Transfercheck | Koulibaly kommt, Gnabry bleibt, Lewandowski geht

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Die Saison 2021/22 steht in den Geschichtsbüchern. Das heißt auch, dass Schwung in den Transfermarkt kommt. Abschiede wurden verkündet, Neuzugänge festgezurrt, Spieler, deren Verträge auslaufen, treffen Entscheidungen. Und die Gerüchteküche brodelt natürlich.

Ab sofort wird 90PLUS an jedem Freitag, immer um 20 Uhr, ein Update zu den Geschehnissen auf dem Transfermarkt liefern. Was ist in den letzten Tagen passiert? Welche Gerüchte kursieren aktuell und welche Transfers wurden offiziell verkündet? Diese Kernfragen sollen in einem wöchentlichen Überblick beantwortet werden. 

FC Bayern arbeitet weiter an De Ligt und Tel

Die vergangene Woche an der Säbener Straße verlief transfertechnisch weitestgehend ruhig. Am Montag reiste Sportvorstand Hasan Salihamidžić nach Turin, um mit seinem Pendant Federico Cherubini sowie Beraterin Rafaela Pimenta über einen Transfer von Matthijs De Ligt zu verhandeln. Ein erstes Angebot über rund 60 Millionen Euro lehnten die Italiener ab. Ein weiteres soll in Kürze folgen. Wie Giovanni Albanese für die Gazzetta dello Sport berichtet, besteht Juventus auf eine Ablösesumme zwischen 80 und 90 Millionen Euro. Sollte man nicht zu einer Einigung kommen, will der italienische Rekordmeister De Ligts Vertrag um ein Jahr inklusive einer niedrigen Ausstiegsklausel verlängern. Der FC Bayern hingegen hofft, zu Beginn der kommenden Woche zu einer Einigung zu kommen. Mit der Spielerseite ist man sich bereits länger einig.

 

 

Das trifft auch auf Mathys Tel zu. Laut der L’Equipe lehnte Stade Rennais nun ein zweites Angebot der Münchener ab. Die genaue Höhe ist unbekannt. Vereinsseitig bestehe nicht die Absicht Tel zu verkaufen. Allerdings rechne man damit, dass Bayern in naher Zukunft seine Bemühungen um den 17-Jährigen intensivieren wird.

Koulibaly kommt, ein Eigengewächs geht: Chelseas Innenverteidiger-Roulette

Der Optimismus des FC Bayern, Matthijs De Ligt landen zu können, rührt nicht zuletzt daher, dass Chelsea kurz vor der Verpflichtung von Napolis Kalidou Koulibaly steht. Für 38 fixe Millionen Euro und zwei weiteren in Boni soll der Senegalese an die Stamford Bridge wechseln, berichtet Fabrizio Romano. Nach dem noch ausstehenden Medizincheck wird Koulibaly einen Vierjahresvertrag mit einer Option auf ein weiteres Jahr unterschreiben und der Transfer offiziell gemacht werden. Zehn Millionen Euro plus Boni wird Koulibalys Vertrag schwer sein. Damit ist Koulibaly – nach Raheem Sterling – der zweite große Transfer der Boehly-Ära.

 


Zwei weitere Namen fürs Abwehrzentrum werden bei den Blues gehandelt, einer davon ist Presnel Kimpembe. Thomas Tuchel kennt der Franzose bereits aus gemeinsamen Zeiten bei Paris Saint-Germain. Nun könnte es zu einer Wiedervereinigung kommen. Zwar sei er für PSG ein wichtiger Teil des Projekts. Sollte ein bestimmtes Angebot eintreffen, wäre man allerdings auch offen, ihn zu verkaufen, so Fabrizio Romano. Tatsächlich gäbe es momentan Verhandlungen zwischen Luís Campos und Chelseas Eigentümer Todd Boehly.

Photo by FRANCK FIFE/AFP via Getty Images

Der zweite gehandelte Name ist Nathan Aké. Bereits zwischen 2011 und 2017 stand der Niederländer bei Chelsea unter Vertrag, bevor ihn zuerst Bournemouth fest verpflichtete und anschließend Manchester City. Mit denen befand man sich, so Fabrizio Romano, in sehr guten Gesprächen. Auch eine Einigung mit der Spielerseite gab es bereits. Am Freitag schob Manchester City nach einem Gespräch zwischen Guardiola und Aké selbst dem Transfer einen Riegel vor.

Das alles könnte im Endeffekt Konsequenzen für ein Eigengewächs haben: Levi Colwill. Der 19-Jährige ist gerade von seiner Leihe aus Huddersfield zurückgekehrt und will auch in Zukunft zu regelmäßigen Einsätzen kommen. Das wäre mit Thiago Silva, Koulibaly und – so der Transfer zustande kommt – Kimpembe eher weniger gegeben. Colwill wäre daher bereit, den Verein diesmal endgültig zu verlassen. Vor allem aus der Premier League gäbe es Interesse. Das allerdings hängt zuallererst davon ab, wie die Situation um Kimpembe ausgeht und ob nach dem geplatzten Aké-Deal noch ein weiterer Innenverteidiger verpflichtet wird.

Gehen oder Bleiben? Was passiert mit CR7?

