Bundesliga | Doppelter Brandt setzt Stuttgart im Abstiegskampf unter Druck

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News | VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund hieß das Freitagabendspiel des 29. Bundesliga-Spieltags. Julian Brandt machte als Joker den Unterschied. Per Doppelpack sorgte er für einen 2:0-Sieg der Dortmunder.

Reynas Tiefschlag bringt Brandt den Rekord – BVB führt zur Pause

Willkommen in der Mercedes-Benz Arena! Zum Auftakt von Bundesliga-Spieltag 29 empfing der VfB Stuttgart den BVB. Es waren die Gastgeber, die nach dem 1:1 in Bielefeld mit dem besseren Gefühl in die Partie gingen. Dortmund unterlag RB Leipzig vergangene Woche im Topspiel 1:4.

 



 

Bei den Stuttgartern wurde das Traumduo Sosa/Kalajdzic abermals gesprengt. Ersterer kehrte nach Adduktorenproblemen zurück, der österreichische Nationalspieler fehlte mit COVID-19. Waldemar Anton fehlte gelbgesperrt und wurde von Hiroki Ito vertreten. Vorne sollten es Chris Führich, Omar Marmoush und Tiago Tomás richten. Die Borussia begann mit Giovanni Reyna. Marius Wolf nahm dafür auf der Bank Platz. Außerdem fehlte Donyell Malen. Der Rest des Teams stellte sich nahezu von allein auf: Mats Hummels, Emre Can, Marco Reus, Thorgan Hazard und – natürlich – Erling Haaland.

Stuttgart mutig, Dortmund vorne – Julian Brandt macht zur Pause den Unterschied

Die Partie begann gleich mit einem Tiefschlag für den BVB, mit einem Tiefschlag für Giovanni Reyna. Nach einem Ausfallschritt fuhr es dem US-amerikanischen Nationalspieler in den Oberschenkel. Sofort zeigte er an, dass es nicht weitergehen würde. Mit tränenüberströmtem Gesicht verließ er den Platz. Es ist bereits die dritte Verletzung, die Reyna sich diese Saison zuzog, nach einer langwierigen Muskelverletzung, die ihn von Sommer bis Ende 2021 außer Gefecht setzte sowie einer Oberschenkelverletzung Ende Februar. Julian Brandt ersetzte ihn.

Die Dortmunder setzten an diesem Freitagabend die ersten Akzente: 8. Minute, eine zu kurz geklärte BVB-Ecke landete links im Rückraum bei Raphaël Guerreiro, dessen sehenswerter Volley am linken Gestänge landete.

Vier Minuten später schickte Jude Bellingham mit einem langen Ball Erling Haaland auf die Reise. Links im Strafraum legte er für Brandt auf, der nur noch einschieben musste. Tor? Nein, vorerst nicht. Die Fahne war oben. Harm Osmers hielt nochmal Rücksprache mit Guido Winkmann und kam zu dem Entschluss, dass Hiroki Ito das Abseits aufhob. 0:1! Ein Tor, das mit einem Rekord einherging: Noch nie zuvor in der Bundesliga hatte ein Joker zu einem solch frühen Zeitpunkt innerhalb eines Spiels getroffen.

Bereits in den letzten beiden Heimspielen gegen Gladbach (3:2) und Augsburg (3:2) lag der VfB zurück. Die Situation ist für sie daher kein Neuland. Dementsprechend versteckten sie sich nicht. 17. Minute, nachdem Marco Reus noch einen Versuch mit der Hacke direkt auf Florian Müller setzte, durften die Stuttgarter kontern. Am Ende kam Tiago Tomás zum Abschluss, den sich Ex-Stuttgarter Gregor Kobel sicher packte.

Wesentlich aussichtsreicher wurde es in Minute 23. Brandt unterschätzte einen Querpass in die Mitte und grätschte ins Leere. Orel Mangala durfte Meter machen. Sein hohes Zuspiel landete rechts bei Omar Marmoush. Die Idee, ins lange Eck zu chippen, war zwar richtig, die Ausführung weniger – drüber.

In diesen Minuten waren die Stuttgarter gut drin in der Partie, demonstrierten, dass sie – trotz Rückstands – Druck ausüben und zu eigenen Torgelegenheiten kommen können. 30. Minute, Wataru Endo konnte von mehreren Dortmundern nicht einmal per taktischem Foul gestoppt werden. Über Führich kam die Kugel zu Marmoush, dessen Versuch nicht im Tor-, sondern im Fangnetz landete.

Zehn Minuten vor der Pause musste Dortmund abermals verletzungsbedingt wechseln. Mahmoud Dahoud verletzte sich an der Schulter. Axel Witsel kam für ihn ins Spiel – und er half den Seinen dabei, die Führung sicher in die Pause zu bringen.

