nach Köln-Müngersdorf zum Pokal-Nachholspiel gegen die Viktoria, gefolgt von einem Trip an die alte Försterei. Anschließend beginnt die neue Champions-League-Saison, mit einer Partie im San Siro gegen Inter. Danach steht das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart an, bevor Robert Lewandowski mit dem FC Barcelona zu Besuch in die Allianz Arena kommt. Mit der Partie in Augsburg endet für die Münchener der erste Block vor der Länderspielpause.

Wesentlich übersichtlicher gestaltet sich die Angelegenheit bei Borussia Mönchengladbach. Im Pokal sind sie mit einem 9:1 beim SV Oberachern souverän in Runde 2 eingezogen. Für Europa reichte es vergangene Saison nicht. Daher können sie sich bis zur Länderspielpause voll und ganz auf die Bundesliga fokussieren, oder genauer: Auf das Heimspiel gegen Mainz 05 und den Auswärtstrip nach Freiburg, bevor sie RB Leipzig empfangen.

Der Endstand aus der Allianz Arena: FC Bayern München 1, Borussia Mönchengladbach 1.

Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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