Bundesliga | RB kann Topspiel – Poulsens Treffer versenkt schwachen BVB

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News | Willkommen in der Red Bull Arena zum Topspiel des 11. Bundesliga-Spieltags, RB Leipzig empfing Borussia Dortmund. Es entwickelte sich eine sehr intensive Partie, die RB Leipzig hochverdient gegen einen schwachen BVB 2:1 gewann.

Gvardiols Geniestreich macht den Unterschied – BVB fahrig

Die vergangene Woche verlief für beide Teams gemischt. Während RB Leipzig zuerst last-minute einen Sieg in Frankfurt aus der Hand gab, rettete ihnen Dominik Szoboszlai gegen Paris Saint-Germain das Remis in der Nachspielzeit vom Punkt. Das Ausscheiden aus der Champions League wusste jedoch auch er nicht zu verhindern.

Borussia Dortmund feierte am 10. Spieltag einen 2:0-Sieg gegen den 1. FC Köln. In der Königsklasse gab es allerdings ein 1:3 gegen Ajax, verbunden mit dem Sturz auf Platz 3 der Gruppe C. Ausschlaggebend dafür: ein äußerst strittiger Platzverweis gegen Mats Hummels.

 



 

Jesse Marsch trat im Vergleich zum 2:2 gegen PSG mit Christopher Nkunku, Dominik Szoboszlai und Yussuf Poulsen in der Offensive an. Damit musste André Silva wieder auf die Bank. Mohamed Simakan vertrat zudem Willi Orbán, der mit Muskelverletzung ausfiel. Insgesamt vier Wechsel gab es diesmal – und deren zwei beim BVB: Donyell Malen und Marin Pongračić begannen für Steffen Tigges und Marius Wolf.

Die ersten zehn Minuten der Partie verliefen eher ereignisarm. RB Leipzig dominierte zwar, aber es dauerte bis zur 13. Minute, als der amtierende Vizemeister und Pokalfinalist die erste dicke Gelegenheit verbuchen konnte. Tyler Adams eroberte die Kugel und steckte für Christopher Nkunku durch. Der hätte eigentlich schon direkt abschließen können, schlug noch einen Haken gegen Hummels. Seinen Abschluss konnte Gregor Kobel noch parieren, den Rebound beförderte Dominik Szoboszlai am linken Pfosten vorbei.

Nkunku belohnt aggressive Leipziger

Dortmund präsentierte sich nach dem 1:3 gegen Ajax fahrig, RB gelang es immer wieder, durch frühes Gegenpressing Unruhe ins Spiel zu bringen und auch zu halten. Dortmund hatte große Schwierigkeiten im Spielaufbau und kam in der ersten halben Stunde praktisch gar nicht zu Torchancen.

Was sich in Minute 29 ereignete, war folgerichtig: Joško Gvardiol spielte einen punktgenauen Steilpass auf Christopher Nkunku, Kobel zögerte. So konnte Nkunku den BVB-Keeper umkurven und aus spitzem Winkel ins leere Tor einschieben. Die verdiente Führung.

In der 36. Minute erst kam Borussia Dortmund zu seiner besten Torchance. Nach gelungenem Spielaufbau und scharfem Querpass von Thomas Meunier kam Jude Bellingham zum Abschluss. Sein Versuch wurde geblockt – und zwar von Donyell Malen. Die Szene war bezeichnend für den bisherigen BVB-Auftritt. Null Torschüsse, lediglich 72 Prozent Passquote, 57 Prozent in der gegnerischen Hälfte.

Es ging mit dem 1:0 in die Pause. Es ist eine hochverdiente Führung. Dortmund lieferte nach dem 1:3 gegen Ajax eine äußerst schwache Performance ab, Leipzig hatte alles unter Kontrolle. Die Frage ist nur, ob sie die Führung diesmal ins Ziel bekommen.

