Bundesliga | Union dreht gegen Leipzig den Spieß um, Spektakel in Freiburg, Fürth abgestiegen

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News | Der Samstagnachmittag des 31. Bundesliga-Spieltags hatte unter anderem einen späten Sieg Unions in Leipzig zu bieten, sowie ein Spektakel zwischen dem SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach – und den Fürther Abstieg.

Ndicka auf beiden Seiten, Gladbach mit Revanche für Hinspiel-Debakel

Nach nicht einmal einer Minute gab es bereits den Anstich für den Samstagnachmittag. Borussia Mönchengladbach fuhr seinen allerersten Angriff der Partie, Nicolas Höfler grätschte mit dem ausgestreckten Arm in eine Hereingabe. Benjamin Brand schaute sich die Szene am Monitor an und entschied diskutablerweise auf Elfmeter. Höfler war bereits am Boden. Ramy Bensebaini ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen und verwandelte sicher unten rechts. 0:1!

Ebenfalls in Minute 3 ging auch der 1. FC Köln gegen Arminia Bielefeld in Führung. Einen Freistoß von Florian Kainz konnten die Bielefelder noch klären. Jonas Hector setzte jedoch nach und fand in der Mitte Mark Uth, der sich in einer Bewegung drehte und im Fallen unten links versenkte.

 



 

Zwei Minuten später gab es den ersten Treffer am Fürther Ronhof. Jessic Ngankam ließ zuerst Jonathan Tah rechts stehen. Den Versuch aus spitzem Winkel konnte Lukáš Hrádecký noch parieren. Ngankam bekam den Rebound, den er für Jetro Willems am zweiten Pfosten auflegte. In aller Ruhe konnte der Niederländer die Kugel nochmal annehmen und zum 1:0 versenken.

Allerdings hielt die Fürther Herrlichkeit lediglich vier Minuten. 9. Minute, infolge einer Ecke von Kerem Demirbay drückte Patrik Schick die Kugel über die Linie. Ursprünglich ging die Fahne hoch. Nach Rücksprache mit Dr. Matthias Jöllenbeck in Köln gab Tobias Reichel den Treffer. Es war ein Fürther, der den Ball in der Mitte zu Schick weiterleitete. Für den Tschechen war es nicht nur das 20. Saisontor, sondern auch das erste seit seiner Verletzung Mitte Februar.

Lindes Geschenk lässt Leverkusen aufatmen, Modeste bringt Köln auf Kurs

In Minute 12 ging die spektakuläre Anfangsphase weiter, Tatort: Deutsche Bank Park, Frankfurt. Ein Treffer hatte sich bis hierhin nicht zwingend angedeutet. Solange, bis Andrej Kramarić auf der linken Seite etwas zuviel Platz bekam und am ersten Pfosten eigentlich Munas Dabbur suchte. Gefunden hatte der Kroate allerdings Evan Ndicka, der unhaltbar für Kevin Trapp oben links ins eigene Tor nickte. 0:1.

Wiederum nur eine Minute später erhöhte Gladbach in Freiburg auf 0:2. Jonas Hofmann entledigte sich bei einem Konter Nationalmannschaftskollege Nico Schlotterbeck. In der Mitte war Breel Embolo bereits mitgelaufen und schob ins kurze Eck ein. Zum Vergleich: Im Hinspiel, das die Freiburger im Borussia Park 6:0 gewannen, lagen die Gladbacher zum gleichen Zeitpunkt bereits 0:3 zurück.

18 Minuten waren gespielt, als dieser Samstagabend seinen bereits siebten Treffer zu verzeichnen hatte – und der ging auf die Kappe von Fürth-Keeper Andreas Linde. Vom Fünfmetereck spielte er die Kugel unbedrängt in die Füße von Sardar Azmoun. Der Rest war Formsache. Erstes Bundesligator für den Neuzugang von Zenit St. Petersburg. Fürth war nun unter Druck, mit diesem Ergebnis wäre die Spielvereinigung rechnerisch abgestiegen.

