Bundesliga-Vorschau Teil 2: Borussia Dortmund, Mainz 05, Wolfsburg

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Die Bundesligasaison steht bevor. In diesem Teil der Vorschau auf die kommende Saison beschäftigen wir uns mit den sich im Umbruch befindlichen Klubs Borussia Dortmund und VfL Wolfsburg. Und dem 1. FSV Mainz 05 und der Frage, ob Bo Svensson irgendwann in einem Atemzug mit Jürgen Klopp und Thomas Tuchel genannt werden wird.

Borussia Dortmund (Letzte Saison: 2. Platz)

Euphorie – die Stimmung vor der vergangenen Saison war im Umfeld von Borussia Dortmund elektrisiert. Bei den Fans, Verantwortlichen und Spielern. Grund dafür war ein Coup: Marco Rose, der damals wohl heißeste deutsche Trainer, wechselte von der einen Borussia (Mönchengladbach) zur anderen (Dortmund). Rose, da waren sich im Sommer 2021 alle einig, soll beim BVB eine Ära prägen.

Es begann gleich verheißungsvoll. Ein wilder 5:2-Sieg gegen Eintracht Frankfurt am ersten Bundesligaspieltag versprach den in Dortmund seit dem Abgang von Jürgen Klopp ersehnten „Vollgasfußball“. Der Signal-Iduna-Park sollte für mitreißenden Fußball stehen. Und das tat er. 3:2, 4:3, 5:1, 0:4. Ergebnisse, die in der vergangenen Saison für den BVB keine Ausreißer waren. Die Offensive war an guten Tagen spektakulär, die Defensive hingegen fast immer löchrig. Zudem fehlte die Konstanz. Die Euphorie wich und langsam machte sich Frust breit.

Um den Jahreswechsel wurde der BVB in der Gruppenphase der Champions League zweimal von Ajax Amsterdam phasenweise vorgeführt. Dadurch schied Dortmund in der Königsklasse für die eigenen Ansprüche viel zu früh aus. Und auch im DFB-Pokal folgte ein Schock. Der zweitklassige FC St. Pauli schmiss den BVB im Achtelfinale raus. Sämtliche Saisonziele wurden innerhalb weniger Monate gerissen. Und als der Klub nach uninspirierten Austritten gegen die Glasgow Rangers auch noch aus der Europa League ausschied, war die Saison gelaufen, trotz eines soliden zweiten Platzes in der Bundesliga.

Auf der Suche nach dem Trainer der Zukunft

Klar, die Saison war enttäuschend, trotzdem dachte kaum jemand, dass die Konsequenzen aus dieser wegen den Pokalwettbewerben enttäuschenden Saison so weitreichend seien. Das Ergebnis der Saisonanalyse schockierte – und kam völlig überraschend: Marco Rose, der gekommen war, um eine Ära zu prägen, musste gehen. Rose fehlte die Rückendeckung, dem Verein das Vertrauen in den Trainer. Nach nur einem Jahr war Rose Vergangenheit – und die Vergangenheit wurde wieder zur Gegenwart. Denn der neue Trainer heißt Edin Terzic, ein alter Bekannter. Die Pläne sind die gleichen, wie die bei der Ankunft von Rose: Terzic, heißt es, soll eine Ära prägen.

(Photo by INA FASSBENDER/AFP via Getty Images)

Dafür hat der lange von Michael Zorc ausgebildete und nun endgültig installierte Sportdirektor Sebastian Kehl einen personellen Umbruch eingeleitet. Star-Stürmer Erling Haaland wechselte für eine üppige Summe zu Manchester City. Steffen Tigges, Axel Witsel, Dan-Axel Zagadou, Roman Bürki und Marwin Hitz durften den Verein ablösefrei oder für kleine Beträge verlassen. Die Leihen von Reinier und Marin Pongracic endeten und auch Marcel Schmelzer wurde tränenreich verabschiedet. Die Abgänge von Nico Schulz und Manuel Akanji stehen noch aus. In den Zukunftsplanungen spielen beide keine Rolle. Sie sollen den Verein noch in diesem Sommer verlassen.

Die Liste der Zugänge ist ähnlich lang, wie die der Abgänge. Die Defensivprobleme wurden mit den zwei schillerndsten Transfers adressiert. Nico Schlotterbeck kam aus Freiburg, Niklas Süle ablösefrei aus München. Die potenzielle zukünftige Innenverteidigung der Nationalmannschaft spielt nun in Dortmund. Eine Kampfansage.

