Bundesliga | Freiburg gewinnt irren Sieben-Tore-Shootout – und springt auf Platz 4!

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News | TSG Hoffenheim gegen SC Freiburg hieß das Topspiel des 32. Bundesliga-Spieltags! Nach 94 äußerst intensiven und spektakulären Minuten gewinnt der SC Freiburg 4:3 und springt auf Platz 4!

Kramarić antwortet Sallai – Hoffenheim und Freiburg zur Pause gleichauf

Es war ein Topspiel um Europa, an diesem Samstagabend. Ein Tospiel mit zwei ungewohnten Protagonisten: Die TSG Hoffenheim empfing den SC Freiburg. Gut dreieinhalb Jahre ist das letzte Topspiel der Gastgeber her, deren fünf sind es für die Breisgauer.

Während die Gäste eine Saison zum Ausschneiden spielen, jüngst mit einem 3:1 beim HSV das Pokalfinale erreichten und sich – trotz des 3:3 gegen Borussia Mönchengladbach –  auf Platz 5 stehend sogar noch Hoffnungen auf die Champions League machen dürfen, droht Hoffenheim den Anschluss zu verlieren. Fünf Zähler beträgt ihr Rückstand auf Platz 6. Die Tatsache, dass sie vor Wochenfrist in Frankfurt nicht über ein 2:2 hinauskamen, hat nur bedingt zur Besserung der Lage beigetragen.

Es ist das dritte Aufeinandertreffen dieser Saison. Mitte Dezember gewann die TSG dank eines Last-Minute-Treffers von Chris Richards, seinem ersten in der Bundesliga, 2:1 in Freiburg. Das Pokalduell in Sinsheim gut einen Monat später war eine runde Geschichte zugunsten des Sport-Clubs: 4:1 gewannen die Breisgauer.

Zwei Änderungen nahm Sebastian Hoeneß im Vergleich zum 2:2 in Frankfurt vor: Stefan Posch begann für den gelbgesperrten Pavel Kadeřábek. Außerdem durfte Christoph Baumgartner sein 100. Pflichtspiel für die TSG bestreiten. Jacob Bruun Larsen rückte für ihn auf die Bank. Auch Christian Streich wechselte zweimal: Manuel Gulde und Lucas Höler begannen für Woo-Yeong Jeong sowie Ermedin Demirović.

 



 

Damit hinein in die Partie. Über 20 Minuten lang war es kein Spiel der Großchancen. Beide Mannschaften tasteten sich ab, ins letzte Risiko ging noch niemand – besten Wissens, was passieren würde, wenn der Plan fehlzündet. In Minute 23 bekam die TSG einen Ball vor dem Strafraum nicht geklärt, Freiburg blieb dran. Maximilian Eggestein setzte Lucas Höler in Szene. Freiburgs Nummer 9 fand links im Strafraum den freien Roland Sallai, der direkt abschloss und rechts unten zum 0:1 traf. Für den Moment übernahm Freiburg Platz 4. Zur ganzen Wahrheit gehört aber, dass RB Leipzig am Montag in Mönchengladbach nachziehen kann.

Oder die Leipziger bekommen etwas Schützenhilfe aus Sinsheim. So wie in der 32. Minute, als Diadié Samassékou mit einer präzisen Seitenverlagerung links David Raum fand. Der Nationalspieler flankte mit viel Schnitt an den ersten Pfosten, wo Andrej Kramarić eingelaufen kam und ebenfalls mit dem ersten Kontakt ausglich. Viertes Saisontor für den einen, 12. Assist für den anderen. David Raum braucht somit nur noch eine weitere Vorlage, um seinen Fürther Wert aus der Vorsaison eine Etage weiter oben zu bestätigen.

An der letzten Chance vor der Pause war er jedoch nicht beteligt. 39. Minute, Manuel Gulde stand im Duell mit Munas Dabbur schräg zur Welt, sodass Hoffenheims Nummer 10 für Christoph Baumgartner auflegen konnte. Der Österreicher versuchte es mit rechts und ganz viel Präzision – knapp drüber. So ging es mit dem 1:1 in die Pause.

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Doppelschlag! Freiburg übernimmt vorerst Platz 4 – und darf von der Champions League träumen

Einen Wechsel nahm Christian Streich zur Pause vor: Nils Petersen ersetzte Manuel Gulde. Tatsächlich sollte sich die Partie im zweiten Durchgang offensiver gestalten: 49. Minute, Torschütze Kramarić wurde diesmal zum Vorlagengeber. Links an der Strafraumkante wurde er nicht angegriffen und steckte für Angelo Stiller durch, der erst sich selbst drehte und mit dem zweiten Kontakt das Spiel.