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Brandt vollendet den Doppelpack – Stuttgart im Abstiegskampf unter Druck

Das Verletzungspech blieb den Dortmundern auch zu Beginn des zweiten Durchgangs treu. Mats Hummels fasste sich schon im ersten Durchgang mehrmals an den Oberschenkel und blieb daher in der Kabine. Dan-Axel Zagadou übernahm seinen Platz in der Viererkette.

Stuttgart blieb weiterhin mutig. In der 48. Minute fand Führich mit einem Freistoß aus dem rechten Halbfeld links im Fünfmeterraum Tiago Tomás, der die Kugel allerdings nicht richtig traf. Abstoß.

Von der Borussia kam bislang wenig. 52. Minute, Mangala legte für Tiago Tomás auf, der sofort abzog, den Ball jedoch in Richtung Canstatt jagte. Erst nach einer Stunde wurde der BVB mal wieder gefährlich: Marco Reus fand eine kleine Lücke im Stuttgarter Defensivverbund und zog flach ab – knapp rechts vorbei.

Doch nur 60 Sekunden später wieder der VfB: Borna Sosa spielte einen Doppelpass, sodass er von der Grundlinie in den Rückraum zu Pascal Stenzel flanken konnte. Stuttgarts Rechtsverteidiger zog freistehend ab. Sein Versuch touchierte noch den Querbalken.

Brandt zum Zweiten – für sich und erstmals seit zwei Monaten auch seinen Klub

Alles in allem spielten es die Gastgeber dennoch einen Tick zu vorsichtig. Dortmund bot an, den Stuttgartern fehlte jedoch der Punch, um die Angebote auszunutzen. So blieb es weiterhin beim 0:1 – bis in Minute 71. Julian Brandt leitete die Situation selbst mit ein und bekam den Ball halbrechts 18 Meter vor dem Tor wieder zurück. Diesmal machte er kurzen Prozess und jagte die Kugel unten rechts ins Eck. Doppelpack. Im Zuge dieses Treffers wird auch über Florian Müller zu reden sein, der den relativ zentralen Abschluss passieren ließ. Borna Sosa verdeckte seinem Keeper vielleicht minimal noch die Sicht. Als Alibi taugt auch das nur bedingt. Mit diesem Treffer erzielte Dortmund wettbewerbsübergreifend erstmals wieder seit dem Europa-League-Aus bei den Rangers Ende Februar (2:2) wieder mehr als ein Tor pro Spiel.

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Photo by Matthias Hangst/Getty Images

Stuttgart hatte sich allerdings noch nicht aufgegeben. Zehn Minuten vor Schluss schlenzte Sosa mit dem schwächeren Rechten aus 17 Metern auf den rechten Winkel. Kobel parierte überragend. Der anschließende Eckball landete bei Dinos Mavropanos, der sich robust gegen Zagadou durchsetzte und knapp links vorbeiköpfte.

Der VfB fing sich wie in den letzten beiden Heimspielen gegen Gladbach und Augsburg zwei Gegentore. Auf der anderen Seite sollte es auch einfach nicht sein. Borna Sosa ließ einen langen Ball artistisch auf dem Kopf abtropfen und jagte ihn volley mit links in Richtung Tor – und auf den Querbalken.

Das Spiel endete letztlich so, wie es begann: Mit einer VAR-Überprüfung nach einem BVB-Treffer. 94. Minute, Reus stocherte die Kugel aus dem Getümmel zu Jude Bellingham, der für Erling Haaland auflegte. 0:3? Diesmal war es beim Zuspiel des BVB-Kapitäns tatsächlich Abseits.

So brachte Dortmund den Sieg nachhause, verkürzt den Rückstand auf den FC Bayern, der am morgigen Samstag um 15:30 Uhr den FC Augsburg empfängt, auf sechs Zähler. Stuttgart muss im Abstiegskampf Federn lassen und hoffen, dass es Augsburg (in München), Wolfsburg (gegen Bielefeld) oder die Hertha (im Topspiel gegen Union) ebenfalls tun.

Kommendes Wochenende geht es für die Stuttgarter nach Mainz, bevor zwei Duelle gegen Gegner aus der unmittelbaren, tabellarischen Nachbarschaft anstehen: in Berlin sowie gegen den VfL Wolfsburg. Der BVB ist bereits von sämtlichen Pokalturnieren befreit. Kommendes Wochenende empfangen sie die Wolfsburger. Anschließend steht das Gipfeltreffen in München an, gefolgt von einem Heimspiel gegen den VfL Bochum.

Der Endstand aus der Mercedes-Benz Arena: VfB Stuttgart 0, Borussia Dortmund 2.

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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