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90PLUS » Diskussionen nehmen zu: Das Ende des VAR wäre eine Wohltat für den Fußball
Bundesliga

Diskussionen nehmen zu: Das Ende des VAR wäre eine Wohltat für den Fußball

Bastian Grieble
20.03.26, 17:56
Bastian Grieble
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Ist nach den Spielen wie zuletzt immer häufiger der VAR das Hauptgesprächsthema und nicht der Fußball, hat der Sport ein riesiges Problem. Ein Kommentar.

Der Video Assistant Referee wurde in der Bundesliga zur Saison 2017/18 unter der Prämisse eingeführt, den Fußball gerechter zu machen. Während Probleme in den ersten Jahren häufig als Kinderkrankheiten abgetan wurden und die Verantwortlichen stets Besserung gelobten, wurde am letzten Spieltag in der Bundesliga wieder einmal deutlich gezeigt, wo der VAR den Fußball hingeführt hat.

Kein Ende in Sicht

Die Nachricht „Der DFB beschließt das Ende des VAR“ würde bei zahllosen Fußballfans mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für großen Jubel sorgen. Allein das zeigt, wie sehr er dem Fußball schadet. Das Problem: Der Fußball wird den Videobeweis nicht mehr loswerden. Obwohl viele Spieler und Trainer sich öffentlich als große Gegner des VAR präsentieren und immer häufiger kein Blatt mehr vor den Mund nehmen, wird das kein Entscheidungsträger zulassen. Das hat spätestens die Abstimmung in der Premier League gezeigt, als nur einer von 20 Klubs sich für ein Ende des VAR ausgesprochen hat.

Die großen Probleme mit dem VAR

Knut Kircher
Foto: Getty Images

Stattdessen wird es weiterhin haarsträubende Szenen geben, die bei jedem, der etwas für diesen Sport empfindet, nur für Kopfschütteln sorgen. Tore, die aberkannt werden, weil nach minutenlanger Überprüfung festgestellt wurde, dass die Schulter das Angreifers sich doch um Millimeter im Abseits befunden haben muss, gehören leider mittlerweile dazu. Selbst wenn durch die Technik ein Fehler korrigiert und die richtige Entscheidung getroffen wird: Wie hoch ist der Preis, der dafür gezahlt wird? Der VAR raubt dem Fußball das, was ihn so besonders macht: Die Emotionen.

Eigentlich sollen bekanntlich klare Fehlentscheidungen korrigiert werden. Stattdessen entsteht das Gefühl, dass teilweise krampfhaft nach einer Berührung gesucht wird, die einen Elfmeter rechtfertigen könnte, der sonst niemals gegeben worden wäre. Die Auslegung der Handspielregelung wurde durch den VAR ebenfalls zusätzlich verschlimmert. Wenn eine Szene nicht mehr in Realgeschwindigkeit von dem Schiedsrichter und seinem Gespann auf dem Feld beurteilt wird, sondern vom Videoschiedsrichter, der mit verschiedensten Kameraeinstellungen sowie Slow-Motions arbeitet, verändert das die Beurteilungen von Spielszenen selten zum Guten.

Die Krux: Fehler bleiben

Trotz all der technischen Möglichkeiten, die der VAR mit sich bringt, kommt es weiterhin zu Fehlern. Diskussionen über die Schiedsrichter sind nicht weniger geworden, sie haben sich höchstens verlagert. Es gibt sicherlich Situationen, in denen der Schiedsrichter durch das immer höher werdende Tempo Spielszenen schlicht und ergreifend nicht wahrnimmt, in denen der VAR durchaus eine sinnvolle Hilfe sein kann. Zudem zeigen die Pokalrunden ohne Videobeweis, dass sich die Unparteiischen an ihren Autopiloten gewöhnt haben. Dennoch muss die Frage erlaubt sein, ob es nicht auch ohne VAR funktionieren sollte.

Ob der Fußball durch den Videoassistenten wirklich gerechter geworden ist, sei dahingestellt. Die Torlinientechnik darf gerne bleiben, alles darüber hinaus sorgt dafür, dass der Sport sich immer weiter zu seinem Nachteil verändert. Es wäre viel einfacher mit Fehlentscheidungen zu leben, wenn sie wieder von dem Gespann auf dem Feld getroffen werden würden. Der Ärger bei den Fans würde trotzdem groß sein, allerdings könnte man das Spiel wieder besser greifen und die künstliche, ja fast chirurgische Suche nach dem kleinsten Kontakt hätte ein Ende.

 

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