Nach einem 0:2-Rückstand hat der BVB auf den letzten Metern einen Punkt aus Leipzig entführt. Fabio Silva sorgte mit seinem ersten Bundesliga-Treffer für ein spätes 2:2 im Topspiel.
Während der BVB unbedingt gewinnen musste, um den Titelkampf mit Bayern aufrechtzuerhalten, stand im Kampf um die Champions-League-Plätze auch RB Leipzig unter Zugzwang. Nur eines der letzten vier Ligaspiele konnten die Sachsen siegreich gestalten. Fünf Wechsel waren es in der Startelf bei den Roten Bullen, die nach dem 2:2 gegen Wolfsburg eine volle Woche zur Vorbereitung hatten. Niko Kovac nahm nach dem 2:0-Sieg gegen Atalanta unter der Woche dagegen nur eine Veränderung an seiner Startelf vor, für Julian Brandt durfte Marcel Sabitzer von Beginn an ran.
Doppelpack Baumgartner: RB schlägt BVB zweimal nach gleichem Muster
In einer intensiven Anfangsphase gehörte dem BVB die erste gute Gelegenheit: Bei einem Konter wurde Maximilian Beier geschickt, der gegen RB-Keeper Maarten Vandevoordt aber die Präzision vermissen ließ (8.). Auf der anderen Seite verpasste Romulo eine Flanke von David Raum knapp (16.). Wenige Minuten später setzte sich Yan Diomande stark gegen Raum durch und bediente anschließend Christoph Baumgartner, der technisch fein mit dem Außenrist zum 1:0 traf (20.). Nach einem ähnlichen Muster verfehlte der Österreicher das Gehäuse einige Minuten später knapp (28.), ehe kurz darauf auch Xaver Schlager gefährlich zum Abschluss kam. Es war eine Phase, in der Leipzig durch kluge Seitenverlagerungen und Raumüberladungen immer wieder die Lücke fand und so die Gäste defensiv vor Probleme stellte.
Nach 35 Minuten brach Diomande durch, legte sich dabei aber den Ball zu weit vor. Kurz darauf war es das typische Leipziger Angriffsmuster, das erst zur nächsten Topchance und dann zum 2:0 führte: Über Diomande und Raum kam die Kugel in die Mitte, wo Baumgartner einmal vergab und wenige Augenblicke später baugleich zum 2:0 traf (39.). Marcel Sabitzer sorgte gegen seinen Ex-Klub für eine von wenigen Dortmunder Offensivszenen, ein direkt getretener Freistoß des Österreichers geriet aber zu zentral und stellte Vandevoordt vor keine größeren Herausforderungen (43.). Zur Pause standen die Schwarz-Gelben mit dem Rücken zur Wand.
BVB verkürzt durch Romulo-Eigentor – Fabio Silva mit der Pointe
Dortmund kam mit mehr Power aus der Halbzeit und konnte nach 50 Minuten auf 1:2 verkürzen – unter Mithilfe des Gegners: Eine Ryerson-Ecke leitete Willi Orban unglücklich auf Romulo weiter, der das Spielgerät noch unglücklicher per Kopf in die eigenen Maschen bugsierte. Auch im zweiten Durchgang schaffte es RB Leipzig, weite Teile des Spiels zu kontrollieren. Der Unterschied zur ersten Halbzeit: Dortmund hatte es geschafft, die Lücken zu schließen, insbesondere auf der anfälligen rechten Seite. Allerdings schafften es die Gäste nicht, gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen – auch, weil die Leipziger bei Umschaltmomenten schnell mit genügend Mann wieder hinter den Ball kamen. Stattdessen schnupperte Diomande nach tollem Sololauf am 3:1 (67.) – genau wie Ridle Baku, der Gregor Kobel umkurvte, dann aber aus spitzem Winkel die Präzision vermissen ließ (73.).
Mit Anbruch der Schlussphase fehlten die Anhaltspunkte für einen Dortmunder Ausgleich – bis plötzlich der eingewechselte Karim Adeyemi gefährlich zum Abschluss kam und gerade noch so von Orban geblockt wurde (78.). Nach starker Kombination schnupperte der ebenfalls frische Fabio Silva am Ausgleich (81.). Auf der anderen Seite lief Diomande allen davon, doch dem Abschluss aus vollem Tempo fehlte es deutlich an Präzision (83.). In den Schlussminuten wurde es in beiden Strafräumen nochmal strittig, Schiedsrichter Benjamin Brand entschied sich aber jeweils gegen einen Strafstoß.
Es war ein hitziger Abklang, der noch eine Pointe bereithielt: Tief in der Nachspielzeit schickte Brandt Adeyemi auf die Reise. Der Nationalspieler legte im perfektem Moment auf Fabio Silva quer, der gegen die Laufrichtung von Vandevoordt zu seinem ersten Bundesliga-Treffer einschob und damit auf 2:2 stellte (90.+5). In den letzten Atemzügen des Spiels rettete Vandevoordt gegen Brandt sogar noch das Remis (90.+8). Unterm Strich stand ein unterhaltsames Remis, das allerdings keinem Team so richtig weiterhelfen dürfte. Vor dem Gipfeltreffen am kommenden Wochenende beträgt der Rückstand auf Bayern acht Punkte für den BVB.