Für die Offensive kam mit Karim Adeyemi eines der größten deutschen Talente. Tempo, Flexibilität und geradlinige Dribblings verspricht man sich vom 20-Jährigen. Als Ersatz für den abgewanderten Haaland wurde Sebastien Haller verpflichtet. Allerdings wurde bei dem bulligen Stürmer wenige Tage nach seiner Ankunft Hodenkrebs entdeckt. Die Heilungschancen seien gut, er wird aber bis zu einem halben Jahr ausfallen, wenngleich detaillierte Prognosen schwierig sind. Der BVB wird wohl noch einen weiteren Stürmer verpflichten, kündigten die Verantwortlichen bereits an. Salih Özcan kam außerdem fürs Mittelfeld, Marcel Lotka und Alexander Meyer als Ersatztorhüter und aus der Jugend wurden Tom Rothe und Jamie Bynoe-Gittens in die erste Mannschaft befördert.

Neue Gesichter auf den verschiedenen Ebenen bringen viele offene Fragen mit sich. Die drängendste Frage der Vorbereitung blieb aber unbeantwortet. Und zwar: Wird der BVB unter Terzic verstärkt auf eine Dreier- oder Viererkette setzen, muss also einer von Süle, Hummels oder Schlotterbeck auf der Bank Platz nehmen? Terzic testete beides und sagte, man wolle flexibel bleiben. Eine Tendenz war aber zu erkennen. Mehr Vertrauen, so scheint es, hat Terzic in die Viererkette. Als er den BVB als Interimstrainer zum DFB-Pokal-Triumph führt vertraute er ebenfalls überwiegend dieser Grundordnung. Im defensiven Mittelfeld deutet viel auf das Duo Mo Dahoud und Jude Bellingham hin, der frisch zum dritten Kapitän ernannt wurde.

Die Offensive soll flexibel mit viel Tempo agieren. Reus scheint hinter der Spitze gesetzt, auf den Flügeln drängten sich vor allem Adeyemi und Malen auf, die um Moukoko, dem Terzic großes Vertrauen zu schenken scheint, herumwirbeln. Unterbesetzt scheint nach dem Haller-Ausfall nur die Position in der Sturmspitze zu sein, wobei auch hier vieles auf flexible Lösungen hindeutet, zumindest bis ein Ersatz gefunden und integriert ist.

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Player to Watch: Donyell Malen

Edin Terzic, der sich als alter, neuer Trainer beweisen muss; Mats Hummels, der in der Vorbereitung, angepeitscht vom Konkurrenzkampf um die Innenverteidigung, fitter und entschlossener als in den Jahren zuvor wirkte; oder Jamie Bynoe-Gittens, der das Potential hat, das nächste große BVB-Juwel zu werden. Der Fokus liegt in Dortmund auf vielen Köpfen. Aber derjenige, auf den in dieser Saison besonders vorfreudig geschaut werden sollte, ist Donyell Malen.

Die Vorschusslorbeeren, mit denen er im Sommer 2021 in die Bundesliga kam, hingen zu hoch. Sein Potential blitzte immer mal wieder auf, in kleinen Dribblings oder ansatzlosen Abschlüssen. Meist war er aber nicht mehr als ein noch nicht eingelöstes Versprechen. Nun, in seiner zweiten Vorbereitung beim BVB, begeistert Malen. „Donny hat in den ersten Trainingstagen einen sehr guten Eindruck hinterlassen“, lobte Terzic. „Er wirkt frischer, er wirkt leichter, er wirkt positiver“, fügte Kehl hinzu.

Mit welchem Selbstvertrauen Malen aus dieser Vorbereitung kommt, konnte man im DFB-Pokal gegen 1860 München bewundern. Seinen Gegenspieler Christopher Lannert drangsalierte er so lange, bis er nach 20 Minuten gelb vorbelastet ausgewechselt wurde. Lannert hatte Malen Tempodribblings in den Sechzehner nur Fouls entgegenzusetzen.

(Photo by CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images)

Borussia Dortmund 2022/23 in der Bundesliga: Prognose

Die Vorzeichen sind beim BVB seit Jahren gleich. Der zweite Platz in der Bundesliga ist das Minimalziel, die Deutsche Meisterschaft hingegen aber nicht mehr als eine leise Hoffnung. Diese wurde aufgrund des Abgangs von Robert Lewandowski aus der Bundesliga zwar befeuert, aber von dem sich im Umbruch befindlichen BVB sind keine Wunderdinge zu erwarten. Sie werden phasenweise begeistern, ganz sicher, aber fehlende Konstanz könnte wieder den ganz großen Erfolgen im Weg stehen.

