Was wurde eigentlich aus…? Teil 13 – Hajime Hosogai

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Er spielte in der Bundesliga unter anderem für Bayer 04 Leverkusen und Hertha BSC, verbrachte 6 Jahre in Deutschland: Hajime Hosogai. In unserer Reihe „Was wurde eigentlich aus…?“ schauen wir auf ehemalige Bundesligaspieler und den Verlauf ihrer Karriere und schauen, wo diese Akteure heute ihr Geld verdienen. 

Ausbildung in Japan und der wichtige Schritt nach Europa

Nachdem Hajime Hosogai, der im japanischen Maebashi geboren wurde, nachdem er in der Jugendabteilung seines Heimatvereins FC Maebashi Junior Youth ausgebildet wurde, an der Maebashi-Ikuei-Oberschule aufgenommen wurde, entwickelte er sich rasant. Diese Oberschule war dafür bekannt, dass viele junge Talente, die dort die Ausbildung durchliefen, den Sprung in den japanischen Profifußball schafften, gleiches galt auch für Hosogai. Nach dem Abschluss der Oberschule gelang Hosogai der Sprung in den Profikader der Urawa Red Diamonds, einem der bekanntesten Klubs im japanischen Fußball. Dort gelang ihm der erhoffte Durchbruch im Jahr 2008, anschließend spielte er dort bis 2011 und sammelte wichtige Erfahrungen, ehe er den Sprung nach Europa wagte.

(Photo by Junko Kimura/Getty Images)

Im Januartransferfenster 2011 verpflichtete Bayer 04 Leverkusen den Spieler, verlieh ihn aber sofort zum FC Augsburg in die 2. Bundesliga. Dort konnte Hosogai sich in Ruhe an das Tempo in Deutschland gewöhnen, sich im Land zurechtfinden und akklimatisieren. 7 Einsätze verzeichnete er in der Rückrunde für den FCA und stieg in die Bundesliga auf. Auch die Saison 2011/12 absolvierte Hosogai auf Leihbasis für die Fuggerstädter und avancierte nach der Sommervorbereitung zum Stammspieler im System von Trainer Markus Weinzierl.

Hosogai stand in 32 von 34 möglichen Bundesligaspielen auf dem Platz, sammelte dort über 2700 Einsaztminuten. Der Japaner bestach durch seine taktische Disziplin und vor allem auch durch seine Flexibilität. Zwar absolvierte Hosogai die meisten Spieler im Mittelfeldzentrum, punktuell setzte Markus Weinzierl den Spieler aber auch im offensiven Bereich ein, zudem spielte Hosogai auf beiden Außenverteidigerpositionen und zeigte auch hier ansprechende Leistungen. Der Lohn für die guten Auftritte war der Klassenerhalt am Ende der Saison.

Kein Durchbruch in Leverkusen – Hertha als Ausweg

Nachdem die erste Phase des Projektes Hosogai für Bayer Leverkusen abgeschlossen war und der Spieler anderswo entsprechende Erfahrungen und Spielzeit sammeln konnte, sollte nun die zweite Phase folgen: Der Durchbruch in Leverkusen. Die Flexibilität von Hosogai war für den Japaner Segen und Fluch zugleich. Segen, weil er immer mal wieder in die Mannschaft rücken und Löcher stopfen konnte, Fluch, weil er sich auf keiner Position so richtig festspielen konnte. Nachdem der in den Anfangswochen von Trainer Sascha Lewandowski nicht eingesetzt wurde, fand Hosogai allmählich doch einen Weg in die Mannschaft.

LE (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Lewandowksi setzte Hosogai häufig als Linksverteidiger ein, weil sich Michel Kadlec schwerer verletzte und Sebastian Boenisch in der Gunst des Trainers nicht allzu weit oben stand. Nach der Rückkehr von Kadlec wurde der Tscheche wieder als Linksverteidiger aufgestellt, für Hajime Hosogai bedeutete das, dass er kaum noch berücksichtigt wurde. In der Rückrunde der Saison 2012/13 spielte der Japaner nur noch 33 Minuten in der Bundesliga, ein Abschied rückte immer näher. Hertha BSC schlug zu und verpflichtete Hosogai im Sommer 2013 für nur 1 Million Euro.

