Korkut ist neuer Hertha-Trainer! Fragen und Antworten zur Überraschung in Berlin

Korkut mit den Händen auf die Hüften gestützt
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Spotlight | Auf einmal ging alles ganz schnell. Am Montagmorgen verkündete Hertha BSC nicht nur die Entlassung von Trainer Pal Dardai, sondern auch seinen Nachfolger. Tayfun Korkut soll die Geschicke bis zum Sommer an der Seitenlinie lenken. Wie kam es dazu und was erwartet die Hauptstädter jetzt?

Warum wurde Pal Dardai entlassen?

„Wir möchten uns bei Pál ausdrücklich für seine Arbeit bedanken. Er hat die Mannschaft in der vergangenen Saison übernommen und unter herausfordernden Umständen in der Klasse gehalten.“ Mit diesen Worten verabschiedete Sportdirektor Fredi Bobic seinen ehemaligen Cheftrainer. Wenn man ein wenig darauf achtet, was in diesem Statement nicht genannt wird, findet man wohl auch die Antwort auf die Frage nach dem Grund der Entlassung.

Dardai kam in der letzten Saison zur Hertha, erfüllte seine Job und durfte über den Sommer hinaus bleiben. Doch dann kam nicht mehr viel. Nach einem neuerlichen Umbruch auf dem Transfermarkt wirkte das Team gerade zu Saisonbeginn sogar deutlich unstrukturierter als in den letzten Wochen der vergangenen Spielzeit.

Nicht nur einmal traten in den letzten Wochen und Monaten dabei auch öffentlich Spannungen zwischen Trainer und Sportdirektor zu Tage. Dennoch keimte zuletzt erst ein wenig Hoffnung auf, denn das Team zeigte zumindest wieder die klassischen Tugenden des Dardai-Fußballs. Gemeinsam verteidigen, um jeden Punkt kämpfen. Doch es blieb ein Strohfeuer. In den letzten vier Partien blieb die Hertha ohne Sieg und offenkundig fehlte gerade im eigenen Ballbesitz weiterhin ein klarer Plan, dem die Spieler auch folgen konnten oder wollten. Interne Querelen, eine ausbleibende spielerische Entwicklung und die berechtigte Angst in der Tabelle noch tiefer abzurutschen als im Moment: Es gab genug Gründe, um sich von einem Trainer zu trennen.

Was ist eigentlich mit Fredi Bobic?

Fredi Bobic wechselte unter einigem Getöse im Sommer aus Frankfurt nach Berlin. Am Main hatte sich der ehemalige Profi eine starke Reputation aufgebaut und nachdem man bei der Hertha in den vergangenen Spielzeit schon den ein oder anderen personellen Fehlgriff zu verantworten hatte, wirkte die Verpflichtung des Sportdirektors erneut wie ein Versprechen auf Besserung. Doch der bisherige Saisonverlauf muss auch als eine Niederlage für den neuen, starken Mann beim Hauptstadtklub gesehen werden.

Zuerst traf man die Entscheidung, Dardai als Trainer zu behalten, der sich deutlich gegen einen neuerlichen, personellen Umbruch aussprach. Anschließend gab es dennoch einige Veränderungen im Kader. Der Fokus bei den Neuverpflichtungen: Die vielbeschworene Mentalität. Bobic wollte eine Mannschaft formen, die ihre Gegner mit Wille und nicht mit spielerischer Qualität niederringen kann. Wenn man sich die bisherigen Auftritte der alten Dame in Erinnerung ruft, ist dieser Plan nicht aufgegangen.

Auch die aggressive Kommunikation des Sportdirektors sticht ins Auge. Bereits früh in der Saison schwankte das Auftreten von Bobic zwischen genervt und arrogant, die Spitzen gegen den eigenen Trainer dürften auch nicht geholfen haben, Dardai nach einem schwierigen Saisonstart in seiner Position zu festigen. Nun muss der Funktionär auch noch früh in seiner ersten Saison improvisieren und installiert einen Trainer, der seit drei Jahren keinen Job mehr als Cheftrainer inne hatte. Wenn man den Abstieg vermeidet, dürfte der nächste Sommer für Bobic schon ein entscheidender werden. Strahlend ist die Verpflichtung des Sportdirektors aber schon jetzt nicht mehr.

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Fredi Bobic mit leicht geneigtem Kopf

Photo by Frederic Scheidemann/Getty Images

Warum Tayfun Korkut als Nachfolger?

Tayfun Korkut hat seine letzte Station als Cheftrainer vor rund drei Jahren verlassen, dürfte für viele Fans zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr wirklich auf dem Radar gewesen sein. Entsprechend groß war auch die Überraschung in den sozialen Medien auf die Ankündigung, dass er nun die Geschicke der Hertha bis zum Saisonende lenken soll. Gerade in der kurzen Vertragslaufzeit dürfte eine Begründung stecken, warum es nun gerade Korkut geworden ist.

