Premier League | Die 10 besten Transfers des Sommers

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Dass der FC Liverpool (noch) Kopf an Kopf mit Manchester City um den Titel spielt, hat vor allem mit dem Transfer-Sommer zu tun. Doch nicht nur die Reds landeten einen Volltreffer. Wir ziehen nach einem halben Jahr Zwischenbilanz…

Top-10 Transfers des Sommers

Noch ist es natürlich viel zu früh, einen Neuzugang als absoluten Volltreffer oder gar als Flop zu bezeichnen. Dazu haben wir von einigen Akteuren bisher noch zu wenig gesehen, dafür benötigen einige Spieler zu lange, um sich in einem neuen Land und einer neuen Liga zurechtzufinden.

Nichts desto trotz, hier ist sie, unsere vorübergehende Top-10 der besten Premier-League-Transfers des vergangenen Sommers. Nochmal hier die Betonung, dass es dabei nicht um die „besten Spieler“, sondern wirklich um den kompletten Transfer geht, gemessen an:

  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Bedeutung für die Mannschaft

Plätze 10 – 6

10. Aleksandar Mitrovic

Newcastle United -> FC Fulham: 20 Millionen Euro

Letzte Saison war Aleksandar Mitrovic – damals eine Leihgabe von Newcastle United – mit 12 Toren in 17 Spielen maßgeblich am Aufstieg des FC Fulham beteiligt. Dass die Cottagers den Angreifer für 20 Millionen Euro fest verpflichteten, war folglich keine Überraschung.

In einer höheren Spielklasse geht es für Fulham zwar um ein anderes Saisonziel, nämlich dem Klassenerhalt, doch Mitrovic entpuppt sich erneut als der entscheidende Mann.

(Photo by Matthew Lewis/Getty Images)

Obwohl der Serbe bereits unter Slavisa Jokanovic fünf Tore – immerhin die Hälfte der kompletten Mannschaft – erzielte, könnte er unter Claudio Ranieri eine noch wichtigere Rolle spielen. Das Angriffsspiel wurde pragmatischer und gezielter, die Chancen geringer und damit wichtiger.

In Mitrovic vorne einen Knipser zu haben, der diese Chancen nutzen kann und darüber hinaus wichtige Defensivarbeit leistet, könnte im Abstiegskampf Gold wert sein, ganz zu schweigen von den 20 Millionen Euro Ablöse.

9. Xherdan Shaqiri

Stoke City -> FC Liverpool: 15 Millionen Euro

Als der FC Liverpool im Sommer den Transfer von Xherdan Shaqiri bekannt gab, fragten sich viele, wo und vor allem wie oft der Schweizer überhaupt zu Einsätzen kommen würde. Doch genau das ist, was die Verpflichtung so auszeichnet.

Shaqiri bringt es in 606 Ligaminuten auf drei Tore und zwei Assists. Aber sein Wert für die Mannschaft ist deutlich größer als die statistische Ausbeute. Er verbessert nicht nur die zuvor etwas dünne Kadertiefe, sondern bereichert auch noch den Konkurrenzkampf. Während die Reds also in Liga, Pokal und Königsklasse auf drei Hochzeiten tanzen, stehen Klopp in der Offensive durch Shaqiri nun mehrere personelle und taktische Varianten zur Verfügung. Darüber hinaus stellt das Energiebündel von der Bank eine Waffe dar, kann im auf Anhieb das Angriffsspiel beleben und bereits ermüdete Gegenspieler vor ein großes Problem stellen.

(Photo by Michael Regan/Getty Images)

Nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten gehört Xherdan Shaqiri mittlerweile zum erweiterten Stammpersonal und liefert all das, was sich der FC Liverpool von seiner Verpflichtung erhoffte. Nicht schlecht für den Schnäppchenpreis von 15 Millionen Euro.

8. Kepa Arrizabalaga

Athletic Bilbao -> FC Chelsea: 80 Millionen Euro

Nach über einem Jahrzehnt sattelfester Konstanz zwischen den Pfosten, stand der FC Chelsea im Sommer erstmals wieder vor der anspruchsvollen Aufgabe, eine neue Nummer eins zu verpflichten. Auf Petr Cech und Thibaut Courtois, der nicht verlängern wollte und daher an Real Madrid verkauft werden musste, folgte Kepa Arrizabalaga.

