Musiala stiehlt allen die Show – Die Einzelkritik zu Bayerns Kantersieg gegen Leverkusen!

FC Bayern: Jamal Musiala überragte beim deutlichen Sieg über Leverkusen.
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Am Abend spielte der FC Bayern in der Allianz Arena gegen Bayer 04 Leverkusen. Es war ein wichtiges Spiel für beide Mannschaften, am Ende gewann der Rekordmeister mit 4:0 und schoss sich so aus der Krise. 

Bayern macht in der ersten Halbzeit schon alles klar

Der FC Bayern begann in diesem Spiel hochkonzentriert und ging früh durch Leroy Sane in Führung. Das sorgte dafür, dass Bayer 04, ohnehin schon verunsichert in das Spiel gegangen, nicht zu seinem Rhythmus fand. Die Folge: Weitere Chancen für den Gastgeber, bis Jamal Musiala das 2:0 erzielen konnte. Bis Leverkusen die erste wirklich sehenswerte Chance hatte, waren schon über 30 Minuten vergangen. Eine gute Möglichkeit hatte Bayer in der ersten Halbzeit, Bayern machte aber in persona Sadio Mané noch das 3:0 vor dem Pausenpfiff.

In der zweiten Halbzeit ließ es der FC Bayern etwas ruhiger angehen, allerdings gab es noch immer Chancen für den Rekordmeister. Die Gastgeber waren konzentriert, hatten die Gelegenheit, das Ergebnis noch auszubauen. Aber auch Leverkusen hatte seine eine große Chance durch Adli kurz nach dessen Einwechslung. Kurz vor dem Ende erzielte Thomas Müller noch das 4:0. Das war auch der Endstand.

Benotet werden die Spieler nach Schulnoten, das heißt von 1-6. Auch 0,5er-Noten sind möglich. Spieler, die zu einem späten Zeitpunkt eines Spiels auf das Feld kamen und keinen signifikanten Einfluss mehr hatten, werden nicht mehr benotet. Victor Catalina benotet den FC Bayern, Manuel Behlert die Gäste aus Leverkusen.

Der FC Bayern in der Einzelkritik: Rundum gelungene Teamvorstellung

Manuel Neuer: Zweimal wirklich gefordert, gegen Moussa Diaby (34′) sowie Amine Adli (64′), zweimal auf dem Posten. Ansonsten da, um da zu sein und tat, wenn es sich anbot, Manuel-Neuer-Dinge. Wie zum Beispiel einen Abschluss von Kerem Demirbay mit dem Fuß anzunehmen und direkt den Gegenangriff einzuleiten. Note: 2,5.

Benjamin Pavard: Defensiv äußerst solide und auch immer wieder mit guten offensiven Vorstößen. Wie zum Beispiel in Minute 39, als er den Ball auf der rechten Seite eroberte, in dessen Folge das 3:0 fiel. Note: 2,5.

Dayot Upamecano (bis 81′): Einige kleinere Wackler und Unsauberkeiten. Ansonsten zeigte auch der Franzose eine äußerst solide Partie. Machte in Minute 82 für Noussair Mazraoui Platz. Note: 3,0.

Matthijs de Ligt: Absolute Autorität in Bayerns Defensive. Zieht im Strafraum jeden hohen Ball wie ein Magnet an. Wurde, wenn es sich anbot, auch offensiv gefährlich, wie bei seinem ordentlichen Distanzversuch in Minute 55. Note: 2,0.

Alphonso Davies: Ließ Jeremie Frimpong auf seiner Seite kaum in die Show kommen. Offensiv immer an den Kombinationen beteiligt und diesmal auch technisch sauberer, als noch in Augsburg. Müsste sich, wenn er in die Positionen kommt. noch mehr zutrauen und den Abschluss suchen. Note: 2,5.

Bundesliga FC Bayern Bayer Leverkusen

Photo by Adam Pretty/Getty Images

Joshua Kimmich: Im letzten Heimspiel, gegen den VfB Stuttgart (2:2) noch mit mehreren Unaufmerksamkeiten. Diesmal wesentlich fokussierter und direkter, offensiv wie defensiv. Hatte auch unter Gegnerdruck immer die richtige Lösung parat. Note: 2,0.

Marcel Sabitzer (bis 65′): Selten spektakulär, trotzdem extrem wichtig für den defensiven Zusammenhalt der Mannschaft. In Minute 33 fast mit einem herausragenden Volley zum 3:0. Machte nach 65 Minuten für Leon Goretzka Platz. Note: 3,0.

Jamal Musiala (bis 81′): Mit Robert Lewandowski haben die Münchener einen Kandidaten für den Ballon D’Or abgegeben. Nun sind sie dabei, sich den nächsten zu formen. Strotzte vor Selbstbewusstsein im Dribbling und Kreativität, arbeitete aber auch gut nach hinten mit. Nach nicht einmal 39 Minuten bereits mit drei Torbeteiligungen. Mit riesigem Abstand bester Spieler auf dem Platz – und das hat nur bedingt damit zu tun, dass die anderen nicht performt hätten. Durfte sich in Minute 81 seinen verdienten Applaus abholen. Note: 1,0.