Höhen und Tiefen bei der Hertha

Hertha BSC und Hajime Hosogai – nach dem Wechsel des Mittelfeldspielers sah es zunächst so aus als hätte man sich gesucht und gefunden. Jos Luhukay wusste den zuverlässigen Japaner gut einzusetzen, stellte ihn konsequent und in allen 34 Spielen im zentralen Mittelfeld auf und Hosogai dankte seinem Trainer mit beständigen Leistungen. Er war nie ein Spieler, der eine Partie vollkommen an sich reißen konnte, allerdings spielte er abgeklärt, unspektakulär, lief wichtige Lücken zu und verfügte über ein solides Passspiel. Hosogai schaltete sich nicht allzu häufig in die Offensive ein, war taktisch diszipliniert, foulte nur, wenn es wirklich nötig war und sammelte in seiner Laufbahn wenig Karten.

2013/14 war er unangefochtener Stammspieler und verhalf der Hertha zu eine ordentlichen Saison, die man im Tabellenmittelfeld der Bundesliga beendete. In der Folgesaison wurde es für Hosogai schwieriger. In der Hinrunde veränderte sich an seinem Status eigentlich nichts, seine Auftritte waren aber nicht mehr von dieser enormen Konstanz geprägt, wie es im Jahr zuvor der Fall war. In der Rückrunde wurde er zunächst nicht mehr berücksichtigt, fiel später länger aus und kam so im Endeffekt nur auf 20 Einsätze in der Bundesliga. Nachdem auch zu Beginn der Saison 2015/16 klar war, dass es der Japaner sehr schwer haben wird, weil er gar nicht mehr im Kader stand, wechselte er auf Leihbasis in die Süperlig und schloss sich Bursaspor an.

Leihe ohne den ganz großen Effekt, Intermezzo in Stuttgart

Doch auch hier pendelte Hosogai eher zwischen Startelf und Bank, saß zwischendurch auf der Tribüne, handelte sich gleich zwei Sperren ein, was ungewöhnlich für ihn war. Ein weiterer, eher negativer Nebeneffekt: Hosogai wurde wieder einmal hin- und hergeschoben, absolvierte 20 Pflichtspiele auf drei verschiedenen Positionen und etablierte sich erst zu Saisonende, diesmal als Rechtsverteidiger. Eine feste Verpflichtung kam nicht zustande und auch bei der Hertha sah seine Zukunft alles andere als rosig aus, diesmal klopfte der VfB Stuttgart, der gerade in der 2. Bundesliga spielte, an.

(Photo by Adam Pretty/Bongarts/Getty Images)

Auch dieser Wechsel wurde nicht zur erhofften Erfolgsstory. An den ersten 9 Spieltagen sammelte Hosogai fleißig Einsatzminuten, dann setzte ihn ein Zehenbruch, später eine Formschwäche „außer Gefecht“. Hosogai wurde überhaupt nicht mehr berücksichtigt, nicht einmal mehr von der Bank konnte oder durfte er Impulse setzen. In ihm reifte der Entschluss, dass seine Zeit in Europa vorbei ist, ein Wechsel zurück in die japanische Heimat sollte wieder für mehr Kontinuität, Spaß am Fußball und regelmäßige EinsEatzzeiten sorgen. Und so zog es Hosogai schon im März weiter, diesmal zu Kashiwa Reysol. Doch auch hier wurde er nur sporadisch eingesetzt, saß immer wieder auf der Tribüne und wenn er spielen durfte, dann nur 10, manchmal 15 Minuten.

Was macht Hosogai heute?

Ein erneuter, diesmal womöglich letzter Wechsel, soll nun dafür sorgen, dass Hosogai glücklich wird. Der Japaner will einfach nur Fußball spielen – und das merkt man angesichts des Ziels, das er sich ausgesucht hat. Im Winter wechselte Hosogai nämlich nach Thailand (!) und schloss sich Buriram United mit Trainer Bozidar Bandovic an. Hosogai, mittlerweile 32 Jahre alt, unterschrieb beim Serienmeister in Thailand bis zum Ende des Jahres. Sollte er auch hier nicht entsprechend zum Zug kommen, dann könnte das das Karriereende für den Japaner bedeuten. Das Niveau der Liga ist aber nicht allzu hoch, sodass die Chancen gut stehen, dass Hosogai einfach nur noch ein bisschen Spaß am Fußball haben kann.

(Photo by ODD ANDERSEN/AFP/Getty Images)

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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