Bundesliga: Moukoko-Debüttor, SGE-Befreiungsschlag und der letzte Akt des FC Bayern

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Der 13. und damit letzte Spieltag vor der zweiwöchigen Weihnachtspause in der Bundesliga ist vorüber. Die Tabellenführung hat an diesem Wochenende gewechselt, der FC Bayern steht wieder an der Spitze. Die Krise auf Schalke nimmt derweil neue, noch drastischere Dimensionen an. Wir blicken zurück und verleihen die sieben Awards.

„Einstand nach Maß“-Award: Eren Dinkci

Am Samstagnachmittag spielte Werder Bremen auswärts beim FSV Mainz 05. Beide Mannschaften benötigten unbedingt einen Sieg, um nicht noch tiefer in die Krise zu rutschen. Es entwickelte sich ein Spiel, wie man es erwarten konnte. Sowohl die Gastgeber als auch die Gäste waren sehr anfällig für Fehler, spielten alles andere als inspiriert nach vorne. Die defensive Ausrichtung der 05er sorgte für Verwunderung.

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In der zweiten Halbzeit, kurz vor dem Ende der Partie, feierte der junge Stürmer Eren Dinkci (19) sein Bundesligadebüt bei den Gästen aus Bremen. In der Regionalliga Nord überzeugte er in dieser Saison mit sieben Toren, traf alle 98 Minuten. Dinkci brauchte nur wenige Minuten, um einen enormen Einfluss auf das Spiel zu haben. Nach einer Flanke des ebenfalls eingewechselten Tahith Chong (21) kam Dinkci aus kurzer Distanz zum Kopfball und erzielte den vielumjubelten Siegtreffer. Ein Einstand nach Maß!

„Das gleiche Muster“-Award: Die BVB-Gegentore in Berlin

Zum Auftakt des Spieltags spielte Borussia Dortmund am Freitagabend in der Alten Försterei gegen Union Berlin. Und die Gastgeber spielten phasenweise wie der Favorit! Dortmund hatte große Probleme, aber dennoch einige Gelegenheiten. Insgesamt entwickelte sich aber ein Spiel, das prädestiniert für die Gastgeber war. Der BVB bot Lücken an, zudem konnte sich Union einige Standardsituationen erarbeiten. Das ist die Stärke von Union und gleichzeitig auch eine Schwäche des BVB, der erst kürzlich gegen Köln zwei Gegentore nach einem Eckball kassiert hat.

Das 1:0 von Union Berlin fiel dann natürlich nach einem Eckball. Dieser wurde verlängert und Taiwo Awoniyi (23), der zuvor bereits einige Chancen liegen ließ, köpfte aus kurzer Distanz ein. Nach dem Ausgleich des BVB war es erneut eine Ecke, die für Gefahr sorgte. Marvin Friedrich (25) kam völlig frei zum Kopfball und war darüber selbst überrascht, wie er nach dem Spiel im Interview verriet. Sein Abschluss war extrem platziert, traf noch den rechten Pfosten und schlug dann im Tor ein. Das war der Siegtreffer für die Köpenicker, die am Ende durchaus verdient gewannen.

Befreiungsschlag-Award: Eintracht Frankfurt

In den letzten Wochen versuchte Eintracht Frankfurt immer wieder, den dritten Saisonsieg einzufahren. Die Hessen waren häufig nahe dran, haben aber sehr oft den entscheidenden Treffer nicht erzielen können. Neun Spiele in Folge wartete die SGE auf einen Sieg, zuletzt gab man selbigen kurz vor dem Ende gegen Borussia Mönchengladbach aus der Hand, als man das 3:3 in der Nachspielzeit kassierte. 

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Beim FC Augsburg wurde die Serie dann aber gebrochen. Frankfurt dominierte die Partie über weite Strecken, vergab aber einige gute Chancen. Ein Eigentor der Gastgeber bescherte den Hessen dann aber die Führung. Kurz vor dem Ende war es Stefan Ilsanker (31), der nach einem guten Konter das 0:2 erzielte und damit die drei Punkte eintüten konnte. 

„Der letzte Akt“-Award: FC Bayern

Am Samstagabend fand das Spitzenspiel in der Bundesliga zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern München statt. In den letzten Partien wirkte Leverkusen sehr frisch und stabil, während der FC Bayern gleich sechsmal in Folge in Rückstand geriet. Das geschah auch in Leverkusen – nach einem fantastischen Treffer von Patrik Schick (24). Doch diesmal war etwas anders als in den vergangenen Wochen. Der Rekordmeister stand defensiv weitgehend sehr stabil und arbeitete sich sukzessive in das Spiel.

