Bei Liverpool zählt Ryan Gravenberch zu den Leistungsträgern. Sein Intermezzo beim FC Bayern verlief weniger erfolgreich.
Im Sommer 2022 landete der FCB ein echtes Schnäppchen und sicherte sich für gerade einmal 18,5 Millionen Euro die Dienste des hochgehandelten Youngsters von Ajax. An der Säbener Straße feierte Gravenberch zwar die deutsche Meisterschaft, konnte sich aber unter dem damaligen Trainer Julian Nagelsmann keinen Stammplatz erspielen. Nach einem Jahr zog es den Niederländer bereits zum FC Liverpool, bescherte dem deutschen Rekordmeister durch seinen 40-Millionen-Euro-Wechsel aber ein sattes Transferplus.
Bei den Reds benötigte der Sechser zwar auch ein Jahr Anlaufzeit, zählt seit dem Trainerwechsel von Jürgen Klopp zu Arne Slot aber zu den prägenden Figuren beim Traditionsklub. 2025 war er maßgeblich am Gewinn der Meisterschaft beteiligt und auch in der laufenden Saison ist der Nationalspieler unverzichtbar.
Gravenberch über schwere Bayern-Zeit: „Nicht wie ein Meister gefühlt“
„Ryan Gravenberch ist ein Top-top-top-Spieler in Europa, das war er schon beim FC Bayern“, blickte der heutige Bundestrainer Nagelsmann im Gespräch mit dem kicker auf die gemeinsame Zeit zurück: „Aber da war die Situation für ihn nach seinem Wechsel von Ajax Amsterdam sehr kompliziert.“
Beim FCB hatten Joshua Kimmich und Leon Goretzka die Positionen vor der Abwehr inne, zudem beförderte Nagelsmann Eigengewächs Aleksandar Pavlovic in den Profikader. Gravenberch blieb dadurch nur die Jokerrolle. „Sein Spielerprofil passt nicht dazu“, räumte Nagelsmann ein: „Ryan ist ein Spieler, der Rhythmus über die Spieldauer braucht.“

Erst nach der überraschenden Entlassung Nagelsmanns in der Rückrunde kam das Toptalent unter dessen Nachfolger Thomas Tuchel häufiger zum Zug und hatte im Saisonendspurt so seinen Anteil daran, dass der FC Bayern den BVB am letzten Spieltag noch überholte und die Meisterschaft der Schwarz-Gelben verhinderte. Dennoch habe er sich „überhaupt nicht wie ein Meister“ gefühlt, erzählte der Niederländer zwei Jahre später: „Es war ein ganz anderes Gefühl als bei allen anderen Titeln, die ich gewonnen habe.“