Allerdings hielt die Hoffenheimer Herrlichkeit nur knapp eine Minute. Vincenzo Grifo legte einen hohen Ball technisch stark für Christian Günter auf. Freiburgs Kapitän machte aus 17 Metern kurzen Prozess und traf unten rechts. Oliver Baumann hatte keinen Auftrag. Auch, weil der Abschluss noch leicht abgefälscht war. 2:2, alles wieder offen!

Die Mannschaft mit den besseren Chancen in dieser zweiten Hälfte war der Sport-Club. 62. Minute, eine Flanke von Günter legte Sallai perfekt in den Fünfer für Höler auf, der eigentlich nur noch hätte verwerten müssen, den Ball aber nicht richtig traf, weil er im allerletzten Moment noch von Samassékou gestört wurde.

Sieben Minuten später trat Hoffenheims Mittelfeldspieler wesentlich unschöner in Erscheinung, als er nahe der Grundlinie – bereits gelb vorverwarnt – rustikal Sallai umgrätschte und Glück hatte, dass sich Marco Fritz gegen den Platzverweis entschied. Nichtsdestotrotz gab es den Freistoß für die Freiburger. Günter zirkelte ihn an den zweiten Pfosten, wo Lucas Höler hochstieg, Sebastian Rudy nicht, und den SC Freiburg wieder in Führung brachte. 2:3!

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Photo by Alex Grimm/Getty Images

Gleich im Anschluss hatte Samassékou Feierabend. Auch Christian Streich wechselte und brachte Woo-Yeong Jeong sowie Ermedin Demirović für Lucas Höler und Roland Sallai. 68 Sekunden war Jeong auf dem Platz, als er einen perfekt temperierten Steckpass von Nico Schlotterbeck bekam, Kevin Vogt ausspielte und locker ins lange Eck zum 2:4 einschob. Binnen drei Minuten, der 70. und 73., war Freiburg klar auf Kurs Auswärtssieg.

Vermeintlich klar. Denn sechs Minuten vor Schluss kam die TSG nochmal ran: Georginio Rutter machte über die rechte Seite Tempo und nahm rechts David Raum mit. Wie beim 1:1 servierte der Nationalspieler an den kurzen Pfosten, Sebastian Rudy drückte den Ball bereits über die Linie, wenngleich Mark Flekken parierte. Georginio Rutter schob den Nachschuss ohnehin ein.

Adams und Rutter vergeben den Ausgleich – und wohl auch Europa

Somit musste Freiburg nochmal zittern. Vor Wochenfrist hatten sie beim 3:3 gegen Borussia Mönchengladbach in der Nachspielzeit den Ausgleich kassiert. Auch Hoffenheim sollte noch eine Gelegenheit bekommen. 92. Minute, zuerst hielt Flekken einen Kopfball des eingewechselten wie aufgerückten Kasim Adams aus kurzer Distanz herausragend. Den Rebound jagte Rutter am zweiten Pfosten gen Parkplatz.

So endet ein Spektakel, das auf dem Papier eigentlich keines war. 1,85:1,31 sagt der xG zugunsten der Hoffenheimer. Die Punkte allerdings gehen auf das Konto des Sport-Clubs, der vorerst Platz 4 übernimmt und damit den Druck auf RB Leipzig aufrechterhält. Hoffenheim hingegen muss sich zunehmend mit der Idee anfreunden, auch kommende Saison nicht international vertreten zu sein. Zwei Spieltage vor Saisonende beträgt ihr Rückstand auf die sechstplatzierten Kölner sechs Zähler. Das ist maximal rechnerisch noch machbar.

Zumal es ihr Restprogramm durchaus in sich hat: Kommendes Wochenende empfangen die Hoffenheimer Bayer Leverkusen, im nächsten Endspiel um Europa, bevor es nach Mönchengladbach geht. Der SC Freiburg tritt zuerst gegen Union Berlin an. Am 34. Spieltag steht in Leverkusen vielleicht das Finale um die Champions League an. Eine Woche später haben sie ein echtes Finale – gegen RB Leipzig.

Der Endstand aus der PreZero Arena: TSG Hoffenheim 3, SC Freiburg 4.

Photo by Alex Grimm/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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