Noch vor der Halbzeit erzielte Robert Lewandowski (32) nach einem Missverständnis in der Defensive der Werkself den Ausgleich. In der zweiten Halbzeit erarbeitete sich der Gast aus München dann schließlich Vorteile. Leverkusen bot überraschend viel an, Bayern nutzte dies lange nicht. Doch der letzte Akt in einem enorm erfolgreichen Jahr mit Titeln ohne Ende und nur einer einzigen Pflichtspielniederlage gehörte dem Rekordmeister. Ballgewinn Joshua Kimmich (25), Pass auf Robert Lewandowski, Schuss, Tor. In der Nachspielzeit gewann der FC Bayern dieses Spiel – und steht nun wieder auf Platz eins.

„Nur der Auftakt“-Award: Youssoufa Moukoko

Youssoufa Moukoko (16), Stürmer von Borussia Dortmund, stand in den letzten Wochen mehrfach im Mittelpunkt. Der Youngster wurde zum jüngsten Spieler, der jemals in der Bundesliga eingesetzt wurde. Zudem zeigte er in seinen ersten Einsätzen bereits gute Ansätze und wirkte durchaus bereit für den Bundesligafußball. Am Freitag bei Union Berlin stand der 16-Jährige zum zweiten Mal in Folge in der Bundesliga in der Startelf.

Im Spiel des BVB lief nicht allzu viel zusammen, umso beeindruckender war der Auftritt von Moukoko. Der Stürmer wirkte sehr quirlig, suchte immer den direkten Weg zum Tor. In der ersten Halbzeit bediente er Jadon Sancho mustergültig, der Engländer konnte die Chance aber nicht nutzen. Zudem traf Moukoko noch den Pfosten. In der zweiten Halbzeit war es dann aber soweit, das erste Bundesligator für den Stürmer fiel. Es war eine sehr starke Bewegung, mit der sich Moukoko den nötigen Platz verschaffte. Der 16-Jährige schloss in das kurze Eck ab und traf den Ball sehr gut. Das erste Bundesligator wird sehr wahrscheinlich nur eines von vielen sein.

„Effekt verpufft“-Award: Schalke 04

Nach der Entlassung von Manuel Baum (41) installierte Schalke 04 Huub Stevens (67) als Interimstrainer. Mit dem Niederländer erhoffte man sich eine Reaktion der Mannschaft im wichtigen Abstiegskrimi gegen Arminia Bielefeld. Doch diese Reaktion blieb weitgehend aus. Schalke spielte wieder ängstlich, ließ wieder zu viel zu und verlor wieder das Spiel. Mit 0:1 musste man sich den Ostwestfalen zuhause geschlagen geben.

Von einem Trainereffekt kann nun also keine Rede sein. Stevens konnte der Mannschaft auch nicht die nötige Stabilität verleihen, zu verunsichert sind die Spieler. Derzeit wird auf Schalke nach einem Nachfolger gesucht, die Stevens-Abmachung gilt nur für zwei Spiele. Nun geht es darum, zumindest im DFB-Pokal die nächste Runde zu erreichen und wenigstens noch ein Erfolgserlebnis feiern zu können.

Minimalismus-Award: VfL Wolfsburg

Der VfL Wolfsburg spielte im letzten Spiel des Spieltags zuhause gegen den VfB Stuttgart. Die Wölfe hatten die Chance, mit einem Sieg auf Platz vier zu springen. Das gelang auch, die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner (46) gewann mit 1:0 und ging dabei so minimalistisch wie nur möglich vor. Eine kompakte Defensive war der Schlüssel zum Sieg, Wolfsburg ließ wenig zu und versuchte im Spiel nach vorne Nadelstiche zu setzen.

Wenig überraschend war, wie das Tor am Ende zustande kam. Die Wolfsburger bekamen einen Freistoß aus rund 18 Metern zugesprochen. Josip Brekalo (23) trat an, sein Schuss wurde zweimal abgefälscht und kullerte am Ende in das Tor. Das reichte am Ende für den Sieg.

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(Photo by BERND THISSEN/POOL/AFP via Getty Images)

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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