Simon Rolfes gab die Spaßbremse. Eine ausgelassene Karnevalsparty für die Spieler von Bayer Leverkusen nach dem souveränen Sieg gegen den FC St. Pauli? Nicht mit dem Geschäftsführer Sport. „Kein Karneval, den Umzug können die Spieler sich gerne im Fernsehen anschauen. Dienstag fliegen wir nach Athen“, sagte Rolfes nach dem überzeugenden 4:0 (2:0) gegen den Abstiegskandidaten.
Die Gründe für die resolute Ansage von Rolfes liegen auf der Hand. Bereits am Mittwoch steht das schwierige Hinspiel in den Champions-League-Playoffs bei Olympiakos Piräus auf dem Programm. Bei den Griechen setzte es schließlich schon in der Gruppenphase eine Niederlage. Die Sinne sind also geschärft. Da bleibt für das bunte Treiben an den närrischen Tagen kein Platz.
Leverkusen: Verdienter Sieg, nächste Aufgabe
Dabei war Rolfes eigentlich bester Laune. Schließlich geriet das schnelle Wiedersehen nur elf Tage nach dem Viertelfinale des DFB-Pokals (3:0) zu einer ganz klaren Angelegenheit. Das 1:0 war noch ein Murmeltor: Jarell Quansah (13.) köpfte an die Unterlatte, der Ball sprang vor die Linie, aber vom Bein des St.-Pauli-Torhüters Nikola Vasilj ins Tor. Eine Minute später köpfte Patrik Schick schon das 2:0, nach der Pause traf auch noch Edmond Tapsoba (52.). Er setzte sich nach einer Ecke im Kopfball wuchtig gegen zwei Gegenspieler durch. Ernest Poku (78.) erzielte mit einem platzierten Linksschuss das Tor zum Endstand.
„Ich bin sehr happy, wir haben das gut gemacht. Das war ein hochverdienter Sieg, wir waren über die gesamte Spielzeit dominant“, sagte Rolfes. Eine Woche nach dem Dämpfer bei Borussia Mönchengladbach (1:1) untermauerte der deutsche Meister von 2024 wieder seine Königsklassen-Ambitionen. „Wir waren in Gladbach nicht zufrieden, heute haben wir es besser gemacht: nicht passiv, sondern aktiv und aggressiv. Diesen Weg müssen wir weitergehen, wir haben ja einige Spiele vor uns“, sagte Rolfes.
Schon am Mittwoch in Piräus soll der Weg weitergegangen werden. „Wir haben St. Pauli mit dem Ball viele Probleme bereitet und dann gut gegengepresst. Das ist ein Schritt nach vorne“, sagte Trainer Kasper Hjulmand bei Sky. Weitere sollen folgen. Da ist für den Karneval halt kein Platz.