Leroy Sané (bis 74′): In Augsburg beteiligte er sich ebenfalls am Chancenwucher. Diesmal wesentlich direkter und konzentrierter. Stoppte Musialas Hereingabe kurz mit links und schloss trocken mit rechts ab. Genauso muss man solche Situationen lösen. Note: 2,0.

Thomas Müller: Sein Zusammenspiel mit Jamal Musiala war ein Geniestreich. Ansonsten immer wieder mit guten Ideen, aber auch einigen Unsauberkeiten. Bekam sechs Minuten vor Schluss von Lukáš Hrádecký das 4:0 geschenkt. Note: 2,5.

Sadio Mané (bis 65′): Gegen Wolfsburg (2:0) und Borussia Mönchengladbach (1:1) bekam er noch je zwei Treffer weggepfiffen. Nach acht Spieltagen durfte der Senegalese endlich auch vor eigenem Publikum jubeln. Man konnte ihm ansehen, wie sehr er dieses Erfolgserlebnis gebraucht hat. Nach der Pause mit hervorragender Finte gegen Jonathan Tah, zog seinen Abschluss dann aber zu zentral auf Hrádecký. Machte in Minute 65 Platz für Serge Gnabry. Note: 2,5.

Einwechslungen des FC Bayern

Serge Gnabry (ab 65′): Ersetzte Sadio Mané und hatte durchaus einige Aktionen. Man konnte allerdings sehen, dass er noch etwas Zeit braucht, um aus seinem persönlichen Tief zu kommen. Note: 3,0.

Leon Goretzka (ab 65′): Kam für Marcel Sabitzer und hielt das Mittelfeld ordentlich zusammen. In der 90. Minute noch mit gutem Vorstoß, zog seinen Versuch allerdings nur ans Außennetz. Note: 3,0.

Eric Maxim Choupo-Moting (ab 74′): Viele Offensivaktionen hatte er nicht. Brachte immerhin Ruhe und Erfahrung ins Spiel. Note: 3,5.

Ryan Gravenberch (ab 81′): Nicht die leichteste Zeit für den Ajax-Neuzugang. Bekommt im Moment weder im Verein, noch in der Nationalmannschaft viele Minuten. Gegen Leverkusen mit ordentlichem Cameo. Note: 3,0.

Noussair Mazraoui (ab 81′): Ersetzte Dayot Upamecano und kam immerhin auf sieben Ballkontakte, die allerdings nicht für eine seriöse Bewertungsgrundlage herhalten. Note: ohne Bewertung.

 

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Bayer Leverkusen in der Einzelkritik: Viele unter ihrem Niveau

Lukas Hradecky: Beim frühen 1:0 des FC Bayern machtlos, danach aber wieder einmal kurz verunsichert, als er am Ball vorbeitrat und einen Eckball verursachte. Das 2:0 des FC Bayern nach knapp 20 Minuten war haltbar, hier sah er alles andere als gut aus. Beim 0:3 war er machtlos. Konnte sich in der 2. Halbzeit dann in der ein oder anderen Phase auszeichnen. Das waren aber auch nur kleine Lichtblicke, denn vor dem 0:4 rutschte er aus und servierte Müller den Ball. Note: 5

Odilon Kossounou: In der Luft sehr gut und präsent, wie es zu erwarten war. Wenn Bayern allerdings mit Tempo kam, sah er nicht mehr so souverän aus. Probleme hatte der Innenverteidiger auch dann, wenn er unter Druck das Spiel aufbauen sollte. Ungenaue Bälle kamen dabei heraus, einige Pässe spielte er in das Seitenaus. Im Laufe der zweiten Halbzeit mit mehr gelungenen Defensivaktionen. Insgesamt keine komplett schwache Partie. Note: 4

Jonathan Tah: Holte sich früh Sicherheit durch einige Ballkontakte und Sicherheitspässe, brachte diese aber auch an den Mann. Die Abstimmung mit den Defensivkollegen funktionierte nicht immer gut, sodass manchmal nicht klar war, welcher Spieler nun rausrücken soll und welcher nicht. Bayer wirkte dann zu passiv. Auch nach der Umstellung auf die Viererkette änderte sich nicht allzu viel. Note: 4

Edmond Tapsoba: Auch er sammelte hohe Bälle in aller Regelmäßigkeit auf. Aber: Wenn Bayern das Tempo hoch hielt und sich flach um den Strafraum kombinierte, war zu merken, dass er einen größeren Wendekreis besitzt als die Offensivspieler des FC Bayern. Gegen weniger stark pressende Bayern im zweiten Spielabschnitt endlich auch mit der ein oder anderen guten Idee im Spielaufbau. Die Innenverteidiger alleine für die passive Spielweise abzustrafen wäre auch unfair. Note: 4

