Wolfsburg | Druck auf Kohfeldt wächst: Wird es eng? Das Streitgespräch

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Es ist noch nicht lange her, da übernahm Florian Kohfeldt den Trainerjob beim VfL Wolfsburg für den entlassenen Mark van Bommel. Kohfeldt sollte die Niedersachsen wieder in die Spur führen, die K.O.-Runde in der Champions League erreichen und wieder mehr Stabilität in die Mannschaft bekommen. Aktuell ist davon nicht viel zu sehen. 

Kohfeldt-Effekt bleibt aus: Niederlagenserie in Wolfsburg

Ende Oktober übernahm Florian Kohfeldt (39) den Trainerjob beim VfL Wolfsburg. Der neue Übungsleiter erwischte einen Start nach Maß. Prompt gewannen die Wölfe in Leverkusen mit 2:0, schlugen RB Salzburg in der Champions League und den FC Augsburg in der Bundesliga. Das Remis in Bielefeld war in Ordnung, nicht mehr und nicht weniger. Es war aber dennoch ein Spiel, das in Erinnerung bleibt. Denn seit dieser Partie am 20. November verlor der VfL Wolfsburg jedes einzelne Spiel. 

Kohfeldt Wolfsburg

(Photo by Lars Baron/Getty Images)

Zugegeben, es waren auch schwere Gegner dabei, Wolfsburg verlor anschließend unter anderem gegen den FC Sevilla, Dortmund, Mainz oder den FC Bayern. Aber auch Heimniederlagen gegen Köln, Stuttgart und Lille tauchen in der Bilanz auf. Acht Niederlagen nacheinander gehen weder an der Mannschaft noch am Trainer spurlos vorüber. Die Qualität im Kader ist hoch, Ideen bringt Kohfeldt auch mit, doch es stellt sich die Frage, inwieweit diese beiden Komponenten zusammenpassen. Das Spiel gegen Hertha BSC, ein Team, das ebenfalls zuletzt nicht oder zumindest nur selten glänzte, kann wegweisend sein. 

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Kohfeldt hat noch Zeit und Wolfsburg fängt sich

Wenn man einen Trainer verpflichtet, dann normalerweise nicht, um ihn nach drei Monaten schon wieder zu entlassen. Dasselbe wird auch für Florian Kohfeldt gelten. Im Interview nach dem 0:2 gegen den VfB Stuttgart betonte er, dass  „dann ein paar Dinge nicht funktionieren, auch schon bevor ich hier war. Und dann geht so eine schleichende Verunsicherung damit einher. Aber trotzdem ist es extrem wichtig, dass wir jetzt geschlossen bleiben.“

Und das tun sie. Nur selten ergab sich die Mannschaft wirklich ihrem Schicksal. Gegen den BVB (1:3) ging man in Führung, gegen Köln (2:3) gleich zweimal. Natürlich sollte eine Mannschaft der Qualität des VfL Wolfsburg auch in der Lage sein, in Bochum zu gewinnen. Bedenkt man jedoch, dass dieser VfL Platz 8 in der Heimtabelle belegt und diese Saison bereits gegen Borussia Dortmund (1:1), den SC Freiburg (2:1), die TSG Hoffenheim (2:0) oder Eintracht Frankfurt um Wolfsburgs Ex-Trainer Oliver Glasner (2:0) vor eigenem Publikum punkten konnte, sind die Wölfe mit ihrer Niederlage in bester Gesellschaft.

Bundesliga VfL Wolfsburg

Photo by RONNY HARTMANN/AFP via Getty Images

Ohnehin wäre es ratsam, alles, was jetzt geschieht, separat zur Hinrunde zu betrachten. Vor dem Spiel in Bochum hatte Kohfeldt erstmals Zeit, in Ruhe mit der Mannschaft zu trainieren, was ohne Doppel- oder Dreifachbelastung durch den gesamten Januar und Februar hinweg der Fall sein wird. Kohfeldt kann sich nun mit der Mannschaft zusammensetzen, mit ihr sprechen und ihr neue Spielzüge beibringen, beziehungsweise an den Schwächen arbeiten, anstatt sich einzig auf die Gegnervorbereitung zu fokussieren.