Die Königslösung gab es schlicht nicht. Spätestens in der Sommerpause hätte man sich um einen neuen Trainer bemühen müssen, dem man eine langfristige Entwicklung der Mannschaft zutraut und ihm vertraglich auch diese Zeit zusichert. Doch dafür ist Korkut nicht eingeplant. Wie bei all seinen vorherigen Stationen baut man wohl vor allem darauf, dass der Coach einen kurzfristigen Impuls in das Team einbringt und den sicheren Klassenerhalt einfährt.

Eine wirkliche A-Lösung war für Hertha derweil offenbar nicht auf dem Markt, andere Kandidaten könnte die geringe Vertragslaufzeit und die schwierige Situation in der unruhigen Hauptstadt von dem Job ferngehalten haben. Korkut ist nun erst einmal der Impulsgeber mit dem man sich schnell aus den gefährlichen Gefilden entfernen will. Sollte das gelingen, ist er im Anschluss wohl nur der Platzhalter, bis man im Sommer den nächsten Anlauf einer Trainerverpflichtung wagt.

Gibt es Gerüchte um Kandidaten für den nächsten Sommer?

Alleine die Vertragslaufzeit macht Korkut zum jetzigen Zeitpunkt nicht zum Favoriten auf eine Weiterbeschäftigung über den Sommer hinaus. Natürlich wäre es nicht das erste Mal im Fußball, dass sich ein Trainer durch gute Leistungen einen neuen Vertrag verdient. Aber schon jetzt gibt es einige Spekulationen um mögliche Nachfolger auf der Trainerbank. Ein Gespräch mit Domenico Tedesco soll bereits vor Wochen stattgefunden haben.

Der ehemalige Schalker trainierte zuletzt in Russland, verdiente sich bei Spartak Moskau die Zuneigung der Fans ebenso wie in seiner ersten Saison bei den Knappen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist er ebenso vereinslos, wie Daniel Farke. Der ehemalige Norwich-Trainer führte seine Mannschaft gleich zweimal aus der Championship in die Premier League und gilt ls absoluter Fußballexperte. Für beide Coaches wäre ein Einstieg innerhalb der Saison in das Chaos, dass die Hertha ist, wohl eher unattraktiv gewesen. Im kommenden Somme könnte sich das ändern.

Ein weiterer Name, der um Hertha BSC immer mal wieder auftaucht ist Niko Kovac. Nach seiner Zeit beim FC Bayern rehabilitiert sich der ehemalige Profi gerade in der Ligue 1, hat die AS Monaco zu einer schlagfertigen Mannschaft geformt. Kovac und Bobic pflegen zudem ein enges Verhältnis, arbeiteten schon bei Eintracht Frankfurt erfolgreich zusammen. So naheliegend eine weitere Kooperation der beiden wäre, so kompliziert dürfte es allerdings werden, den Trainer in Monaco loszueisen.

Denn sein Vertrag läuft noch bis ins Jahr 2023. Mittlerweile sind Ablösen für Trainer keine absoluten Ausnahmen. mehr, aber ein laufender Vertrag verkompliziert Verhandlungen immer. Komplettiert wird die Kandidatenliste von Roger Schmidt. Dieser trainiert gerade unter viel Lob die PSV Eindhoven, zuvor war er in China tätig. Der Vertrag Schmidts endet im Sommer und nach seinen Umwegen über China und die Niederlande könnte eine Rückkehr in eine Top-Liga eine durchaus attraktive Möglichkeit für den Fachmann sein.

Photo by Christian Kaspar-Bartke/Getty Images

Julius Eid

Seit 2018 bei 90PLUS, seit Riquelme Fußballfan. Gerade die emotionale Seite des Sports und Fan-Themen sind Julius‘ Steckenpferd. Alleine deshalb gilt: Klopp vor Guardiola.

Alle Kommentare


  • Bundy sagt:

    Mannoman, 11 (elf!!!) Fehler in einem Text mit rund 1.000 Wörtern. Wird heutzutage nicht mehr korrekturgelesen, bevor sowas online gestellt wird? Außerdem gibt es doch normalerweise so etwas wie eine Rechtschreibprüfung in allen gängigen Schreibprogrammen!

  • Trick17 sagt:

    Der Text ist Inhaltlich iO und gedanklich kohärent, formal aber eine Katastrophe. Liest keiner die Texte gegen?

  • Trick17 sagt:

    Als Ausrede würde ich gelten lassen: Text in der U-Bahn auf dem Telefon geschrieben.


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