Matthias Sammer hat mit seinem Vorschlag, Spielerberater abzuschaffen, aufhorchen lassen. Ein prominenter Vertreter des Berufsstands widerspricht.
Roger Wittmann, der mit seiner Agentur ROGON zahlreiche bekannte Fußballer vertritt, kritisierte Sammers Aussagen im Gespräch mit Sky scharf. „Wenn es keine Berater geben würde, würden die Klubs mit den Spielern machen, was sie wollen. Es gibt Klubs, die den Spielern drohen: ‚Wenn du nicht wechselst, dann spielst du hier nicht mehr!‘ Dafür gibt es Fallbeispiele, auch in der Bundesliga“, so der 65-Jährige, der anfügte: „Deshalb halte ich das, was Matthias gesagt hat, für Irrsinn.“
Sammer hatte im Kontext des Tauziehens um Bayern-Verteidiger Dayot Upamecano den Berater des Franzosen angezählt und forderte daraufhin die Abschaffung der Spieleragenten. „Ich würde sie abschaffen. Erstens verdienen sie zu viel Geld. Zweitens sind sie unnötig und drittens schafft das keine Konstellation, die gut ist zwischen Spieler und Verein. Das ist nicht gut“, wurde der frühere Nationalspieler und heutige TV-Experte deutlich.
Wittmann über Sammer-Kritik: „Völlig haltlos“
„Das ist dummes Zeug“, erwiderte Wittmann nun: „Alles, was Matthias sagt, ist völlig haltlos. Wie geht es denn dann weiter? Was würde denn passieren, wenn ein junger Spieler nur beraten von seinen Eltern, die anderen Berufen nachgehen, zu einem Verein kommt?“
Sammer merkte zudem an, dass Berater zu viel an den Transfers der Spieler verdienen würde. Auch auf diese Kritik reagierte Wittmann trotzig: „Ich verdiene das, was der Markt mir gibt. Ich habe ja keine Pistole und sage: ‚Du musst mir das Geld geben!'“

Wittmann tauchte in den letzten Jahren immer wieder in den Schlagzeilen auf. Zuletzt ging er juristisch gegen ein Stadionverbot bei der TSG Hoffenheim vor und bekam insofern recht, als dass das Verbot beim Logenbesuch als nicht zulässig angesehen wurde. Das Trainingsgelände in Zuzenhausen darf der Berater von Stars wie Roberto Firmino und Julian Draxler jedoch weiterhin nicht betreten.