Die Zukunft von Cristiano Ronaldo ist noch immer höchst ungewiss. Wie Fabrizio Romano verriet, besteht zwar gegenseitige Wertschätzung zwischen dem Portugiesen und Neu-Trainer Erik ten Hag. Was Ronaldo allerdings zum Abschied bewegen könnte, sei – neben der Tatsache, dass Manchester United kommende Saison Europa League spielt – der Mangel an Ambition innerhalb des Klubs, der sich bislang auch auf dem Transfermarkt widerspiegelt. Linksverteidiger Tyrell Malacia und Christian Eriksen sind bislang die einzig fixen Transfers. Ajax‘ Lisandro Martínez könnte bald dazukommen. Aber auch die Ambition, das Team nachhaltig aufzubauen, sodass die mittlerweile fünf Jahre andauernde Titeldürre in allen Wettbewerben beendet wird und der Verein wieder regelmäßig um Trophäen mitspielen kann, sei ein Thema.

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Fehlt nur noch: Ein Abnehmer. Chelsea war in den vergangenen Wochen ein Kandidat. Es gab Gespräche zwischen Eigentümer Todd Boehly und Jorge Mendes. Nach Rücksprache mit Thomas Tuchel habe man sich allerdings gegen einen Transfer entschieden. Tuchel befürchte, dass CR7, analog zu Romelu Lukaku, nicht ins taktische Gerüst der Blues passe.

Ebenfalls eine Absage erteilte auch der FC Bayern. Vorstandsvorsitzender Oliver Kahn sagte erst kürzlich im Kicker: „So sehr ich Cristiano Ronaldo als einen der Größten schätze: Ein Transfer würde nicht in unsere Philosophie passen“. Mendes wolle sich damit allerdings noch nicht begnügen und spekuliert darauf, dass die Tür nach München mit dem vollzogenen Transfer von Robert Lewandowski nochmal aufgeht.

Ein Wechsel nach Saudi-Arabien – ein Klub von dort soll bereit gewesen sein, für CR7 ein 275-Millionen-Euro-Paket zu schnüren – sowie die MLS sollen beide kein Thema sein. Cristiano Ronaldo wolle weiterhin in Europa spielen.

Das könnte in Kürze auf dem Transfermarkt passieren

Napoli hat bereits einen Ersatz für Kalidou Koulibaly ins Auge gefasst: Fenerbahçes Kim Min-jae. „Er ist ein Spieler auf Napolis Level“, so Trainer Luciano Spalletti bei Radio Kiss Kiss. „Kim ist ein Verteidiger auf Champions-League-Niveau.“ Die Ausstiegsklausel des Südkoreaners bei Fenerbahçe beträgt 20 Millionen Euro.

Die Stürmersituation beim FC Bayern scheint immer klarer zu werden. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wird Serge Gnabry seinen 2023 auslaufenden Vertrag um drei weitere Jahre bis 2026 verlängern. Intern plant Julian Nagelsmann mit ihm und Sadio Mané auf der Neun. Das heißt auch, dass Barcelonas Wunschtransfer, Robert Lewandowski, kurz vor der Materialisierung steht. Wie Florian Plettenberg berichtet, soll der Wechsel noch dieses Wochenende finalisiert werden. Auch, weil sich der FC Bayern vollumfänglich der Causa De Ligt widmen könne, den man im Optimalfall mit auf die US-Tour nehmen will, um ihn in die Mannschaft zu integrieren. Im Podcast Bayern Insider von Christian Falk sagte Salihamidžić zu weiteren Transfers: „Lasst euch überraschen und uns arbeiten“.

Der VfL Wolfsburg verstärkt sich mit Bolognas Mittelfeldspieler Mattias Svanberg. Laut Informationen des Kicker absolvierte der Schwede am heutigen Freitag den Medizincheck und wird im Anschluss einen Vertrag bis 2027 unterzeichnen. Svanberg wird in Wolfsburg die Rolle des zu RB Leipzig gewechselten Xaver Schlager übernehmen. Niko Kovač freute sich bereits am Donnerstag über den Neuzugang, einen Spieler, der „körperlich robust“ ist und „bewiesen hat, dass er Tore schießen und auflegen kann.“ Ebenfalls am Donnerstag konnte der VfL den Transfer von U17-Nationalspieler Dženan Pejčinović vermelden.

 

 

Nach Yann Sommer (OGC Nizza) droht Borussia Mönchengladbach der Verlust des nächsten Leistungsträgers. Laut Informationen von Florian Plettenberg wird Breel Embolo für 12,5 Millionen Euro zur AS Monaco wechseln. Am Donnerstag absolvierte Embolo den Medizincheck. Für das Testspiel gegen Viktoria Köln am Mittwoch (5:2) stand der Schweizer schon nicht mehr im Kader der Gladbacher.

Auswahl zuletzt vermeldeter Transfers

  • Ángel Di María (Paris Saint-Germain) -> Juventus
  • Paul Pogba (Manchester United) -> Juventus
  • Christian Eriksen (Brentford FC) -> Manchester United
  • Raphinha (Leeds United) -> FC Barcelona
  • Raheem Sterling (Manchester City) -> Chelsea FC
  • Luka Jović (Real Madrid C.F.) -> ACF Fiorentina
  • Mesut Özil (Fenerbahçe) -> İstanbul Başakşehir FK
  • Omar Richards (FC Bayern München) -> Nottingham Forest FC
  • Josha Vagnoman (Hamburger SV) -> VfB Stuttgart
  • Javairô Dilrosun (Hertha BSC) -> Feyenoord
  • Chidera Ejuke (ZSKA Moskau) -> Hertha BSC
  • Yvon Mvogo (RB Leipzig) -> FC Lorient
  • Alex Král (West Ham United) -> FC Schalke 04
  • Dženan Pejčinović (FC Augsburg) -> VfL Wolfsburg
  • Arturo Vidal (Inter) -> CR Flamengo
  • Wayne Rooney (vereinslos) -> D.C. United

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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