Durchhalteparolen in Heidenheim, Tristesse in Bremen und Frust in Wolfsburg: Während der FC St. Pauli wieder lebt und Mainz 05 marschiert, spitzt sich die Lage bei den anderen Kellerkindern im Kampf gegen den Abstieg immer mehr zu. „Wir sind verdient Letzter“, sagte FCH-Trainer Frank Schmidt nach der nächsten Pleite. Und Werder taumelt trotz des Trainerwechsels ungebremst auf den Worst Case zu.
„Wenn wir keine Tore schießen, dann werden wir es dieses Jahr nicht schaffen“, sagte Bremens Kapitän Marco Friedl nach dem bitteren 0:1 beim SC Freiburg, für die Hanseaten war es schon das elfte Spiel in Serie ohne Sieg. Damit ging auch das Debüt des neuen Trainers Daniel Thioune schief, am kommenden Samstag empfängt der Vorvorletzte der Tabelle zudem Bayern München. Und so regiert in Bremen das Prinzip Hoffnung. „Es hilft im Fußball nichts, wir müssen weitermachen. Bei uns steht und fällt alles mit Selbstvertrauen“, sagte Friedl: „Wir müssen den Bock umstoßen und anfangen, Spiele zu gewinnen.“
Bundesliga: Der Abstiegskampf wird heißer
Angesichts von schon sechs Punkten Rückstand auf den Relegationsrang und nur 13 Zählerchen nach 21 Spielen auf dem Konto haben die Heidenheimer die Hoffnung hingegen schon fast aufgegeben, der Blick in die Statistik schmälert den Glauben an eine Rettung noch einmal. Mit so wenigen beziehungsweise noch weniger Punkten zu diesem Zeitpunkt der Saison konnte sich im Drei-Punkte-Zeitalter nur ein Team retten: Mainz vor zwei Jahren. Doch „wir sind noch nicht abgestiegen“, sagte Patrick Mainka nach dem 0:2 gegen den Hamburger SV, „wir haben noch 13 weitere Spiele vor uns und unser Zusammenhalt und der Wille bis zum bitteren Ende zu kämpfen, zeichnen den 1. FC Heidenheim aus.“ Und Marnon Busch meinte: „Wir dürfen nicht aufgeben.“
Denn ein Blick auf die Tabelle verrät auch, dass das Rennen um die Klasse eng ist. Den Letzten Heidenheim und den HSV auf Rang elf trennen nur neun Punkte, so dürfen sich auch Klubs wie Borussia Mönchengladbach oder der FC Augsburg längst nicht zu sicher sein. Zumal der Trend in Mainz unter Trainer Urs Fischer steil nach oben zeigt und auch St. Pauli plötzlich wieder lebt.
„Wir hoffen natürlich, dass das der Wendepunkt für uns ist. Wir müssen so weitermachen“, sagte Karol Mets nach den Big Points des Vorletzten gegen den VfB Stuttgart (2:1). Und Mainz steht nach dem dritten Sieg in Serie erstmals seit dem sechsten Spieltag nicht mehr auf einem der drei letzten Tabellenplätze. „Jeder Punkt hilft uns, es ist eng, aber es sind auch noch 13 Spiele zu gehen“, sagte Daniel Batz. Und Niko Bungert meinte: „Die Zwischenbilanz ist schön, aber es geht weiter.“
Weiter geht es auch für Trainer Daniel Bauer in Wolfsburg nach dem Abrutschen auf Rang 15, der Werksklub verlor nur unglücklich in der Schlussphase gegen Borussia Dortmund (1:2). Das tat „richtig weh“ ,sagte Bauer bei Sky. Im Abstiegskampf werden noch viele Teams in den nächsten Wochen leiden müssen.

