Serie A Vorschau (2/4) | Milan, Atalanta, Cagliari, Genua, Chievo

Vorschau

Am kommenden Samstag startet wieder der Spielbetrieb in Italien. Die Serie A, in den 1990er Jahren die attraktivste Liga der Welt, erlebt nach etwas dürftigen Jahren gerade eine kleine Renaissance – in sportlicher wie auch in finanzieller Hinsicht: So stand Dauermeister Juventus Turin seit 2015 zwei Mal im Finale der Champions League, in diesem Sommer fand der amtierende Weltfußballer Cristiano Ronaldo den Weg nach Italien. Doch auch neben der „Alten Dame“ gibt es genug interessante Klubs, auf die es sich zu blicken lohnt. Im zweiten Teil unserer Serie A-Vorschau nehmen wir Milan, Atalanta, Cagliari, Genua und Chievo unter die Lupe.

Hier geht es zum ersten Teil mit Napoli, Fiorentina, Sampdoria, Bologna und Empoli.

Anmerkung: Momentan ist noch das Transferfenster ist der Serie A geöffnet, weswegen es noch zu weiteren Veränderungen in den Kadern kommen kann. Die Teams entsprechen dem Stand vom 16. August 2018 um 20:00.

In der Saison 2018/19 ist die Serie A erneut auf DAZN zu sehen (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

 

AC Mailand

Platzierung 2017/18: 6. Platz; 64 Punkte; 56:42 Tore

Neuzugänge: Gonzalo Higuain (30/AC Milan/Leihgebühr 18 Mio EUR); Mattia Caldara (24/Juventus/35 Mio EUR); Tiemoue Bakayoko (23/Chelsea/5 Mio EUR Leihgebühr); Nikola Kalinic (30/Fiorentina/20 Mio EUR); Fabio Borini (27/Sunderland/5,5 Mio EUR); Pepe Reina (35/Napoli/ablösefrei); Alen Halilovic (22/HSV/ablösefrei); Ivan Strinic (30/Sampdoria/ablösefrei); Alessandro Plizzari (18/Ternana/Leihende); Gabriel (25/Empoli/Leihende); Carlos Bacca (31/Villarreal/Leihende); Andrea Bertolacci (27/Genua/Leihende); Stefan Simic (23/Crotone/Leihende)

Abgänge: Leonardo Bonucci (31/Juventus/35 Mio EUR); Nikola Kalinic (30/Atletico/14,5 Mio EUR); M´Baye Niang (23/Torino/12 Mio EUR); Gianluca Lapadula (28/Genua/11 Mio EUR); Manuel Locatelli (20/Sassuolo/2 Mio EUR Leihgebühr); Gustavo Gomez (25/Palmeiras/1,5 Mio EUR Leihgebühr); Gianmarco Zigoni (27/Venezia/450.000 EUR); Niccolo Zanellato (20/Crotone/300.000 EUR); Luca Antonelli (31/Empoli/ablösefrei); Andre Silva (22/Sevilla/Leihe); Gian Filippo Felicioli (20/Perugia/Leihe); Hachim Mastour (20/vereinslos); Marco Storari (41/vereinslos); Nnamdi Oduamadi (27/vereinslos)

(Photo by Jules Ameel/Getty Images)

Ausblick: Noch vor zehn Jahren konnte sich ein Fan des internationalen Fußballes eine KO-Runde der Champions League nicht ohne Milan vorstellen. Doch die Zeiten haben sich geändert: Der zweiterfolgreichste Verein der Königsklassen-Historie hat seit Jahren nur noch eine Zuschauer-Rolle inne. Die letzte Teilnahme im größten Vereinswettbewerb der Welt datiert aus der Saison 2013/2014. Seitdem wurde viel investiert und noch mehr an Kohle verbrannt. Vor allem im letzten Sommer stachen die Mailänder durch ihr aggressives Vorgehen auf dem Transfermarkt und Verpflichtungen wie Leonardo Bonucci oder Hakan Calhanoglu hervor, man wollte endlich mal wieder die Qualifikation für die Champions league schaffen. Dieses Ziel musste bereits während der Vorrunde geändert werden, als der Klub sich nur im tristen Mittelfeld wiederfand. Unter dem neuen Coach Gennaro Gattuso legte Milan dann doch noch eine starke Aufholjagd hin, am Ende gelang der Sprung in die Europa League. Doch zur Ruhe kam der 18-Fache italienische Meister trotzdem nicht: Das chinesische Konsortium wurde an der Vereinsspitze nach nur einem Jahr wieder abgelöst, die sportliche Leitung übernahmen die Klublegenden Paolo Maldini und Leonardo. Doch wie hat die neue Führung in diesem Sommer gearbeitet?