Die Offensive und die Innenverteidigung müssen sich neu zusammengesetzt erstmal einspielen und Edin Terzic seine Handschrift durchsetzen, sie vielleicht sogar erst noch entwickeln. Die Meisterschaft kann nicht das Ziel sein, aber Euphorie, die sollte nach dem Umbruch entfacht werden. Und dazu eigenen sich die Pokalwettbewerbe besser als alles andere, wie Eintracht Frankfurt in den letzten Jahren immer wieder zeigte. In der Champions League und im DFB-Pokal sollte man weiter kommen als in der vergangenen Spielzeit, sonst könnte die Euphorie wieder weichen – und Frust zum dominierenden Gefühl werden.

1. FSV Mainz 05 (Letzte Saison: 8. Platz)

Beim 1. FSV Mainz 05 sind es oft die Trainer, die im Mittelpunkt stehen. Denen mehr Aufmerksamkeit zuteilwird als den Spielern. Jürgen Klopp war der erste. Seine Verabschiedung am Domplatz wird jedem Mainzer noch in Erinnerung sein. Der zweite war Thomas Tuchel. Emotional sicherlich weniger aufreibend aber verantwortlich für sportliche Erfolge, von denen der Klub zuvor nur geträumt hatte. Nun, Jahre nachdem die beiden Welttrainer ihre Karrieren in Mainz begonnen haben, haben die 05er wieder einen Trainer, der den Verein nachhaltig prägen könnte. Bo Svensson übernahm im Januar 2021 und machte Mainz innerhalb weniger Wochen zu einem unangenehm zu bespielenden Gegner. Eine stabile Defensive, bissige Zweikämpfe, ein unnachgiebiges Mittelfeldpressing und eine extrem vertikale Spielanlage nach Ballgewinnen machte die 05er zu einem der unbequemsten Teams der vergangenen Saison.

(Photo by DANIEL ROLAND/AFP via Getty Images)

Besonders aus der heimischen MEWA Arena machte Svensson eine Festung. 35 Punkte holte man in 17 Heimspielen, nur der BVB und der FC Bayern waren in der vergangenen Saison zuhause erfolgreicher. Die Schattenseite war die Auswärtsschwäche des Teams. Nur elf Punkte holte die Mainzer auf fremdem Geläuf. Sie waren die zweitschlechteste Auswärtsmannschaft, obwohl die Leistungen auch dort häufig stimmten. Mainz, das zeichnete sich ab, ist auf dem richtigen Weg – und Svensson trotzdem ewig unzufrieden.

Wer springt für Niakhaté in die Presche?

Allerdings war der Sommer für Mainzer kein leichter. Vor allem in der Innenverteidigung musste die 05er einschneidende Abgänge verzeichnen. Jeremiah St. Juste ist zu Sporting Lissabon gewechselt, Moussa Niakhaté zu Nottingham Forrest. Beide waren in der vergangenen Saison Leitungsträger, für die Mainz nun jeweils rund zehn Millionen Euro Ablösesumme kassiert. Mit David Nemeth hat ein weiterer Innenverteidiger, der allerdings keine große Rolle spielte, den Klub verlassen.

Trotz dieser durchaus üppigen Summen versuchen die 05er die Abgänge größtenteils intern zu kompensieren. Finanziell sei der Verein angeschlagen, sagte Sportvorstand Heidel. Lediglich Maxim Leitsch vom VfL Bochum wurde als reiner Innenverteidigung verpflichtet. Ansonsten sollen der talentierte Niklas Tauer und der ablösefrei gekommene Anthony Caci, der sowohl Innen- als auch Außenverteidiger spielen kann, die Lücken schließen.

Daniel Brosinski, der als Ersatz für Silvan Widmer agierte, hat den Verein ebenfalls verlassen, wurde aber mit Danny da Costa ersetzt, den man zurück in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt holte. Im Mittelfeld entstanden ebenfalls zwei Lücken. Kevin Stöger und vor allem Jean-Paul Boetius, der in der vergangenen Saison schwungvoll aufspielte, werden vermisst werden. Sie verlängerten ihre Verträge nicht. Ersetzt werden sollen sie durch den Mainzer Königstransfer Angelo Fulgini. Ein Kreativspieler, ein klassischer französischer Spielmacher, der von Angers SCO kam. Zudem wurde der Stürmer Delano Burgzorg fest für die Offensive verpflichtet.

