Nuri Sahin erlebte in Dortmund keine allzu erfolgreiche Zeit als Trainer. Es gab einige gute Spiele, aber insgesamt fehlte den Schwarzgelben ganz klar die Konstanz. Und deswegen kam es auch zeitnah zur Entlassung.
Aktuell trainiert Sahin Istanbul Basaksehir und hat mit dem Klub in der türkischen Süper Lig extrem viel vor. Seit Mitte September ist er dort im Amt, hat einen Punkteschnitt von 1,68, was besser ist als der Schnitt beim BVB.
Seine Zeit in Dortmund beschäftigt Sahin, der seinerzeit noch sehr unerfahren als Trainer war, noch heute. Nun zog der ehemalige Mittelfeldspieler Bilanz – teils selbstkritisch, zwischen den Zeilen aber auch mit Kritik an der Kaderplanung.
Sahin spricht über BVB-Zeit
„Wir hatten einige gute Spiele. Aber vielleicht war der Wandel, den ich mir vorgestellt hatte, zu schnell“, sagte Sahin im Gespräch mit Sky Sports: „Wir wollten Dinge umsetzen, aber hatten wir die richtigen Spieler dafür? Ich hätte Schritt für Schritt vorgehen sollen, aber ich dachte, ich könnte schneller vorankommen. Natürlich habe ich einen Fehler gemacht.“

In Dortmund geriet Sahin schnell in die Kritik, auch weil in der Defensive immer mal wieder große Aussetzer zu erkennen waren. Fünf gegen Tore in Stuttgart und Madrid, vier in Kiel, drei zuhause gegen Leverkusen: Das war zu viel. Nach einer Niederlage in der Champions League gegen den FC Bologna wurde dann ein Schlussstrich gezogen.
Die Entlassung traf ihn schließlich ordentlich hart. „Da ich eine besondere Verbindung zu Borussia hatte, war dieser erste Moment herzzerreißend.“ Dennoch versuchte der 37-Jährige, diese gesamte Sache positiv zu sehen: „Es gibt dieses Sprichwort, dass man erst dann ein guter Trainer wird, wenn man einmal gefeuert wurde.“
Sahin selbst ist der Meinung, dass er zu viele Kompromisse eingegangen ist. „Es war zum Beispiel nicht wirklich möglich, mit dem Torwart aus der Abwehr heraus zu spielen“, erklärte er seine Ansicht: „Aber ich möchte mutiger sein, als ich es in Dortmund war. Das ist eine Lektion, die ich gelernt habe. Ich möchte mich mehr für diese Idee engagieren.“