Zunächst wurde die größte Baustelle im Kader geschlossen: Mit der Verpflichtung von Gonzalo Higuain hat der Klub zum ersten Mal seit mehreren Jahren einen absoluten Topstürmer im Kader. Dafür mussten die Flops Nikola Kalinic, Carlos Bacca und Andre Silva den Verein verlassen, wobei Letztgenannter nur auf Leihbasis wechselte und man ihn nach nur einem schlechten Jahr nicht gleich völlig abschreiben sollte. Dadurch wird ebenso Patrick Cutrone, eine Entdeckung der letzten Runde, weiterhin Spielzeit in Aussicht gestellt, welche durch die Ankunft des argentinischen Starstürmers aber mit Sicherheit geringer ausfallen wird.

Gleichzeitig mit Higuain fand Mattia Caldara den Weg in die Lombardei, Bonucci verließ dafür die „Rossoneri“ nach nur einem Jahr wieder. Der italienische Nationalspieler konnte in Milan sowieso nie an seine Leistungen bei Juventus anknüpfen und schien auch nicht wirklich glücklich zu sein. Jedenfalls konnte man mit dem italienischen Meister einen fantastischen Deal erzielen: Caldara dürfte genauso wie Higuain zunächst absolut unumstritten sein. Der Innenverteidiger wird zusammen mit dem neuen Kapitän Leonardo Romangnoli die Abwehrzentrale bilden. Zählt man noch den herausragenden „Jung“-Keeper Gianluigi Donnarumma (immer noch erst 19 Jahre alt…) zu dem Verbund, so könnte die defensive Achse der italienischen Nationalelf in den nächsten Jahren vom AC Mailand kommen.

Mit Tiemoue Bakayoko von Chelsea wurde noch weitere Alternative für das Mittelfeld unter Vertrag genommen, die ablösefreien Pepe Reina, Ivan Strinic und Alan Halilovic sind sinnvolle Ergänzungen des Kaders. Man muss hier aber einwenden, dass die kolportierte Kaufoption für Bakayoko (übr 30 Millionen Euro) deutlich zu hoch sein dürfte; daneben erscheint es fraglich, ob Halilovic tatsächlich noch den Durchbruch schafft, wenn er in der jüngeren Vergangenheit selbst bei weniger konkurrenzstarkern Kader selten bis gar nicht einen Platz fand. Vor dem nahenden Ende des Fensters werden zudem noch die Vollzugsmeldungen von Außenverteidiger Diego Laxalt (Genua) und Offensivmann Samu Castillejo (Villarreal) erwartet. Mit den getätigten Deals können die Mailänder eigentlich jede Mannschaft an einem guten Tag schlagen, für den Titel dürfte es aber (noch) nicht reichen. Man hatte allerdings auch im letzten Sommer große Erwartungen, das unruhige Umfeld des Vereins ist häufig geeignet, eine negative Eigendynamik zu entwickeln. Die Qualifikation für die Champions League ist jedenfalls absolute Pflicht!