Svensson muss eine Einheit formen

Burgzorg, der schon im Winter per Leihe zu den Mainzern kam, aber monatelang wegen einer Herzmuskelentzündung ausfiel, überzeugte in der Vorbereitung. Er bringt ein neues Element in das Spiel der 05er. In Eins-gegen-eins-Situationen umkurvt er die Gegner immer wieder mit glanzvollen, manchmal kraftvollen Dribblings. Eine bisher im Mainzer Spiel verkannte Qualität.

Fulgini hingegen trainierte bisher wenig mit der Mannschaft und wirkte gegen Bilbao, als er 60 Minuten auf dem Rasen stand, noch etwas wie ein Fremdkörper im Gefüge der Mainzer. Die schnellen Umschaltmomente verzögerte er zu häufig, wenn er den Ball forderte, war die Positionierung mit den Mitspielern unsauber abgestimmt. Es wird wohl noch etwas dauern, bis der französische Feingeist sich an den Mainzer Powerfußball gewöhnt hat.

Eine große Frage war, wie sich die Dreierkette, eines der Herzstücke von Svensson, nach den vielen Abgängen formieren wird. Stefan Bell, Alexander Hack und Maxim Leitsch sollen den Laden zusammenhalten. Zufrieden war Svensson aber nicht immer mit seiner neuen Kette. Er sprach in der Vorbereitung immer wieder darüber, dass noch viel zu tun sei, die Abläufe noch nicht stimmen würden und der Mut fehle. Nicht untypisch für den akribischen und nicht immer frohmütigen Arbeiter. Doch er hat recht, die Mainzer Vorbereitung zeigte einige Defizite auf, vor allem in der Abstimmung.

Player to Watch: Anton Stach

Es könnte die letzte Saison für Mainz sein, wenn Anton Stach in seiner zweiten Bundesligasaison an die Leistungen der vergangenen Spielzeit anknüpft. Der defensive Mittelfeldspieler entwickelte sich zum Ankersechser der 05er, verteilte die Kugel, trat die Standards und durchdribbelte immer wieder dynamisch das Mittelfeld des Gegners. Hansi Flick machte Stach zum Nationalspieler. Dynamik und Umschaltverhalten – das waren in der vergangenen Saison die Stärken der Mainzer. Wenn das Team aber eine Facette hinzugewinnen will, die über die unangenehme, etwas destruktive Spielweise hinausgeht, dann muss das Spiel der Mainzer mehr dem Taktgeber Stach folgen. Es wird spannend zu sehen sein, wie sehr er dem Mainzer Spiel seinen Stempel aufdrücken kann.

(Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

1. FSV Mainz 05 2022/23 in der Bundesliga: Prognose

Mainz steht vor einer schwierige Saison. Ihre Spielanlage entspricht der vieler Bundesligisten. Sie kämpfen, pressen, kontern und powern. Eines der Prunkstücke war die Innenverteidigung, die zu den besseren der Liga gehörte, auch individuell. Dies wird in der kommenden Saison anders sein. Niakhaté und St. Juste haben den Verein verlassen. Auffallend individuelle Qualität wurde bis auf Fulgini nicht verpflichtet. Und obendrein ist es fraglich, wie gut Fulgini mit seiner Spielweise zum Svensson-Fußball passt. Viele Fragezeichen also in Mainz, aber ein Trainer, dem die Verantwortlichen Vertrauen sollten. Ziel ist der Klassenerhalt – und der sollte trotz der fehlenden individuellen Klasse realistisch sein. Mehr, etwa der ferne Blick nach Europa, wäre aber eine faustdicke Überraschung.

VfL Wolfsburg (Letzte Saison: 12. Platz)

Die vergangene Saison des VfL Wolfsburg war irre. Trainer war zu Beginn Mark van Bommel und nach dem Wechsel-Fehler im DFB-Pokal, der zum Ausscheiden führte, starteten die Wolfsburger furios in die Bundesligasaison. Nach vier Siegen aus den ersten vier Spielen lagen die Wölfe an der Tabellenspitze und die Frage stand im Raum: Ist in diesem Jahr mit Wolfsburg zu rechnen? Die Antwort lautete eindeutig: Nein. Denn es folgten fünf Spiele ohne Sieg und eine Saison zum Vergessen. Ohne Konstanz. Ohne Leidenschaft. Ohne Inspiration. Van Bommel musste gehen, Florian Kohfeldt übernahm – und rutschte zwischenzeitlich sogar in den Abstiegskampf ab, bevor er die Wölfe einige Spieltage vor Schluss rettete, aber trotzdem gehen musste.