Danach nahmen sich die fünf Partien eine kleinere Pause – bis in die 32. Minute hinein: Filip Kostić holte mit einem Abschluss aus spitzem Winkel einen Eckball heraus, den er selbst an den zweiten Pfosten brachte. Dort stand Evan Ndicka frei, weil ihn Kevin Akpoguma aus den Augen verlor und köpfte diesmal auf der richtigen Seite ins kurze Eck ein.

Das nächste Eigentor unterlief dafür Timo Hübers im Duell mit der Arminia: 33. Minute, sein Abwehrpartner Luca Kilian hatte im Zweikampf mit Patrick Wimmer das Nachsehen. Der zukünftige Wolfsburger in Diensten Bielefelds legte den Ball vor Marvin Schwäbe quer, Hübers grätschte die Hereingabe zum Ausgleich über die Linie. Vergangene Woche fehlte der Arminia im Duell mit dem FC Bayern in den engen Situationen das Glück. Beide Tore der Münchener vor der Pause waren knapp kein Abseits, der vermeintliche zwischenzeitliche Ausgleich durch Masaya Okugawa schon. Diesmal lief es zugunsten der Bielefelder. 1:1!

Bis zwei Minuten vor der Pause derjenige zuschlug, auf den sich Köln in engen Situationen immer verlässt: Anthony Modeste. Ausgangspunkt war Torschütze Uth, der aus dem rechten Halbfeld in die Mitte flankte. Dort fand sich Modeste mit erstaunlichen Freiheiten ausgestattet wieder, nahm die Kugel nochmal kurz an, brachte sie aufs rechte Eck und hatte etwas Glück, dass Amos Pieper noch entscheidend abfälschte. Stefan Ortega lag bereits am Boden und hatte daher keinen Auftrag.

Damit endete eine äußerst ereignisreiche erste Hälfte mit zehn Treffern in vier Spielen. Lediglich zwischen RB Leipzig und Union Berlin, der Neuauflage des Pokal-Halbfinals vom Mittwoch, tat sich noch nichts. Den Gastgebern fiel offensiv nicht allzu viel ein. Wie vergangenes Wochenende in Leverkusen konnten sie vor der Pause keinen einzigen Torschuss verzeichnen. Union hatte bereits deren acht, zwei aufs Tor und kam der Führung sukzessive näher.

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Stindl rettet Gladbach in Freiburg, Fürth abgestiegen

Nach der Pause schüttelte sich Leipzig kurz und spannte erstmals den Bizeps an. 46. Minute, Christopher Nkunku – wer sonst? – verschaffte sich auf der linken Seite Platz und flankte in die Mitte. Dort köpfte Grischa Prömel den Ball genau in die Bahn von Yussuf Poulsen der bretthart und flach unten links vollendete. RB unter Domenico Tedesco zeichnet sich weiterhin durch eine fast schon unfaire Effizienz aus. Bis hierhin konnte man den Unionern wirklich keinen großen Vorwurf machen. Trotzdem lagen sie 0:1 zurück. Man stelle sich nur vor, es gelänge den Leipzigern, die im Moment mit 35 Punkten die Rückrundentabelle anführen, diese Konstanz über eine gesamte Saison zu zeigen.

Genug der Gedankenspiele, zurück in die Realität – und die spielte sich zunächst im Freiburger Europa-Park-Stadion ab: 48. Minute, Stefan Lainer verpasste Nicolas Höfler, der bereits den ersten Elfmeter verschuldete, einen Tritt. Abermals schaute sich Brand die Szene an der Seitenlinie an, abermals gab es den Strafstoß – diesmal auf der gegenüberliegenden Seite. Vincenzo Grifo nahm sich der Sache an und traf genauso sicher, wie vergangenen Dienstag in Hamburg. Halbhoch rechts schlug es ein. Anschluss.

Bundesliga Fürth Leverkusen

Photo by Adam Pretty/Getty Images

Die mutmaßliche Entscheidung gab es dagegen in Fürth: 58. Minute, Paulinho zog von links nach innen und spielte den Doppelpass mit Sardar Azmoun, von dem er die Kugel delikat per Chip zurückbekam. Im ersten Versuch schlug der Brasilianer noch ein Luftloch, den zweiten versenkte er. 1:3, der Fürther Abstieg nahm immer konkretere Züge an.