 

Atalanta Bergamo

Platzierung 2017/18: 7. Platz; 60 Punkte; 57:39 Tore

Neuzugänge: Duvan Zapata (27/Sampdoria/Leihgebühr 14 Mio EUR); Davide Bettella (18/Inter/7 Mio EUR); Marco Tumminello (19/AS Roma/5 Mio EUR); Marco Carraro (20/Inter/5 Mio EUR); Bryan Cristante (23/Benfica/5 Mio EUR); Pierluigi Gollini (23/Aston Villa/4,3 Mio EUR); Arkadiusz Reca (23/Plock/4 Mio EUR); Mario Pasalic (23/Chelsea/Leihgebühr 1 Mio EUR); Marco Varnier (20/Citadella/Leihe); Matteo Pessina (21/Spezia/Leihende); Luca Zanotti (24/Stabia/Leihende); Christian Capone (19/Pescara/Leihende); Marco Sportiello (26/Fiorentina/Leihende); Marco D´Alessandro (27/Benevento/Leihende); Mirco Miori (22/Triestina/Leihende); Berat Djimsiti (25/Benevento/Leihende); Luca Valzania (22/Pescara/Leihende); Constantin Nica (25/D. Bukarest/Leihende); Guido Marilungo (28/Spezia/Leihende); Nicolo Fazzi (23/Cesena/Leihende)

Abgänge: Marco Carraro (20/Foggia/Leihe); Bryan Cristante (23/AS Roma/Leihgebühr 5 Mio EUR); Jasmin Kurtic (29/SPAL/4,8 Mio EUR); Alberto Paloschi (28/SPAL/4 Mio EUR); Andrea Petagna (23/SPAL/Leihgebühr 3 Mio EUR); Giuseppe De Luca (26/Entella/ablösefrei); Michele Canini (33/Feralpisalo/ablösefrei); Federico Mattiello (23/Bologna/Leihe); Davide Agazzi (25/Livorno/Leihe); Nicolas Haas (22/Palermo/Leihe); Alberto Amici (25/Hellas/Leihe); Marco Sportiello (26/Frosinone/Leihe); Gaetano Monachello (24/Pescara/Leihe); Simone Emmanuello (24/Juventus/Leihe); Fabio Eguelfi (23/Hellas/Leihe); Filippo Melegoni (19/Pescara/Leihe); Bryan Cabezas (21/Fluminense/Leihe); Boris Radunovic (22/Cremonese/Leihe); Luca Rizzo (26/Bologna/Leihende); Mattia Caldara (24/Juventus/Leihende); Alessandro Bastoni (19/Inter/Leihende); Leonardo Spinazzola (25/Juventus/Leihende)

(Photo by Marco Luzzani/Getty Images)

Ausblick: Der Klub aus der Lombardei hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Entwicklung genommen. Atalanta galt vor gar nicht so langer Zeit als typische Fahrstuhlmannschaft, welche zwischen Serie A und B pendelte. So stieg Bergamo alleine in den letzten zwanzig Jahren gleich vier Mal ab. Im Jahr 2011 kehrte der Klub zum bisher letzten Mal in die höchste Spielklasse Italiens zurück und hält sich seitdem dort. Nahezu jedes Jahr ging es gegen den Abstieg, oftmals stand am Ende eine sehr knappe Rettung. Dieser Zustand sollte sich nach der Ankunft von Trainer Gian Piero Gasperini drastisch ändern – und zwar auf positive Weise: In der Saison 2016/17 landete Atalanta sensationell auf dem vierten Platz! Dass diese herausragende Leistung dennoch keine Eintagsfliege war, unterstrich der starke siebte Rang am Ende der Vorsaison. In der Europa League stieß das Team bis ins Sechszehntel-Finale vor, wo Borussia Dortmund äußerst glücklich die Oberhand behielt. Mit der Liga-Platzierung am Saisonende gelang dem Verein zum zweiten Mal in Folge der Sprung ins internationale Geschäft.

Im Sommer hat man daher für seine Verhältnisse etwas mehr Geld in die Hand genommen um den Kader zu verstärken. Der Königstransfer war dabei die Verpflichtung von Duvan Zapata. Für den Kolumbianer wurden 14 Millionen Euro ausgegeben, ein Stürmer mit jener Qualität ging der Mannschaft bisher ab, im letzten Jahr war der offensive Mittelfeldspieler Josip Ilicic mit elf Treffern der beste Torschütze. Daneben hat Atalanta vor allem in die Zukunft investiert: Davide Bettella, Marco Tumminello und Marco Carraro, welche allesamt 20 Jahre oder jünger sind, kosteten insgesamt rund 17 Millionen Euro. Für die Torhüter-Position kam Pierluigi Gollini aus England, der Italiener soll dem etablierten Schlussmann Etrit Berisha Druck machen. Davor dürfte auch wie in der vorherigen Spielzeit das Duo aus Rafael Toloi und Jose Palomina oder Andrea Masiello gesetzt sein. Neuzugang Arkadiusz Reca könnte die Rolle auf der linken Abwehrseite einnehmen. Der Pole besitzt gut Anlagen, wird sich aber erst einmal an die neue Liga gewöhnen müssen.