Jeremie Frimpong (bis 46.): War in der Frühphase viel defensiv gefordert, aber auch gut nach vorne unterwegs, besetzte die Räume gut und setzte seine Geschwindigkeit ein. Gegen Davies manchmal sehr wach im Zweikampf, wurde aber hier und da auch überrannt. Musste wegen einer Systemumstellung zur zweiten Halbzeit weichen. Note: 3,5

Robert Andrich: War wie gewohnt viel unterwegs, aber das Mittelfeld des FC Bayern alleine dadurch in den Griff zu bekommen, ist natürlich nicht ganz leicht. Hatte nach 22 Minuten den ersten wirklichen Bayer-Abschluss. Traute sich mit zunehmende Spieldauer mehr, hatte nach 37 Minuten einen Abschluss, der auf das Tornetz ging. Nach der Umstellung auf ein Dreiermittelfeld nicht mehr so oft im Mittelpunkt, was aber auch dafür sorgte, dass er defensiv nicht mehr so oft in prekäre Situationen gebracht wurde. Note: 3,5

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Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images

Kerem Demirbay: Wollte sich mit seiner Technik aus engen Situationen befreien, lieb dabei aber nicht selten hängen. Gerade von Musiala und Kimmich oft früh gestört verlor er zu häufig den Ball. Auch wenn Leverkusen defensiv stand, schaffte er es gemeinsam mit Andrich nur selten, den Zugriff zu bekommen, so zum Beispiel beim 3:0. Hatte nach der Systemumstellung dann mehr Anspielstationen für kurze Bälle, was ihm half. Trotzdem waren Fehler dabei, die man von ihm so nicht kennt. Note: 4,5

Mitchell Bakker (bis 46.): Nicht so auffällig wie Frimpong zu Beginn, auch weil er oft mit Sané und Musiala, der gerne auswich, die umtriebigsten Spieler des Rekordmeisters auf seiner Seite hatte. Dadurch mitunter überfordert. Zur Halbzeit ausgewechselt. Note: 5.

Moussa Diaby (bis 75.): Die langen Bälle flogen über ihn hinweg, flach wurde er nur selten eingebunden. Die Folge: Er musste sich fallen lassen, hatte dann weit mehr Distanz zu überbrücken, bis er in das letzte Drittel kam. Nach 33 Minuten hatte er die bis dato beste Chance, weil er endlich einmal in eine 1-gegen-1-Situation kam. Arbeitete sich in die Partie, hatte aber auch unglückliche Aktionen, als er zum Beispiel im Rahmen einer Konterchance auf dem Ball ausrutschte. Note: 4

Callum Hudson-Odoi: Im Prinzip ähnlich wie bei Diaby. Lange überhaupt kein Faktor, konnte nicht auf der Außenbahn geschickt werden, dadurch viel in den Halbräumen, wo es keinen Platz gab. Viel mehr gab es in den ersten 45 Minuten über ihn nicht zu berichten. Das blieb bis zu seiner Auswechslung auch so. Note: 5.

Patrik Schick: Seine Physis war gefragt, denn Leverkusen spielte gerade in den Anfangsminuten einige hohe und weite Bälle. Nach gut 30 Minuten endlich ein wenig präsenter, aber auch ohne Abschlusssituationen. Wenn er mal in Szene gesetzt werden konnte, verteidige der FC Bayern ihn gut. Note: 4,5.

Piero Hincapie (ab 46. für Bakker): Sollte dafür sorgen, dass mehr Stabilität herrscht mit der Viererkette. Doch am Anfang war Leverkusen wieder viel zu passiv. Gewann einige Zweikämpfe, spielte einige Sicherheitspässe, ließ sich aber mitunter auch überlaufen. Note: 4

Charles Aranguiz (ab 46. für Frimpong): Seine Aufgabe war es, im Mittelfeldzentrum dafür zu sorgen, dass die Werkself mehr Zugriff und Entlastung bekommt. Hatte eine sehr gute Idee, als er nach etwas mehr als einer Stunde die Riesenchance von Adli auflegte. Spielte einige ordentliche Pässe und sorgte für etwas mehr Ausgeglichenheit im Zentrum. Note: 3,5

Amine Adli (ab 61. für Hudson-Odoi): Direkt mit Schwung nach seiner Einwechslung, hatte eine gute Chance, scheiterte dabei aber an Neuer. Sonst mit einigen unglücklichen Aktionen. Zu wenig für eine ernsthafte Bewertung.

Sardar Azmoun (ab 61. für Schick): Nach Einwechslung kaum mehr in Aktion. Daher keine Bewertung mehr.

Adam Hlozek (ab 75. für Diaby): Keine Bewertung mehr.

(Photo by CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images)

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