Florian Grillitsch: „Der Fußball kann ein dreckiges Geschäft sein“

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News | Im Sommer gab es immer wieder Berichte über gescheiterte Verhandlungen von Florian Grillitsch. Er sei „blauäugig“ gewesen aber habe auch Dinge über sich gelesen, die ihn getroffen hätten, resümiert er nun.

Es war ein langer Sommer für Florian Grillitsch (27). Er wollte sich einer neuen Herausforderung stellen. Seinen Vertrag hatte er aus diesem Grund bei der TSG Hoffenheim auslaufen lassen. Sportlich weckte Grillitsch einige Interessenten. Er verhandelte mit dem AC Milan und dem AC Florenz. Allerdings kam keine Einigung zustande, obwohl sich Grillitsch ein Engagement in der Serie A vorstellen konnte, vielleicht sogar wünschte. Doch wieso sind die Wechsel dann gescheitert?

AC Florenz: „Wir mochten das Gerede des Vaters nicht“

Daniele Prade, Sportdirektor der des AC Florenz, gab in einem Interview mit „Calciomercato“ einen Hinweis: „Wir mochten das Gerede des Vaters und die Summen, die er verlangte, nicht. Wir entscheiden, mit wem wir zusammenarbeiten, und es stimmt nicht, dass wir uns mit jedem Agenten streiten.“



Immer wieder wurde darüber berichtete, dass Vater Michael Grillitsch, der die Interessen seines Sohnes vertritt, horrende Summen in Verhandlungen aufgerufen und die interessierten Vereine damit reihenweise verärgert habe.

Gegenüber „Sport1“ äußerte sich Florian Grillitsch nun erstmals selbst zu den vergangenen Monaten. „Die zurückliegenden Wochen waren nicht einfach für mich. Ich habe Sachen über mich gelesen, die mich ziemlich getroffen haben“, sagt der Mittelfeldspieler. „Ich möchte derzeit nicht über sämtliche Details sprechen, aber: Es kamen Dinge an die Öffentlichkeit – über meinen Vater und mich – die nicht der Wahrheit entsprechen – gerade, was angebliche Absagen anging.“

Als Beispiel nennt er die Wechselgerüchte in die Türkei. Aus „sportlichen Gründen“ sei es für ihn nicht in Frage gekommen, in die türkische Süper Lig zu wechseln. Auch „mit dem englischen Zweitligisten Birmingham City, der mir ebenso abgesagt haben soll, habe ich nie gesprochen.“

Ende Juli, als die Verhandlungen weiter ohne Vertragsunterzeichnung abliefen, entschied sich Grillitsch für einen Beraterwechsel. Er kehrte zu Thomas Böhm, dem Berater, den er im Winter 2021/22 verlassen hatte, zurück. Und auch die Gerüchte um etwaige Absagen wurden weniger.

Florian Grillitsch: „Auf jeden Fall kann ich viel aus dieser Zeit lernen“

Schlussendlich unterzeichnete Grillitsch am letzten Tag des Transferfensters bei Ajax Amsterdam einen Einjahresvertrag bis Sommer 2023. Der Verein hat die Option, den Vertrag um zwei weitere Jahre zu verlängern. „Ich bin extrem glücklich, jetzt bei Ajax Amsterdam zu sein und mit solch einem Verein in der Champions League spielen zu können“, sagt Grillitsch gegenüber „Sport1″. „Ajax zählt zu den größten Klubs der Welt mit unglaublichen Fans und viel Tradition. Für diesen Verein auflaufen zu dürfen, macht mich stolz.“

Abschließend blickt er noch selbstkritisch auf den wohl längsten Sommer seiner Karriere zurück: „Von meiner Seite aus ist längst nicht alles gut gelaufen, gar keine Frage. Ich war auch zu blauäugig, manchen Leuten zu schnell zu vertrauen. Der Fußball kann manchmal ein dreckiges Geschäft sein, das habe ich diesen Sommer gelernt. Aber selbstverständlich übernehme ich für all meine Entscheidungen die volle Verantwortung.“

„Auf jeden Fall kann ich viel aus dieser Zeit lernen, viel für meine weitere Karriere mitnehmen. Jetzt will ich nur noch nach vorne schauen: Ich bin froh, endlich wieder Fußball spielen zu können“, resümierte Grillitsch.

(Photo by RALPH ORLOWSKI/POOL/AFP via Getty Images)

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