Gladbach | Vogel beteuert: Training der Frauen als Entschuldigung nicht als „Strafe“

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News | Ein Urteil des Westdeutschen Fußballverbands sorgte zuletzt für Aufregung. Heiko Vogel, Trainer der U23 von Borussia Mönchengladbach, hatte eine Schiedsrichterin beleidigt und sollte als Auflage eine Frauenmannschaft trainieren. Vogel nahm dazu nun Stellung.

„Es war nie in meinem Sinn, dies als Teil einer Strafe zu verstehen“, sagte Heiko Vogel (45) in einem Interview mit den vereinseigenen Medien und erklärte: „Ich habe es vorgeschlagen, weil ich mich bei den Fußball spielenden Frauen und Mädchen bei Borussia entschuldigen wollte und weil ich ihnen zeigen wollte, dass ich den Frauenfußball wertschätze und auf der gleichen Ebene wie Männerfußball sehe.“

Nach einer diskriminierenden Äußerung gegenüber einer Schiedsrichterassistentin wurde der Trainer von Borussia Mönchengladbachs U23-Auswahl vom Westdeutschen Fußballverband (WDFV) eine Sperre von zwei Spielen sowie eine Geldstrafe in Höhe von 1.500 Euro verhängt. Darüber hinaus hatte Vogel bei den Verhandlungen angeboten, mehrere Trainingseinheiten einer Frauenmannschaft der Borussia zu leiten. Dies wurde als „Auflage“ mit in das Urteil aufgenommen und sorgte für Empörung. „Dieses Urteil diskriminiert alle Frauen im Sport und speziell im Fußball. Wir fühlen uns beleidigt, diskriminiert und lächerlich gemacht“, hieß es in einem Brief, den DFB-Spielführerin Alexandra Popp und weitere Spielerinnen veröffentlichten.

Gladbach-Trainer Vogel möchte Frauen trotzdem trainieren

Zu dem Vorfall vom 30. Januar selbst sagte der Trainer der Zweitreserve der Fohlen: „Ich bereue mein Verhalten sehr. Nach meinem Platzverweis habe ich in einem emotionalen Ausbruch gesagt, dass Frauen nicht auf den Fußballplatz gehören. Das war dumm, das war unsportlich und es war diskriminierend. Meine Aussage ist absolut nicht zu rechtfertigen und entspricht vor allem nicht meiner persönlichen Einstellung. Ich habe mich dafür bei den Beteiligten entschuldigt und ich möchte mich bei allen Fußball spielenden Frauen und Mädchen und bei allen Schiedsrichterinnen entschuldigen.“ Zusätzlich zur Strafe des WDFV erhielt Vogel auch eine Geldstrafe von Borussia Mönchengladbach.

Das Training einer Frauenmannschaft möchte Vogel trotzdem leiten, weil es ihm „am Herzen liegt, dass ich mich bei den Frauen und Mädchen entschuldige. Und unter Fußballerinnen und Fußballern geht das am besten, wenn man gemeinsam auf dem Platz steht. Natürlich nur, wenn die Spielerinnen dies auch möchten.“

Photo: Imago

 

 

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