Im Mittelfeld musste Bergamo einen Rückschlag hinnehmen: Leistungsträger Bryan Cristante wurde zwar zunächst fest verpflichtet, wenige Wochen später verließ er den Klub allerdings auf Leihbasis in Richtung AS Roma. Cristante spielte eine fantastische Saison 2017/18, in welcher er insgesamt neun Mal erfolgreich war. Seinen Platz neben den gesetzten Remo Freuler und Marten de Roon könnte der ausgeliehene Marko Pasalic einnehmen, welcher langsam aber sicher auch nachweisen muss, dass seine einst großen Vorschusslorbeeren gerechtfertigt waren. Der Chelsea-Spieler befindet sich mittlerweile seit einigen Jahren auf einer Odyssee von Leihstationen. Nach den Abgängen von Andrea Paloschi und Andrea Petagna sind die Möglichkeiten im Offensivbereich trotz des Zapata-Transfers in diesem Jahr etwas limitierter.

Nichts desto Trotz kann Atalanta auch in diesem Jahr eine gute Rolle spielen und erneut ein Wörtchen bei der Vergabe der Europa League Plätze mitreden. Zumindest scheint es weiterhin so, als wäre das Team um Kapitän Alejandro Gomez der Konkurrenz aus dem „Verfolgerfeld“ (also dem Tabellenmittelfeld) ein wenig enteilt. Es bleibt dabei aber auch abzuwarten, wie die Mannschaft die Doppelbelastung mit der Europa League wegstecken wird.

 

Cagliari Calcio

Platzierung 2017/18: 16. Platz; 39 Punkte; 33:61 Tore

Neuzugänge: Leonardo Pavoletti (29/Napoli/10 Mio EUR); Lucas Castro (29/Chievo/6,5 Mio EUR); Filip Bradaric (27/Rijeka/5 Mio EUR); Alberto Cerri (22/Juventus/Leihgebühr 1 Mio EUR); Darijo Srna (36/Shakhtar/ablösefrei); Simone Aresti (32/Olbia/ablösefrei); Marko Pajac (25/Perugia/Leihende); Marco Capuano (26/Crotone/Leihende)

Abgänge: Bartosz Salamon (27/SPAL/2 Mio EUR); Luka Krajnc (23/Frosinone/1 Mio EUR); Federico Melchiorri (31/Perugia/800.000 Euro); Damir Ceter (20/Olbia/Leihe); Nicholas Pennington (19/Olbia/Leihe); Niccolo Giannetti (27/Livorno/Leihe); Senna Miangue (21/S. Lüttich/Leihe); Leonardo Castan (31/AS Roma/Leihende); Kwang-Song Han (19/Perugia/Leihe); Santiago Columbatto (21/Hellas/Leihe)

(Photo by Enrico Locci/Getty Images)

Ausblick: Der Klub aus der Hauptstadt Sardiniens ist bis auf wenige Ausnahmen eigentlich seit den 1960er Jahren ein ständiges Mitglied in der Serie A. Im Jahr 1970 feierte der Verein seine bis heute einzige Meisterschaft. Besonders viel sprang für den Inselklub in den letzten Jahre jedoch nicht raus: Meistens spielte Cagliari gegen den Abstieg. Nach der Jahrtausendwende beendete man überhaupt nur einmal eine Spielzeit in der höchsten italienischen Spielklasse auf einem einstelligen Tabellenplatz. Im Sommer 2015 stand zum wiederholten Male der Gang in die zweite italienische Liga an, welcher immerhin auf nur ein Jahr begrenzt werden konnte. Während es in der Saison 2016/17 vermieden wurde, in konkrete Abstiegsgefahr zu geraten, war die letzte Runde dann schon eine knappere Geschichte: Cagliari rettete sich am Ende mit vier Punkten Vorsprung. Im neuen geht der Verein die Mission Klassenerhalt mit einem neuen Übungsleiter an: Seit dem 1. Juli ist Rolando Maran der Coach des Teams.

