Stuttgart vs. Bielefeld: Europa-Träume gegen Abstiegsangst

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Vorschau | Am 34. und damit letzten Spieltag der Bundesliga-Saison treffen mit dem VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld zwei Aufsteiger aufeinander. Gemeinsam aufgestiegen, trennten sich die Wege in der Tabelle wieder recht schnell. Während Stuttgart zu den absoluten Überraschungsteams dieser Spielzeit zählt, geht es für die Bielefelder seit Spieltag eins ums nackte Überleben. Nun könnte der VfB noch Europa erreichen und die Arminia den Klassenerhalt. 

  • Stuttgart kann noch in die Conference League einziehen
  • Bei einem Sieg wird Bielefeld sicher in der Liga bleiben
  • Gewinnt die Arminia nicht, muss sie auf die Konkurrenz hoffen

VfB Stuttgart: Einer starken Saison die Krone aufsetzen

„Es ist eine sehr intensive und erfolgreiche Saison“, fasste Trainer Pellegrino Matarazzo (43) die aktuelle Spielzeit des VfB Stuttgart kurz und knapp zusammen. Man kann auch etwas ausführlicher darlegen, wie gut diese VfB-Spielzeit war. Als Aufsteiger mit solch einem jungen Team ist es Stuttgart gelungen, die ganze Liga zu überraschen. Mit mutigem Fußball haben die Schwaben eigentlich nie Zweifel aufkommen lassen, den Klassenerhalt zu meistern. Der schlechteste Tabellenplatz in dieser Saison: Rang 13 – das war am 1. Spieltag. Seitdem bewegte sich der VfB mindestens im Tabellenmittelfeld.



Die Saison „hat uns einen enormen mentalen Fokus abverlangt“, so Matarazzo. „Aber die Spieler ziehen nach wie vor hervorragend mit und zeigen jeden Tag eine große Bereitschaft.“ Der Grund für die Motivation dürfte klar sein: Europa ruft! Stuttgart hat sich mit zuletzt zwei Siegen infolge die Chance auf das internationale Geschäft gewahrt. Nach 33 Spieltagen belegt der VfB Platz neun, zwei Punkte hinter Rang sieben. Die Qualifikation für die Europa Conference League ist somit noch möglich. „Wir wollen gewinnen. Dafür brauchen wir keine extrinsische Motivation. Wir können nur auf unsere eigene Leistung schauen“, wollte sich Matarazzo im Vorfeld nicht verrückt machen lassen. „Wenn wir in der Tabelle noch hochrutschen sollten, nehmen wir das gerne mit, aber es liegt nicht allein in unserer Hand und ist daher zweitrangig.“

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Foto: IMAGO

Womöglich ist es die richtige Wahl, sich nur auf sich selbst zu konzentrieren, um die Spieler nicht nervös zu machen. Ohnehin habe der VfB noch zwei weitere Gründe, um sich gegen Bielefeld ordentlich zu präsentieren. Zum einen verlangt Matarazzo von seiner Mannschaft, Gonzalo Castro (33) und Marcin Kaminski (29) einen gebührenden Abschied (Verträge werden nicht verlängert) zu schenken. Zum anderen will sich Stuttgart für die 0:3-Pleite im Hinspiel revanchieren. „Das Hinspiel nervt uns immer noch und wir haben Bock, das wiedergutzumachen.“ Das dann allerdings ohne den gelbgesperrten Wataru Endo (28). Auch Nicolas Gonzalez (23) und Mateo Klimowicz (20) werden aus körperlichen Gründen fehlen.