Es geht nicht um den schnellen Erfolg

In diesem Sommer wurde beim VfL Wolfsburg ein mittelgroßer Umbruch eingeleitet. Mit Niko Kovac wurde ein schillernder und renommierter Trainer verpflichtet, der die langfristige Entwicklung vorantreiben soll. Auf der Vorstellungspressekonferenz sprach Kovac davon, etwas aufbauen zu wollen und irgendwann gemeinsam Titel zu gewinnen. Er sehe in der Aufgabe „enormes Potential“. Große Worte.

(Photo by Martin Rose/Getty Images)

Dafür wurde Kader auf Wunsch von Kovac verjüngt. Xaver Schlager, Kevin Mbabu, Elvis Rexhbecaj wurden verkauft, die Verträge von John Anthony Brooks und William nicht verlängert und Dodi Lukébakio kehrte zur Hertha zurück. Dafür holten die Wölfe gleich sechs U23-Talente für jeweils Millionenbeträge. Jakub Kaminski für die Flügel, Mattias Svanberg, Bartol Franjic und Patrick Wimmer fürs zentrale Mittelfeld, Kilian Fischer und Dzenan Pejcinovic vor allem für die ferne Zukunft. Zudem kehrten Josip Brekalo, Marin Prongracic und Omar Marmoush von Leihgeschäften zurück.

In der Vorbereitung zeichneten sich einige interessante Entwicklungen ab. Anders als bei Arminia Bielefeld in der vergangenen Saison wurde Wimmer von Kovac hauptsächlich im zentralen Mittelfeld, entweder neben Maximilian Arnold oder neben Svanberg eingesetzt. In der Innenverteidigung scheinen Maxence Lacroix und Sebastiaan Bournauw gesetzt zu sein, im Sturm Lukas Nmecha als bulliger Zielspieler. Ansonsten probierte Kovac viel aus, rotierte auf den Flügeln und variierte mit Formationen, obwohl die meistgenutzte ein 4-2-3-1 war.

In dieser Grundordnung stellte Kovac sein Team auch in der ersten Runde des DFB-Pokals auf. Gegen den viertklassigen FC Carl Zeiss Jena bissen sich die Wölfe bis in die Nachspielzeit die Zähne aus. Der Klassenunterschied war nur selten zu erkennen. Vor allem in der Spieleröffnung und der Positionierung der beiden defensiven Mittelfeldspieler merkte man, dass es noch etwas hakt, im neu installierten Getriebe der Wolfsburger.

Player to Watch: Patrick Wimmer

Patrick Wimmer wird den meisten Bundesligafans wohl noch durch seinen Rabona-Zaubermoment in der vergangenen Saison in Erinnerung sein. Damals noch im Trikot der Arminia Bielefeld, versucht der Österreicher nun bei den Wölfen den nächsten Schritt zu gehen. Kovac lobte den Mittelfeldspieler in der Vorbereitung immer wieder. Zog den gelernten Flügelspieler ins Zentrum und war von der Leistung Wimmers angetan. „Patrick hat ein Superspiel gemacht, er erinnert mich ein bisschen an Ivica Olic“, sagte er anschließend. Wenn Wimmer sich genauso gut einfügt wie bei der Arminia, könnte auch der VfL Wolfsburg bald zu klein für ihn sein.

(Photo by CLAUS BECH/Ritzau Scanpix/AFP via Getty Images)

VfL Wolfsburg 2022/23 in der Bundesliga: Prognose

Der VfL Wolfsburg hat mit der Verpflichtung von Niko Kovac und zahlreicher junger Talente den richtigen Weg eingeschlagen. Langfristige Entwicklung ist wichtiger als kurzfristiger Erfolg. Kovac und den Spielern, so heißt es aus dem Umfeld, soll Zeit gegeben werden. Und diese Zeit werden sie brauchen, denn in der Vorbereitung hakte es noch etwas. Wolfsburg wirkte strukturlos. Aber mit Kovac ist ein Trainer, der nach einer gepflegten Spielanlage strebt und eine klare Handschrift hat, gekommen. Zu erwarten ist eine Übergangssaison. Mit überraschenden Momenten, aber wohl im Niemandsland der Tabelle.

(Photo by Sebastian Widmann/Getty Images)

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