Der absolute Königstransfer, welcher auch einen Großteil des geringen Budgets verschlungen hat, war in dieser Transferperiode die Verpflichtung von Leonardo Pavoletti. Der Stürmer war bereits im letzten Jahr von Napoli ausgeliehen und mit elf Treffern maßgeblich am Erhalt der Klasse beteiligt. Im Angriff besteht bei den Sarden auch der größte Handlungsbedarf, wovon nur 33 eigene Tore in der letzten Runde zeugen. Aus diesem Grunde hat sich Cagliari durch der Leihe von Alberto Cerri einen weiteren vielversprechenden Angreifer sicher können.

Als ebenso wichtig kann man aber den Verbleib des talentierten Filippo Romagna in der Abwehrzentrale einordnen. Mit gerade einmal 21 Jahren ist der junge Italiener eine ganz wichtige Stütze im Team von Maran. In der Regel steht ihm Luca Ceppitelli zur Seite, wenngleich man mit dem Routinier Marco Andreolli noch einen erfahrenen Back-Up in der Hinterhand hat. Für die rechte Abwehrseite konnte mit Darijo Srna ein internationaler Topmann verpflichtet werden, welcher mit 36 Jahren allerdings im absoluten Spätherbst seiner Karriere ist. Der langjährige Kapitän der kroatischen Nationalmannschaft muss noch bis zum 23. August eine Dopingsperre verbüßen.

Im Mittelfeld ist der Erhalt von Supertalent Nicolo Barella als wahrer Coup einzuordnen. Der 21-Jährige kann aus der dortigen Zentrale des Teams nicht mehr weggedacht werden und hat schon eine beträchtliche Anzahl an Interessenten. Ihm stehen voraussichtlich die Neuankömmlinge Filip Bradaric und Lucas Castro zur Seite, welche zusammen mehr als 10 Millionen Euro Ablöse gekostet haben. Aber auch der erfahrene Luca Cigarini darf hier nicht weggedacht werden, war er doch im Vorjahr auch mit seinen 32 Jahren immer noch eine wichtige Stütze der Truppe. Im Wesentlichen kann Maran auf fast die gleiche Mannschaft wie aus dem Vorjahr zurückgreifen. Der Verein aus der Hauptstadt Sardiniens wird sich dennoch wahrscheinlich im unteren Mittelfeld wiederfinden, der Klassenerhalt sollte gerade wegen dem Transfer von Pavoletti und dem Verbleib von Barella sowie Romagna zu schaffen sein.

 

FC Genua

Platzierung 2017/18: 12. Platz; 41 Punkte; 33:43 Tore

Neuzugänge: Gianluca Lapadula (28/AC Milan/11 Mio EUR); Federico Valietti (19/Inter/7,5 Mio EUR); Andrea Favilli (21/Juventus/Leihgebühr 5 Mio EUR); Christian Kouame (20/Cittadella/5 Mio EUR); Krzysztof Piatek (23/Krakau/4 Mio EUR); Sandro (29/Benevento/2,3 Mio EUR); Ervin Zukanovic (31/AS Roma/1,2 Mio EUR); Luca Mazzitelli (22/Sassuolo/Leihgebühr 1 Mio EUR); Nicola Dalmonte (20/Cesena/ablösefrei); Federico Marchetti (35/Lazio/ablösefrei); Ivan Lakicevic (24/Novi Sad/ablösefrei); Koray Günter (23/Galatasaray/ablösefrei); Domenico Criscito (31/Zenit/ablösefrei); Lorenzo Callegari (20/PSG/ablösefrei); Rok Vodisek (20/Ljubljana/ablösefrei); Romulo (31/Hellas/ablösefrei); Andrei Radu (21/Inter/Leihe); Lisandro Lopez (28/Benfica/Leihe); Esteban Rolon (23/Malaga/Leihe); Luigi Carillo (21/Pescara/Leihe); Luca Zanimacchia (eigene Jugend); Nikola Ninkovic (23/Empoli/Leihende), Claudio Spinelli (21/Tigre/3,6 Mio EUR)

