RB Leipzig: Hertha-Kantersieg als Befreiungsschlag für kommende Aufgaben?

RB Leipzig jubelt über Tor gegen Hertha
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Spotlight | Mit 6:0 gewann RB Leipzig am Samstag gegen Hertha BSC. Nach schwierigem Saisonstart war es der lang ersehnte und erhoffte Befreiungsschlag für den Vizemeister. Allein, zu was wird er – national wie international – noch führen?

Zweimal knapp und einmal deutlich: RB Leipzigs verpatzter Saisonstart

Eigentlich haben sie am Leipziger Cottaweg im Sommer nicht so viel falsch gemacht. Klar, der Verlust der Leistungsträger Dayot Upamecano (22/FC Bayern), Ibrahima Konaté (22/Liverpool FC), Marcel Sabitzer (27/FC Bayern) sowie Julian Nagelsmann (34/FC Bayern) war ein schwerwiegender. Aber zumindest auf dem Papier konnten sie ihn gut kompensieren.

Mohamed Simakan (21), Joško Gvardiol (19) und Dominik Szoboszlai (20) wurden bereits im Vorfeld verpflichtet, sodass RB Leipzig es sich noch leisten konnte, der Offensive mit Brian Brobbey (19) und natürlich André Silva (25) ein paar PS mehr zu verpassen.

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Allein, das funktionierte in den ersten Spielen eher bedingt. Nach drei Partien standen zwei 0:1-Niederlagen gegen Mainz und Wolfsburg sowie ein 4:0 gegen Stuttgart. An Spieltag vier streute der FC Bayern mit einem 1:4 noch etwas mehr Salz in die Leipziger Wunden. Auch den Champions-League-Auftakt im Etihad setzte RB Leipzig trotz dreier eigener Treffer in den Sand. Erst mit dem 1:1 in Köln konnte man wirklich das Gefühl bekommen, dass die Formkurve nach oben zeigt. Vor allem in der Schlussphase des Spiels machte die Mannschaft von Jesse Marsch (47) Druck, acht Paraden Timo Horns (28) retteten dem Effzeh den Punkt.

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Nkunku bringt die Wende für RB Leipzig – auch international?

Den Befreiungsschlag gab es schließlich am vergangenen Wochenende, ein 6:0 gegen hoffnungslos überforderte Berliner. Erstmals in der noch jungen Spielzeit war der RB-Fußball vollumfänglich zu erkennen: Schnell, energisch, unberechenbar. Die ersten beiden Treffer sind ein gutes Beispiel. Nach messerscharfen Pässen durch die Mitte stand Christopher Nkunku (23) zweimal frei. Einmal nahm er sich den Abschluss selbst, im zweiten Fall legte er mit viel Übersicht für Yussuf Poulsen (27) quer. Zudem verwandelte der Franzose noch einen sehenswerten Freistoß zum zwischenzeitlichen 5:0. Nkunku steht sinnbildlich für die neugewonnene Leipziger Formstärke. Im Etihad erzielte er alle drei Treffer seiner Mannschaft. Es war erst das vierte Mal in der Geschichte der Königsklasse, dass ein Team trotzdem unterlag – nach Ronaldo Nazário (Manchester United 4-3 Real Madrid, 2002/03), Gareth Bale (Inter 4-3 Tottenham, 2010/11) sowie Irfan Can Kahveci (Başakşehir 3-4 RB Leipzig, 2020/21).

 

 

Auf nationaler Ebene dürfte der Zug in Richtung Meisterschaft trotz des jüngsten Erfolgs bereits abgefahren sein. Der FC Bayern steht bei 16 Punkten, neun vor RB. Auch zu Borussia Dortmund (12), dem VfL Wolfsburg (13) und Bayer Leverkusen (13) klafft eine beachtliche Lücke. In den kommenden Wochen gilt es für die Leipziger vor allem in den beiden Heimspielen gegen die Aufsteiger Bochum und Fürth das Feld von hinten aufzurollen und auf Patzer der Konkurrenz zu hoffen.

Einen solchen gab es beispielsweise in der Champions League, als Paris Saint-Germain ausgerechnet in Brügge (1:1) zwei Punkte liegen ließ. Das könnte sich für RB noch als Vorteil erweisen, denn am Dienstagabend treffen sie zuhause auf die Belgier. Wollen sie im Kampf mit Manchester City und PSG für eine Überraschung sorgen, sind sechs Zähler aus diesen Duellen Pflicht. Sollte der amtierende englische Meister zeitgleich auch in Paris punkten, böte das den Leipzigern die Chance, sich vor den Duellen mit PSG in der Tabelle an den Franzosen vorbeizuschieben und sie so bestenfalls aus einer Underdogrolle heraus unter Druck zu setzen. Dass sie das durchaus beherrschen, bewies RB Leipzig in der Vorsaison, als sie Manchester United am letzten Spieltag mit einem 3:2 in die Europa League verwiesen.

Sollte ihnen dasselbe auch mit PSG gelingen, wäre das ein weiterer Meilenstein in einer Saison, die alles andere als vielversprechend begann.

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Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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