FIFPro: Frauenfußball könnte härter als Männerfußball betroffen sein

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News | Während durch die Zahlung der TV-Gelder wohl viele Bundesligisten mit einem blauen Auge davon kommen, könnte es den Frauenfußball viel härter treffen, erklärt die Spielergewerkschaft FIFPro.

Frauenfußball viel abhängiger von Großveranstaltungen

Jonas Baer-Hoffmann, FIFPro-Generalsekretär, erklärte, dass der globale Wachstum, den der Frauenfußball durch die WM 2019 erlebt hat, sich auch schnell umkehren kann. Der Frauenfußball „erlebte einen Aufwärtstrend, aber ein positiver Trend kann auch ziemlich fragil sein. Wir sehen die Gefahr, dass bestimmte Programme schließen müssen oder nicht mehr dieselbe Aufmerksamkeit erhalten werden, wie vorher. Die langfristigen Folgen (der Pandemie, Anm. d. Red.) in unserem Spiel, was Gleichberechtigung und Vielfalt angeht, könnten viel stärker auf der Seite der Frauen zu spüren sein.“

„Es gibt eine Reihe von Risiken. Eins ist ein Fallen der Investitionen, wie wir vor Kurzem gesehen haben. Wir müssen weiter in den Frauenfußball investieren, um seine professionelle Entwicklung beizubehalten.“

„Wir haben auch die Verschiebung von internationalen Wettbewerben gesehen. Der Frauenfußball braucht diese großen, öffentlichen Events noch, wie eine Weltmeisterschaft, Olympia, Europameisterschaften, weil diese Events eine große Plattform sind, auf der viele Spielerinnen ihre Karriere aufbauen. Das ist so, weil es die einzige Plattform ist, auf der sie von Vereinen gesehen werden, die an ihnen interessiert sind. „

FIFPro hat am Donnerstag ein Schreiben veröffentlicht, das die „existenzielle Gefahr“ darstellt, der der Frauenfußball aufgrund der Pandemie gegenübersteht. Die durchschnittliche Vertragslänge einer Fußballspielerin beträgt etwas mehr als zwölf Monate.

Fußballerinnen können es sich nicht leisten, in demselben Maß auf Gehalt zu verzichten, wie Fußballer

Amanda Vandervort, die erste Beamtin für Frauenfußball bei der FIFPro fügt hinzu: „Jetzt ist der Zeitpunkt, an dem wir über Frauenfußball sprechen müssen. Nicht in ein paar Wochen oder ein paar Monaten, jetzt. Wir müssen uns große Sorgen machen, dass die Investitionen im Frauenfußball reduziert werden oder ganz wegfallen. Die Industrie muss zusammen eine gemeinsame Vision erarbeiten. Zusammen erreichen wir nachhaltigen Wachstum.“

Baer-Hoffmann merkte noch an, dass eine große Mehrheit der Fußballerinnen es sich aufgrund ihres geringen Gehalts nicht leisten können, eine derartige Gehaltskürzung wie die Männer anzunehmen.

Das hielt die Frauenfußballnationalmannschaft Englands aber nicht auf, zusammen an die NHS zu spenden und eine Aktion zu unterstützen, die von Spielern der Premier League ins Leben gerufen wurde.

Jodie Taylor ist Stürmerin bei den „Lionesses“. Auf die Frage, ob sie Freunde im Fußball hat, die sich um ihren Job sorgen, sagte sie: „Ich glaube, niemand fühlt sich zurzeit sicher.“#

„Niemand weiß, wie lange das andauern wird. So sehr ich glaube, dass unsere Liga und unser Klub so nachvollziehbar wie möglich handeln, wer weiß was die Zukunft bringt.“

„Es ist eine stressige Realität. Und eine, in der wir uns zurücklehnen und warten müssen. Es ist sehr unbekannt.“

(Photo by Elsa/Getty Images)

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Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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