Abgänge: Mattia Perin (25/Juventus/12 Mio EUR); Armando Izzo (26/Torino/8 Mio EUR); Andrea Beghetto (23/Frosinone/1,5 Mio EUR); Leonardo Morosini (22/Brescia/1 Mio EUR); Francesco Renzetti (30/Cremonese/400.000 EUR); Francesco Migliore (30/Cremonese/400.000 Euro); Eugenio Lamanna (28/Spezia/300.000 EUR); David Milinkovic (24/Hull City/300.000 EUR); Luca Rigoni (33/Parma/ablösefrei); Guiseppe Panico (21/Citadella/ablösefrei); Isaac Cofie (26/Gijon/ablösefrei); Riccardo Improta (24/Benevento/ablösefrei); Bartosz Wolski (21/Bytow/ablösefrei); Loick Landre (26/Nimes/ablösefrei); Petar Brlek (24/Lugano/Leihe); Luca Rossettini (33/Chievo/Leihe); Paolo Ghiglione (21/Frosinone/Leihe); Marcos Curado (23/Crotone/Leihe); Riccardo Fiamozzi (25/Lecce/Leihe); Eddy Salcedo (16/Inter U19/Leihe); Raul Asencio (20/Benevento/Leihe); Federico Valietti (19/Crotone/Leihe); Giuseppe Rossi (31/vereinslos); Santiago Gentiletti (33/vereinslos); Miguel Veloso (32/vereinslos); Davide Brivio (30/vereinslos); Alessandro Rosi (31/vereinslos); Thomas Rodriguez (22/La Calera/Leihe); Andrea Bertolacci (27/AC Milan/Leihende); Adel Taarabt (29/Benfica/Leihende); Claudio Spinelli (21/Crotone/Leihe)

(Photo by Paolo Rattini/Getty Images)

Ausblick:

Wenn man im Zusammenhang mit Fußball an die wunderschöne Universitätsstadt Genua denkt, wird dem modernen Fußball-Fan zu allererst höchstwahrscheinlich Sampdoria in den Sinn kommen. Dabei ist dies nicht einmal der erfolgreichste Verein der ligurischen Hauptstadt: Der FC Genua ist mit neun Meisterschaften nach Juventus (34) und den Mailänder Klubs (jeweils 18) sogar der vierterfolgreichste Klub der italienischen Fußball-Historie. Die Titel wurden jedoch allesamt in dem Zeitraum von 1898 bis 1924 gefeiert. Spätestens mit den großen Erfolgen von „Samp“ in den frühen 1990er Jahren hat sich das Bild in der öffentlichen Wahrnehmung zugunsten des Stadtrivalen gewandelt. Daran änderten auch achtbaren Platzierungen wie der vierte (2009) sowie der sechste (2015) in der Serie A erst einmal nichts. In den letzten drei Jahren fand sich der traditionsreiche Klub nur im biederen Mittelfeld der Serie A wieder.

Ein weiter Grund für den stagnierenden Verlauf der letzten Jahre ist vor allem die Fluktuation innerhalb der Mannschaft. Das Leihmodell genießt im italienischen Fußball sowieso eine besondere Priorität, jedoch treibt es in dieser Hinsicht kaum ein anderes Team dermaßen auf die Spitze, wie der FC Genua. Teilweise verändert sich während einer Sommerpause das komplette Bild der Mannschaft wegen dieser häufig exzessiv wahrgenommenen Variante auf dem Markt. Diesem Zustand ist nun auch Trainer Davide Ballardini ausgesetzt, welcher die Mannschaft im Spätjahr 2017 übernommen hatte.