Für viele Kritiker eine riskante Lösung. Immerhin machte man einen 23-jährigen, der außerhalb Spaniens dem üblichen Fußballfan kaum ein Begriff war, zum teuersten Torhüter der Welt.

Aufgrund der großen Fußstapfen, in die Kepa trat, und der hohen Ablöse stand vom ersten Tag unter genauster Beobachtung. Hier kamen seine größten Stärken zum Vorschein. Der für sein Alter außergewöhnlich reife Torhüter blieb gelassen, strahlte trotz des hohen Drucks von Anfang an Ruhe aus. Darüber hinaus bringt er ohnehin alles mit, was ein moderner Schlussmann in seinem Repertoire haben muss. Kepa beherrscht den Strafraum bei hohen Bällen, verfügt über hervorragende Reflexe, ein exzellentes Stellungsspiel und gute fußballerische Qualitäten. Er ist ein Komplettpaket, das zudem kaum Fehler macht und schon jetzt zu den besten Torhütern der Liga zählt.

(Photo by Mike Hewitt/Getty Images)

Das teure Investment scheint sich aus Sicht der Blues auch in dieser Höhe auszuzahlen. Hält Kepa seine Form und entwickelt er sich wie erhofft weiter, hat Chelsea nämlich erneut ein Jahrzehnt lang qualitativ hochwertige Ruhe auf der Torhüterposition.

7. Felipe Anderson

Lazio Rom -> West Ham: 38 Millionen Euro

Es war einer der spektakuläreren Transfers des Sommers. Genau da lag für viele allerdings auch das Problem, denn in den jüngsten Jahren versuchte West Ham sein Glück durch die Verpflichtungen von großen, oder einst großen Namen regelrecht zu erzwingen.

Doch Felipe Anderson scheint tatsächlich ein Glücksgriff zu sein. Bereits nach 16 Spieltagen ist festzustellen, dass der Brasilianer jeden Cent der 38 Millionen Euro, die die Hammers an Lazio überwiesen, wert ist.
Es sind nicht nur die beachtlichen sechs Tore, die Felipe Anderson bisher schoss. Es ist nicht nur seine überragende Technik, sein Spielverständnis, seine Dynamik oder seine Kreativität. Es ist die Tatsache, dass der 25-jährige nicht nur der Offensive, sondern dem kompletten Verein neues Leben eingehaucht hat.

(Photo by Catherine Ivill/Getty Images)

Felipe Anderson ist West Hams Hoffnungsträger, der absolute Starspieler. Ähnlich wie ein Dimitri Payet, der die Hammers 2016 auf Platz sieben führte, nur um sie wenige Monate später fallen zu lassen. Hoffen wir für die Londoner, dass die Geschichte mit seinem verspäteten Nachfolger besser ausgeht…

6. Richarlison

FC Watford -> FC Everton: 39 Millionen Euro

Als Richarlison nur ein Jahr nach seinem 13-Millionen-Euro-Wechsel zu Watford seinem Trainer Marco Silva für plötzlich stolze 40 Millionen Euro nach Everton folgte, war man sich in England einig: Das war ein riskantes Manöver der Toffees.

Trotz seines unübersehbaren Talents kam der Brasilianer nämlich mit erheblichen Fragezeichen hinsichtlich seiner Konstanz an den Goodison Park. Nach einem beeindruckendem Start in die Saison 2016/2017 (5 Tore & 5 Assists) fiel Richarlison im ersten Jahr fernab der Heimat und erstmals ohne Winterpause zum Jahreswechseln in eine tiefe Formkrise.

(Photo by Lynne Cameron/Getty Images)

Everton riskierte es trotzdem. Der 21-jährige sollte die harmlose Offensive beleben, viel mehr aber die neuen Ambitionen untermauern und zum Aushängeschild des Vereins werden. Der Winter steht zwar vor der Tür, doch bisher erfüllt er die Erwartungen.

Aktuell steht der Angreifer bei acht Toren und einem Assist in 14 Spielen. Doch sein Einfluss ist größer als die Zahlen vermuten lassen. Ähnlich wie Felipe Anderson bei West Ham, verleiht Richarlison der Mannschaft neuen Flair. Er beflügelt regelrecht den kompletten Klub.

Seine bisher sehr konstanten und noch auffälligeren Leistungen lassen zudem vermuten, dass die Probleme aus dem Vorjahr wie erhofft ausschließlich der Anpassung geschuldet waren.

Auf Seite 2 geht es weiter mit den Plätzen 5 bis 1.

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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