Bayern – Wie realistisch ist ein Martial-Transfer?

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Wir haben euch aufgefordert, uns eure Fragen zum aktuellen Geschehen und dem Transfermarkt zu senden. In diesem Teil geben wir unsere Einschätzungen zu folgendem Thema ab: „Wie realistisch ist ein Martial-Transfer zu den Bayern und welche Rolle spielt die Gehaltsstruktur?“

 

Gehalt nur sekundär

Die Spekulationen rund um Anthony Martial (22) sind zugegebenermaßen etwas undurchsichtig. Viele Medien, allen voran natürlich die englischen Medien, berichten immer wieder von Interessenten für den Franzosen. Reduziert man diese Berichte jedoch auf die, die aus dem vermeintlich seriösen Teil der britischen Medienlandschaft kommen, bleiben, Stand jetzt, nur zwei Namen haften: Der FC Chelsea und der FC Bayern München. Klar ist, dass Manchester United von seiner anfänglichen öffentlichen Haltung, Martial halten zu wollen, etwas abgerückt ist. Sowohl der „Guardian“ als auch die „Times“ berichteten erst in der vergangenen Woche, dass United Martial bei einem passenden Angebot (angeblich rund 70 Millionen Euro) ziehen lassen würde.

Und hier wird es interessant: Denn bisher ist bei den „Red Devils“, soweit bekannt, kein Angebot für den französischen Nationalspieler eingegangen. Zwar werden immer wieder die „Blues“ und eben der FCB als mögliche Abnehmer genannt, doch von keinem der beiden Klubs ist ein konkretes Interesse bekannt. Das hat mehrere Gründe: Auf Seiten des FC Chelsea gilt es zunächst abzuwarten, was mit Eden Hazard und Willian in diesem Transfersommer passiert. Beide sollen auf der Liste von Real Madrid stehen, wobei Letzterer nur auf diese Liste gerückt sein dürfte, weil Hazard schlicht zu teuer ist. Aus dem Münchner Lager war schon zu Beginn des Sommers häufig zu hören, dass die Flügel mit den Altstars Ribery und Robben plus Coman und Gnabry ausreichend besetzt sind. Zeitgleich betonte man aber auch, dass man Chancen auf mögliche kluge Transfers nicht gänzlich ignorieren werde. Raum zur Spekulation bleibt also.

Nun zur Frage nach dem Gehalt: Es ist absolut richtig, dass insbesondere die Spitzenklubs der Premier League mit verlockenden Gehältern nicht die schlechteste Ausgangslage in einem solchen Transfer-Theater haben. Allerdings vermeldeten sowohl die „Times“ als auch der „Guardian“, dass Manchester United Martial unter keinen Umständen an einen direkten Liga-Konkurrenten abgeben möchte. In diesem Fall bliebe nach jetzigem Stand der Gerüchteküche nur noch der deutsche Rekordmeister übrig. Und dort werden die Gehälter bekanntermaßen auch nicht mit Monopoly-Geld gezahlt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Transfer von Martial an die Isar deswegen nicht zu Stande kommt, weil ein englischer Spitzenklub mehr Gehalt bietet, ist derzeit also sehr gering.

 

http://ec2-35-159-50-186.eu-central-1.compute.amazonaws.com/dailymartial/

 

United ohne Eile

Doch wie bereits erwähnt ist das Interesse der Bayern an Martial nicht konkret und beruht eher auf Spekulationen. Angesichts der Aussagen der Vereinsbosse bezüglich weiterer Neuzugänge ist es fraglich, ob die Bayern trotzdem bereit wären, +-70 Millionen Euro für den 22-jährigen zu zahlen. Zudem ist United keineswegs gezwungen, seinen Offensivspieler abzugeben. Ja, Mourinho gilt nicht als der größte Fan von Martial und ja, der Vertrag des Stürmers läuft in einem Jahr aus. Da der englische Vize-Meister der letzten Spielzeit aber über die Option einer Vertragsverlängerung um ein weiteres Jahr verfügt, besteht keine Eile. Ob die jüngsten Ereignisse rund um die Geburt von Martials Sohn (Martial war aufgrund der Geburt seines Sohnes vorzeitig aus dem Trainingslager der „Red Devils“ abgereist und sorgte damit bei den United-Bossen für Ärger) Einfluss auf dessen Zukunft nehmen, bleibt abzuwarten.

Sollte aber Chelsea noch einen seiner beiden Flügelspieler abgeben und/oder Bayern konkretes Interesse bekunden, wird die Causa Martial ordentlich Fahrt aufnehmen. Stand jetzt wird der FC Bayern aber wohl mit vier Flügelspielern in die Saison gehen.

 

(Photo OLI SCARFF/AFP/Getty Images)

Nico Scheck

Aufgewachsen mit Elber, verzaubert von Ronaldinho. Talent reichte nur für die Kreisliga, also ging es in den Journalismus. Seit 2017: 90PLUS. Manchmal: SEO. Immer: Fußball. Joga Bonito statt Catenaccio.

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