Durch diese eigenwillige Methode der Kadergestaltung ist es im Sommer zumindest gelungen mit Lisandro Lopez und Ervin Zukanovic zwei zentrale Innenverteidiger von Format nach Genua zu locken. Hinter den beiden arrivierten Kräften steht der ehemalige Dortmunder Koray Günter als Back-Up zur Verfügung. Zudem konnte der „verlorene Sohn“ Dominco Criscito nach vielen Jahren in der russischen Liga zurück in die Serie A gelotst werden. Der italienische Nationalspieler wurde von Ballardini auch direkt zum neuen Kapitän der Truppe ernannt. Auf der Position hinter der Abwehrkette gab es im Sommer einen einschneidenden Wechsel, der italienische Nationalkeeper Mattia Perin verließ den Verein in Richtung Juventus. Dass Genua am Ende der vergangenen Spielzeit trotz einer Platzierung verhältnismäßig wenig Gegentore (43) gefangen hatte, zeugt von seiner Klasse. Um sein Erbe werden voraussichtlich Andrei Radu und Federico Marchetti miteinander konkurrieren.

In Mittelfeld konnten mit Sandro und Romulu zwei erfahrene Spieler gewonnen werden. Gerade der Erstgenannte überzeugte in jungen Jahren bei Tottenham in der Premier League, nun kämpft der ehemalige brasilianische Nationalspieler darum, wieder seine Form zu finden. Einen Blick lohnt es sich durchaus auch auf Lorenzo Callegari zu werfen. Der 20-Jährige kam aus der zweiten Mannschaft von PSG und könnte diesem Mannschaftsteil in kreativer Hinsicht weiterhelfen. Nicht das Mittelfeld, sondern der Angriff war aber im letzten Jahr die größte Schwachstelle des Teams, lediglich 33 eigene Treffer konnten erzielt werden. Mit Krzysztof Piatek, Andrea Favilli und Christian Kouame wurden hier gleich drei junge vielversprechende Stürmer für fast 15 Millionen Euro unter Vertrag genommen, ob das unerfahrene Trio diese Probleme sofort beheben kann, ist dennoch schwer einzuschätzen. Sollte jedoch einer dieser Kandidaten zünden und auch der Erbe von Perin keine Anpassungsprobleme haben, dann dürfte eine bessere Platzierung als im Vorjahr drin sein. Andernfalls kann der Blick in der Tabelle auch ganz schnell weiter nach unten gehen.

 

Chievo Verona

Platzierung 2017/18: 13. Platz; 40 Punkte; 36:59 Tore

Neuzugänge: Nenad Tomovic (30/Fiorentina/2,5 Mio EUR); Federico Barca (24/Gijon/3 Mio EUR); Mariusz Stepinski (23/Nantes/2,5 Mio EUR); Joel Obi (27/Torino/2,5 Mio EUR); Strahinja Tanasijevic (21/R. Belgrad/300.000 Euro); Emanuele Giaccherini (33(Napoli/ablösefrei); Giovanni Di Noia (24/Bari/ablösefrei); Filip Djordjevic (30/Lazio/ablösefrei); Adrian Semper (20/D. Zagreb/Leihe); Luca Rossettini (33/Genua/Leihe); Martin Valjent (22/Ternana/Leihende); Antonio Cinelli (28/Cremonese/Leihende); Sofian Kiyine (20/Salernitana/Leihende); Nicolas Frey (34/Venezia/Leihende); Michele Rigione (27/Ternana/Leihende); Luca Garritano (24/Carpi/Leihende); Ali Sowe (24/Skenderbeu/Leihende)

Abgänge: Lucas Castro (29/Cagliari/7 Mio EUR); Samuel Bastien (21/S. Lüttich/3 Mio EUR); Dario Dainelli (39/Livorno/ablösefrei); Radoslav Kirilov (26/Pesaro/ablösefrei); Massimo Gobbi (37/Parma/ablösefrei); Alessio Sestu (34/Piacenza/ablösefrei); Giovanni Di Noia (24/Carpi/Leihe); Alessandro Gamberini (36/Karriereende); Bostjan Cesar (35/vereinslos); Antonio Floro Flores (35/vereinslos); Roberto Inglese (26/Napoli/Leihende), Lamin Jallow (22/Salernitana/Leihe)