Zu alldem kommen natürlich auch beim VfL Wolfsburg die im Fußball üblichen Verletzungen. Paulo Otávio ist momentan mit Knieverletzung raus, Xaver Schlager laboriert an den Folgen eines Kreuzbandrisses und hat seit dem 1:0 gegen RB Leipzig Ende August kein Spiel mehr bestritten. Zufälligerweise holte auch Mark van Bommel ohne ihn nur noch einen Sieg, das 2:0 in Fürth. Bei Joshua Guilavogui ist es ein Nasenbeinbruch und Lukas Nmecha musste sich erst kürzlich einem Eingriff am Knöchel unterziehen. Die drei erstgenannten waren maßgeblich für das Erreichen der Champions League vergangene Saison verantwortlich, Nmecha ist zusammen mit Wout Weghorst Toptorschütze (je sechs Treffer). Solche Ausfälle würden jeder Mannschaft wehtun, einer, die sich in der Krise befindet, umso mehr.

Deshalb wäre es unklug, nun von außen mit einem drohenden Trainerwechsel noch mehr Druck aufzubauen. Zumal auch nicht klar ist, a) wer so kurzfristig zur Verfügung stehen würde und b), dass man mit einem neuen Trainer nicht früher oder später wieder dort ankommt, wo man momentan steht. Diese Weitsicht ist der Wolfsburger Vereinsführung um Marcel Schäfer und Jörg Schmadtke, der bereits in der Kölner Abstiegssaison 2017/18 so lange wie möglich an Peter Stöger festhielt, zuzutrauen. Florian Kohfeldt wird bleiben und dem VfL Wolfsburg die Trendwende gelingen.

Victor Catalina

Bekenntnis von Schäfer hin oder her: Kohfeldt braucht eine schnelle Trendwende

Marcel Schäfer, der Sportdirektor des VfL Wolfsburg, tat unter der Woche kund, dass er davon ausgeht, die Wende mit Florian Kohfeldt zu schaffen. Wer den Fußballzirkus seit geraumer Zeit verfolgt, der weiß, dass solche Bekenntnisse bis hin zu Jobgarantien selten lange halten, wenn es weiterhin schlecht läuft. Hinzu kommt, dass Schäfer natürlich von seiner Entscheidung überzeugt sein muss, zumindest nach außen. Die Frage ist aber, wie lange das noch anhält, sollte das Spiel gegen Hertha BSC auch noch schiefgehen.

Der Klub aus der Hauptstadt kann an einem guten Tag dafür sorgen, dass Teams, die individuell eigentlich überlegen sind, Probleme bekommen. Und Wolfsburg hat bereits genug Probleme, wenn man auf das Spiel der Niedersachsen schaut. Die Mannschaft ist im Ballbesitz zu ungenau, oft zu behäbig und schafft es aktuell nicht, individuelle Fehler zu vermeiden. Positiv ist, dass eine ganze Trainingswoche Zeit war, um an Inhalten zu arbeiten. Allerdings sei angemerkt, dass das auch vor dem Rückrundenstart, der in Bochum verloren wurde, der Fall war.

Es ist schwer vorstellbar, dass Wolfsburg plötzlich Champagnerfußball spielt. Gegen Hertha BSC wird diese Mannschaft erneut nicht gewinnen und weil nach dem nächsten Spiel, das Wolfsburg dann gegen RB Leipzig bestreitet, eine zweiwöchige Pause ansteht, dürfte es für Florian Kohfeldt eng werden. Es ist nämlich keine typische Länderspielpause, die Nationalmannschaften aus Europa spielen nicht. Ein Trainerwechsel zu diesem Zeitpunkt würde einem neuen Übungsleiter noch eine Art Vorbereitung ermöglichen. Das wissen auch die Verantwortlichen. Bekenntnis hin oder her.

Manuel Behlert

 

Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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