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Poulsen entscheidet den Verfolgergipfel, BVB-Vorsprung schmilzt

Der Spielstand veranlasste Marco Rose zur zweiten Halbzeit erstmals personell tätig zu werden: Ansgar Knauff kam für Marin Pongračić.

Am Spiel änderte sich erstmal wenig. RB machte Druck, versuchte das 2:0 nachzulegen. Die beste Gelegenheit dazu gab es in Minute 51: Amadou Haidara steckte für Nkunku durch, der nochmal zu Poulsen querlegte. Den Ball ins Tor zu tragen, ist in dieser Situation allerdings nicht der Weisheit letzter Schluss. Warum, bekamen sie direkt im Gegenzug vorgeführt. Meunier fand aus dem Halbfeld Marco Reus. Dortmunds Kapitän stand frei vor Peter Gulacsi und traf trocken ins lange Eck. Fußball kann manchmal so einfach sein – und grausam für die Gastgeber, die binnen 60 Sekunden ihre gesamte Saison – zweimal PSG, Freiburg oder auch Frankfurt – vorgeführt bekamen.

RB schüttelte sich kurz – und begann im Anschluss wieder, den Stein den Berg hochzurollen. 60. Minute, Nkunku, Simakan und Szoboszlai kamen binnen Sekunden zum Abschluss, doch immer hatte Dortmunds Abwehr die richtige Antwort parat. Vier Minuten später spielte RB einen Konter ungenügend aus. Im Strafraum setzte Nkunku zu zwei Zidane-Tricks nacheinander an. Am Ende ging die Kugel an den linken Pfosten, von dort an den Fuß von Kobel – aber eben nicht ins Tor. Es waren irrwitzige Szenen, die sich im BVB-Strafraum abspielten.

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Photo by Stuart Franklin/Getty Images

In der 68. Minute waren die Dortmunder dann doch fällig: Leipzig baute über den eingewechselten Emil Forsberg und Nkunku auf. Der Torschütze zum 1:0 flankte scharf an den zweiten Pfosten, wo Poulsen die Kugel über die Linie grätschte. An der Seitenlinie stand schon André Silva bereit, das Tor nahm Poulsen aber noch mit.

So, zweite Chance. Diesmal auch mit Nachlegen? Vorerst. 73. Minute, Angeliño flankte von links, am zweiten Pfosten stieg Nordi Mukiele hoch und köpfte locker zum 3:1 ein. Aber: Leipzigs Rechtsverteidiger stand klar abseits. Weiter 2:1.

RB bringt den Vorsprung über die Zeit – RB klettert in der Bundesliga

In der 79. Minute erarbeitete sich auch der BVB mal wieder eine aussichtsreiche Torchance. Eine Brandt-Ecke brachte Mats Hummels aufs Tor – allerdings genau in die Arme von Gulacsi.

Die Dortmunder machten es vorne wie hinten spannend: 91. Minute, Kobel versuchte sich an einem weiten Abschlag, rutschte dabei weg und servierte die Kugel für Tyler Adams, der aber zu viel Zeit bei der Ballverarbeitung brauchte, sodass der BVB-Keeper wieder zupacken konnte – die nächste Top-Chance versandete. Trotzdem gewann RB dieses Topspiel.

Und das taten sie verdient. Über 90 Minuten zeigten sie sich energischer und giftiger, als ein BVB, der auf Notstromaggregat zu laufen schien. Damit springt Leipzig in der Tabelle auf Platz 5. Der Abstand zwischen beiden Mannschaften schmilzt auf nunmehr sechs Punkte. Der wahre Gewinner dieses Topspiels ist aber der FC Bayern München, der nach dem 2:1 gegen Freiburg an einem Tag beide Verfolger distanzieren konnte und vier Zähler Vorsprung an der Tabellenspitze hat.

Nach der Länderspielpause geht es für die Leipziger zur TSG Hoffenheim, Borussia Dortmund trifft auf den VfB Stuttgart.

Der Endstand aus der Red Bull Arena: RB Leipzig 2, Borussia Dortmund 1.

Photo by Stuart Franklin/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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