(Photo by Alessandro Sabattini/Getty Images)

Ausblick: Gegen einen ähnlichen Fluch in der eigenen Stadt wie beim FC Genua kämpft auch dieser Verein: Obwohl sich Chievo im Gegensatz zu Hellas vor allem seit der Jahrtausendwende in der Serie A so richtig etablieren konnte, fliegen die meisten Herzen der Fans dem anderen Verein zu. Hellas war im Gegensatz früher als die „Gelben“ in der ersten italienischen Liga und konnte, angeführt von dem deutschen Nationalspieler Hans-Peter Briegel, im Jahr 1985 sogar sensationell den Gewinn einer Meisterschaft feiern. Diese Vorzeichen haben sich in Verona auch bis heute kaum geändert, wenngleich es aber die sportliche Situation hat. So ist Hellas in der Vorsaison einmal mehr in die Serie B abgestiegen, Chievo hatte am Ende fünf Punkte Vorsprung vor den ungeliebten letzten drei Plätzen. Die Rettung feierte man mit dem neuen Trainer Lorenzo D´Anna, welcher den Verein erst am 29. April übernommen hatte. Doch welche Änderungen sind für die neue Spielzeit zu erwarten?

Ob es im Tor einen Generationen-Wechsel gibt, wird spannend zu beobachten. Im letzten Jahr hütete noch der „ewige“ Stefano Sorrentino mit seinen 39 Jahren in allen (!) 38 Partien den Kasten. Mit Adrian Semper hat der Klub zudem noch einen junger Keeper ausgeliehen, welcher möglicherweise den Routinier ablösen kann, auch wenn dies nicht gleich zu Saisonbeginn sein muss. In der Abwehr konnten mit dem ehemaligen Stuttgarter Federico Barca und Nenad Tomovic zwei potentielle Stammspieler gewonnen werden. Vor allem Tomovic kann in seiner Karriere auf einige Jahre in der Serie A zurückblicken und sollte zum Auftakt zusammen Mattia Bani den Abwehrverbund bilden.

Für das Mittelfeld würde mit Joel Obi ein interessanter Spieler verpflichtet. In seinen jungen Jahren bei Inter galt der Nigerianer als großes Versprechen im Weltfußball, konnte diese Erwartungen allerdings nie erfüllen. Bei Torino spielte im Vorjahr dann die wohl beste Saison seiner Karriere und traf in 22 Spielen beachtliche fünf Mal. Chievo scheint sich den Spieler zum besten Zeitpunkt in seiner Karriere gesichert zu haben. Obi wird höchstwahrscheinlich an der Seite von Ivan Radovanovic und Peparim Hetemaj im Dreier-Mittelfeld von D´Anna agieren.

Für den Sturm wechselte ein ehemaliger Nürnberger nach Norditalien: Mariusz Stepinski konnte in Nantes auf sich aufmerksam machen und war Chievo am Ende immerhin 4 Millionen Euro wert. Im selben französischen Klub hatte mit Filip Djordjevic ein weiterer Neuzugang einst seinen großen Durchbruch, bevor er mehrere Jahre ein Reservisten-Dasein bei Lazio fristete. Ob man damit die dürfte Ausbeute von 36 eigenen Treffern verbessert, erscheint eher fraglich. Immerhin konnte neben den erwähnten Neuzugängen auch noch Routinier Emanuele Giaccherini für den Klub gewonnen werden. Allerdings wird man sich am Ende wohl in ähnlichen Bereichen wie Vorjahr bewegen. Auf den ersten Blick ist keine signifikante Verbesserung festzustellen, weshalb es in dieser Saison auch richtig eng für Chievo werden kann.

(Photo by -/AFP/Getty Images)

Marius Merck

Eine Autogrammstunde von Fritz Walter weckte die Leidenschaft für diese Sportart, die über eine (“herausragende”) Amateurkarriere bis zur Gründung von 90PLUS führte. Bei seinem erklärten Ziel, endlich ein “Erfolgsfan” zu werden, weiter erfolglos.

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