Irre Minute im Volksparkstadion: FCK ringt dem HSV ein Remis ab

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Spielbericht | Der Hamburger SV führte lange gegen einen leidenschaftlich kämpfenden 1. FC Kaiserslautern. Angetrieben von über 10.000 Gästefans und getragen von einem gehaltenen Elfmeter erzielten die Roten Teufeln aber den späten 1:1-Ausgleich.

Am späten Samstagabend empfing der Hamburger SV den 1. FC Kaiserslautern. Ein Duell, dass seine Brisanz vor allem aus den traditionsreichen Vergangenheiten beider Klubs speist. Vor zehn Jahren waren die beiden Klubs letztmals aufeinandergetroffen. Der HSV hatte damals auf dem Betzenberg mit 0:1 gewonnen. Für beide Klubs sind anschließend Jahre der Tristesse gefolgt. Doch seit Monaten zeigt die Entwicklungskurve beider Traditionsteams nach oben. Auch in der Gegenwart verspricht das Duell zwischen Tabellenführer HSV und Aufsteiger FCK Brisanz.



HSV: Viel Ballbesitz, wenige Chancen und Robert Glatzel

Wie vor dem Spiel zu erwarten war, dominierte der HSV in der erste Viertelstunde den Ball. Mit einer fluiden Grundordnung versuchte die Mannschaft von Tim Walter den kompakten Mittelfeldblock der Gäste aus Kaiserslautern zu knacken. Diese verteidigten, wie unter Dirk Schuster gewohnt, diszipliniert und aggressiv. Gegen den Ball staffelten sie sich in einer 3-4-1-2-Grundordnung. Nach Ballgewinn sprinteten immer wieder gleich mehrere Offensivspieler der Roten Teufel in die Tiefe. So kam der FCK nach 18. Spielminuten auch zur ersten Torchance des Spiels. Nach einem blitzartigen Konter köpfte Terrence Boyd aus sechs Metern aber kläglich über die Querlatte.

Der FCK wurde in dieser Phase stärker. Teilweise lief der Ball über etliche Stationen durch die Reihen der Gäste, während dem HSV der Zugriff etwas abhanden ging. Und genau in dieser Phase, mit seiner ersten Torchance, ging der HSV in Führung. Sonny Kittels geniale Flanke aus dem linken Halbfeld stiftete Verwirrung im Strafraum des FCK. Andreas Luthe wollte im letzten Moment klären, wehrte den Ball aber gegen das rechte Knie von Robert Glatzel ab, von wo aus der Ball ins Netz sprang. (24.)

(Photo by Cathrin Mueller/Getty Images)

Nach dem Tor plätscherte das Spiel durchaus ansehnlich dahin. Der HSV versuchte es mit typischem Walter-Fußball: Die Spieler rochierten immer wieder die Positionen und der Ball lief flach durch die eigenen Reihen. Zur Halbzeit hatten die Hausherren 66 Prozent Ballbesitz. Nur Torchance, die sprangen kaum dabei heraus. Der FCK verteidigte im ausverkaufen Volksparkstadion leidenschaftlich, war nach vorne aber selten gefährlich.

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FCK: Großchancen, Elfmeterkiller und Nebelschwaden

Die zweite Hälfte begann so wie erste: mit Nebelschwaden. Bengalische Feuer im Gästeblock vernebelten das Spielfeld und so waren es ausgerechnet die FCK-Fans, die kurz nach der Halbzeit fast den Ausgleich ihres Teams verpasst hätten. Moritz Heyer rutschte im Spielaufbau aus, sodass Terrence Boyd alleine auf Matheo Raab zulaufen konnte, den Ball jedoch wenige Zentimeter am Tor vorbeischob. Die Sicht wurde immer schlechter. Schiedsrichter Moritz Hartmann blieb keine andere Wahl als das Spiel zu unterbrechen. Nach fünf Minuten und einen beschwichtigenden Dirk Schuster im Gästeblock ging es weiter.


Angepeitscht von den eigenen Fan blieben die Gäste auch in den Folgeminuten die aktivere Mannschaft. Und der nächste Spieler tauchte alleine vor dem Tor des HSV auf. Nach einem langen Schlag von Andreas Luthe segelte Mario Vuskovic unter dem Ball hindurch. Kenny Prince Redondo profitierte und hatte den Ausgleich auf dem Fuß, verzog den Ball jedoch. Die Viertelstunde nach der Halbzeitpause war die stärkste der Gäste bis zu diesem Zeitpunkt des Spiels.

Anschließend wurde der HSV wieder stärker und hatte zehn Minuten vor Schluss die Chance auf die Entscheidung. Ludovit Reis dribbelte durch die Hälfte der Gäste und konnte von Julian Niehues nur per Foul gestoppt werden. Schiedsrichter Hartmann zeigte nach einem kurzen Bildschirm-Check auf den Punkt. Sonny Kittel trat an, aber Andreas Luthe parierte. Und der Wahnsinn ging gleich weiter. Nur eine Minute später umbribbelte Kenny Prince Redondo auf der linken Seite Moritz Heyer und fand den eingewechselten Lex-Tyger Lobinger, der den Ball über die Linie drückte. Ekstase bei den Mannen in rot. Die sich hinter dem FCK-Tor warmmachenden Ersatzspieler stürmten zu Andreas Luthe und feierten ihn. (82.)

Der HSV versuchte in den letzten Minuten noch den Ausgleich zu erzwingen. Erst scheiterte Anssi Suhonen an Andreas Luthe, wenig später verpasste Robert Glatzel knapp. Doch es blieb beim 1:1, ein am Ende durchaus gerechtes Ergebnis, das sich der FCK mit einer engagierten Leistung verdient hat.

(Photo by Cathrin Mueller/Getty Images)

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