Zurück ins Ländle, in den Breisgau. 61. Minute, Christian Günter hatte genug davon, dass seine Mannschaft versuchte die Tür mit der Haarnadel aufzubekommen, also trat er sie aus rund 20 Metern einfach ein. Ausgleich!

Fünf Minuten später hatte Eintracht Frankfurt die Partie gegen Hoffenheim gedreht. Es sollte wenig überraschen, dass Evan Ndicka auch an diesem Treffer seine Aktien hatte. Aber der Reihe nach: Zuerst verlor Ihlas Bebou den Ball am eigenen Strafraum, so konnten die Frankfurter schnell umschalten. Ndicka bediente links Daichi Kamada, der von links sehenswert ins lange Eck schlenzte. 2:1, zwei Tore und ein Assist für Ndicka bis hierhin. Für die Eintracht wäre dieser Erfolg eminent wichtig. Sie würden eine Serie von vier sieglosen Bundesligaspielen beenden. Zwischendurch lief es in der Europa League bekanntermaßen nicht ganz so schlecht.

Dafür ging der Negativlauf in der Bundesliga vorerst weiter. 78. Minute, David Raum zündete den Nachbrenner und flankte in höchstem Tempo in die Mitte. Georginio Rutter stand frei und lenkte das Geschoss per Kopf ins Tor. 2:2!

Dieser Spielstand hatte bis in die 80. Minute auch in Freiburg Bestand. Christian Günter brachte einen Eckball von rechts in die Mitte, wo sich Philipp Lienhart, der bereits im Hinspiel Freiburgs dritten Treffer erzielte, in die Höhe schraubte und die Partie drehte. #3 by name, #3, by nature.

Derweil besiegelte Bayer Leverkusen den Fürther Abstieg endgültig. 84. Minute, Charles Aranguiz legte gut 20 Meter vor dem Tor für Exequiel Palacios auf, der präzise unten links traf.

In Leipzig lief die 86. Minute, Sven Michel stand erst 84 Sekunden auf dem Platz, als er am ersten Pfosten eine Flanke von Sheraldo Becker einköpfte.

Zeitgleich machte der 1. FC Köln alles klar. Modeste bekam infolge eines DSC-Eckballs einem Konter auf rechts viel Platz und entschied sich für das Abspiel auf Jan Thielmann, der locker ins lange Eck einschob. 3:1, Deckel drauf.

Stichwort Konter, das kann Union auch – und wie! 89. Minute, Becker ließ auf rechts Angeliño locker stehen. Der Ball fiel für Sven Michel, der genial mit der Hacke für den zusammen mit ihm eingewechselten Kevin Behrens auf. Der musste nur noch einschieben.

Der letzte Treffer des Tages gehörte allerdings Borussia Mönchengladbach. 93. Minute, Patrick Herrmann bekam auf rechts sehr viel Zeit zum Flanken. Im Zentrum sahen viele Mann in rot Lars Stindl interessiert beim Kopfball zu, 3:3! Die Ergebnisse.

RB Leipzig 1:2 Union Berlin
Tore: 1:0 Poulsen (46′), 1:1 S. Michel (86′), 1:2 K. Behrens (89′)

Eintracht Frankfurt 2:2 TSG Hoffenheim
Tore: 0:1 Ndicka (ET, 12′), 1:1 Ndicka (32′), 2:1 Kamada (66′), 2:2 G. Rutter (78′),

SC Freiburg 3:3 Borussia Mönchengladbach
Tore: 0:1 Bensebaini (3′, Elfm.), 0:2 Embolo (13′), 1:2 Grifo (49′, Elfm.), 2:2 C. Günter (61′), 3:2 Lienhart (80′), 3:3 Stindl (90’+3)

1. FC Köln 3:1 Arminia Bielefeld
Tore: 1:0 M. Uth (3′), 1:1 T. Hübers (ET, 33′), 2:1 Modeste (43′), 3:1 J. Thielmann (86′)

Greuther Fürth 1:4 Bayer Leverkusen
Tore: 1:0 J. Willems (5′), 1:1 Schick (9′), 1:2 S. Azmoun (18′), 1:3 Paulinho (58′), 1:4 E. Palacios (84′)

Photo by Maja Hitij/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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