Arminia Bielefeld: „Drei Yachten hinter uns lassen“

Während Mitaufsteiger und kommender Gegner Stuttgart in dieser Saison nie in Abstiegsangst lebte, geht es für Arminia Bielefeld seit Saisonbeginn um alles. Seit dem 6. Spieltag war die beste Tabellenposition des DSC höchstens Rang 15. Dort stehen die Kicker von der Alm auch nach dem 33. Spieltag. ein Teilerfolg für den Underdog, schließlich hat man noch alles in der eigenen Hand. „Die Mannschaft hat eine sehr gute Saison gespielt und am Samstag können wir es aus eigener Kraft vergolden“, sagte Sportchef Samir Arabi (42). „Wir müssen weiterhin gemeinsam Paddeln und dann können wir drei Yachten hinter uns lassen.“ Damit schließt Arabi an seinen Vergleich vom Saisonbeginn an. „Wir gehen in einen Wettstreit mit 17 Motorbooten, während wir im Schlauchboot sitzen“, sagte er damals. Gekentert ist die Arminia bislang zumindest nicht.

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Sprich: Trotz eines kleinen Etats hat sich Bielefeld die Chance gewahrt, den Klassenerhalt zu packen. Zwar konnte nie eine wirkliche Serie gestartet werden, um sich einmal von unten zu befreien. Siege in entscheidenden Partien gegen die direkte Konkurrenz hielten den DSC aber oben auf. Mit 32 Punkten nach 33 Spielen belegt der Aufsteiger aktuell Rang 15. „Für uns ist das eine positive Ausgangssituation“, so Trainer Frank Kramer (49). „Es geht darum, das Nasenspitzchen, das wir vorne sind, in der Konstellation auch zum Ende zu bringen. Dafür müssen wir hart arbeiten. Jeder Tropfen Schweiß wird sich lohnen!“

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Foto: IMAGO

Bielefeld im Fernduell mit Bremen und Köln

Mit einem Sieg gegen den VfB wäre der Klassenerhalt fix. Mit einem Unentschieden oder einer Niederlage müsste man auf die Konkurrenz hoffen. „Wir beschäftigen uns ausschließlich und nur damit, wie wir am Samstag unsere Aufgabe in Stuttgart erledigen können“, stellte Kramer klar. „Alles andere wäre nicht angebracht.“

Für andere Vereine eine Krisensituation, ist es für Bielefeld ein Erfolg, noch am letzten Spieltag die Klasse halten zu können. Arabi will diesen weiteren Meilenstein den Fans schenken. „Die bisherigen Erfolge konnten wir immer gemeinsam mit unseren Fans feiern, das ist dieses Jahr anders“, bedauert er. „Allen Menschen rund um Arminia am Samstag ein weiteres Jahr mit Zuschauern in der Bundesliga zu schenken, wäre für uns alle fantastisch!“ Im Fernduell mit Werder Bremen und dem 1. FC Köln sieht Arabi seine Mannschaft gewappnet. „Wir hatten ja schon ein paar letzte Spieltage, wo es eng war und der ein oder andere Spieler kennt die Situation ja auch. Sie machen einen guten Eindruck auf mich!“

Prognose

Die eine Mannschaft kann, die andere muss. Es ist ein prickelndes Duell zwischen dem VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld. Der VfB kann seine Saison noch vergolden und hat zwei Siege im Rücken. Die Arminia hat den größeren Druck, hat sich in dieser Saison aber kampf- und nervenstark präsentiert. Es wird ein umkämpftes, intensives Spiel. Am Ende nimmt Bielefeld in Stuttgart einen Punkt mit und muss auf die Konkurrenz hoffen.

Voraussichtliche Aufstellungen:

VfB Stuttgart: Kobel – Kempf, Anton, Mavropanos – Sosa, Castro, Karazor, Massimo – Thommy (Didavi) – Förster – Kaladjzic

Arminia Bielefeld: Ortega – Lucoqui, Nilsson, Pieper, Brunner – Prietl, Maier – Voglsammer, Okugawa, Doan – Klos

Foto: IMAGO

Marc Schwitzky

Erst entfachte Marcelinho die Liebe zum Spiel, dann lieferte Jürgen Klopp die taktische Offenbarung nach. Freund des intensiven schnellen Spiels und der Talentförderung. Bundesliga-Experte und Wortspielakrobat. Seit 2020 im 90PLUS-Team.

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